Der Beschäftigungsanstieg ist ausgebremst: Die Arbeitslosenquote steigt auf 12,2 Prozent

Saisontypischer Anstieg - Zurückhaltung bei der Stellenbesetzung

Diagramm mit Zahlen von 2014 bis 2026
Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich: Die Zahl der offiziell als arbeitslos geführten Personen in Dortmund – jeweils im Januar. Grafik: Agentur für Arbeit Dortmund

Nach der leichten Erholung zum Jahreswechsel steigt die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Januar wieder spürbar an. Diese Entwicklung ist typisch für die Jahreszeit und fällt in Dortmund weniger stark aus als im Landesdurchschnitt. Deutlich mehr Menschen melden sich arbeitslos als aus der Arbeitslosigkeit wieder ab. Insgesamt geht die Beschäftigung um 0,2 Prozent leicht zurück. Die Unternehmen melden rund ein Fünftel weniger offene Stellen, allerdings mehr als noch vor einem Jahr. 

Wenig Hoffnung auf eine bevorstehende Belebung

„Der Kündigungstermin zum Jahresende und das beendete Weihnachtsgeschäft sind die Hauptursachen für den häufig im Januar erfolgenden Anstieg der Arbeitslosigkeit. Dieser liegt mit 3,5 Prozent unter dem Wert vom Vorjahr oder auch einiger Vor-Corona-Jahre. Auch die Zugänge und Abgänge sind für die Jahreszeit durchaus üblich“, berichtet Heike Bettermann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund.

Bild zeigt Heike Bettermann, Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund
Arbeitsagentur-Chefin Heike Bettermann H. Sommer für Nordstadtblogger

„Wenig Hoffnung auf eine bevorstehende Belebung macht uns indes der Stellenmarkt; der Bestand an offenen Stellen bleibt mit deutlich über 4.000 Angeboten auf dem Niveau vom Vorjahr. Der Arbeitsmarkt zeigt sich nach über drei Jahren konjunktureller Flaute geschwächt, und der zu Jahresbeginn erneut gestiegene Mindestlohn dürfte bei manchen Betrieben zusätzlich für Zurückhaltung sorgen“, kommentiert sie die Situation auf dem Dortmunder Arbeitsmarkt.

Fast 1.400 Menschen weniger waren im Januar auf Bürgergeld angewiesen

„Der Dortmunder Arbeitsmarkt ist mit der für den Winter typischen Dämpfung ins neue Jahr gestartet. Nach dem Jahreswechsel steigt die Arbeitslosigkeit an – hauptsächlich aus saisonalen Gründen. Einstellungen werden aufgeschoben, witterungsabhängige Branchen treten auf die Bremse und viele befristete Verträge laufen aus“, erklärt Stephanie Krömer, Geschäftsführerin des Jobcenters Dortmund, die Zahlen.

Bild zeigt Stephanie Krömer, Geschäftsführerin Jobcenter Dortmund
Jobcenter-Geschäftsführerin Stephanie Krömer H. Sommer für Nordstadtblogger

Im Januar waren im Jobcenter Dortmund 30.381 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 579 mehr als im Dezember. Gegenüber dem Vorjahr liegt die Zahl jedoch um 480 Personen niedriger.

„Das zeigt: Der Winter hinterlässt zwar Spuren, aber keine tiefen Risse. Besonders deutlich ist der saisonale Effekt bei der reduzierten Beendigung der Arbeitslosigkeit. Diesen Monat konnten rund ein Viertel weniger Personen die Arbeitslosigkeit hinter sich lassen“, so Krömer.

„Positiv ist: Fast 1.400 Menschen weniger sind diesen Monat auf Bürgergeld angewiesen als im Januar letzten Jahres. Dabei handelt es sich erstmal um eine positive Entwicklung. Für einen weiteren Trend ist die Arbeitsmarktentwicklung entscheidend. Mit dem Frühjahr erwarten wir wieder mehr Dynamik. Es wird darauf ankommen, wie stark die Frühjahresbelebung ausfällt und unsere Kundinnen und Kunden davon profitieren“, betont die neue Chefin des Dortmunder Jobcenters

Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar 2026

Im Januar wurden 40.368 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 9.987 Personen bei der Arbeitsagentur und 30.381 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 1.372 Personen gestiegen. 

IDie Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen steigt auf 12,2 Prozent. H. Sommer für Nordstadtblogger

Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen steigt auf 12,2 Prozent (Januar 2024: 12,1 Prozent). Die anteilige Arbeitslosenquote für die Agentur steigt auf 3,0 Prozent, für das Jobcenter auf 9,1 Prozent.

Arbeitslosigkeit ist kein starrer Block. Vielmehr herrscht durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im Januar 6.548 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. 2.413 Personen davon kamen aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 707 Personen mehr als im Vormonat.

5.193 Personen meldeten sich im Januar bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab. Von ihnen beendeten 1.101 Menschen ihre Arbeitslosigkeit wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 250 Personen weniger als im Vormonat. 

Unterbeschäftigung und Jugendarbeitslosigkeit steigen wieder an

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmende an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder sich in einem arbeitsbedingten Sonderstatus befinden.

Innenansicht im Jugendberufshaus
Im Jugendberufshaus arbeiten Arbeitsagentur, Jobcenter und Stadt Dortmund Hand in Hand. Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil es sich dabei um Menschen handelt, denen ein reguläres Beschäftigungs-verhältnis fehlt. Insgesamt werden in diesem Monat 49.230 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 972 Personen mehr.

Im Januar waren 3.484 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 113 Personen bzw. 3,4 Prozent mehr als im Vormonat und 131 Personen bzw. 3,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Jugendarbeitslosenquote steigt im Januar um 0,3 Prozentpunkte auf 9,9 Prozent. 

Verhaltender Stellenmarkt

694 neue Stellenangebote wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Dortmund im Januar gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das167 Stellenmeldungen weniger, aber im Vergleich zum Vorjahr 197 Stellen mehr.

Im Bestand befinden sich in diesem Monat insgesamt 4.234 offene Stellen. Das sind 56 weniger als im Vormonat und 15 weniger als im Januar des Vorjahres. Die meisten der Agentur für Arbeit gemeldeten offenen Stellen entfallen auf die Berufsgruppen Lagerwirtschaft/Post/Zustellung, Verkauf, Energietechnik, Büro und Sekretariat sowie Erziehung/Sozialarbeit/Heilerziehungspflege.

Alle Zahlen und Fakten als PDF zum Download: Arbeitsmarktreport_Januar_2026


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