Gewalttätige Ausschreitungen nach einer pro-kurdischen Demo – neuer Aufmarsch geplant

Polizei Dortmund richtet nach Protesten Ermittlungskommission ein

Rund 4000 Menschen demonstrierten gegen die Unterdrückung und Ermordung von Kurd:innen in Syrien. Foto: Friedrich Kraft

Nach Ausschreitungen im Zusammenhang mit einer Versammlung in der Dortmunder Innenstadt hat die Polizei Dortmund eine Ermittlungskommission eingerichtet und bereitet sich auf eine weitere Versammlung vor. Anlass sind die Ereignisse vom Dienstag (20. Januar 2026) bei einer Demonstration mit Bezug zu kurdischen Anliegen. Bereits am Freitag soll es eine weitere Demo geben.

Nach Krawallen bei Demo: Polizei kündigt verstärkten Einsatz an

Nach Abschluss der Demo eskalierte der Protest: Einige Kurden attackierten u.a. einen syrischen Imbiss. Foto: Friedrich Kraft

Bereits unmittelbar nach der Versammlung leitete die Polizei Ermittlungsverfahren wegen schweren Landfriedensbruchs, Körperverletzungsdelikten und Sachbeschädigung ein. Zwar verhielt sich der Großteil der Teilnehmenden friedlich, im Verlauf und im Nachgang kam es jedoch durch einzelne Personen oder Gruppen zu teils erheblichen Ausschreitungen.

Die neu eingerichtete Ermittlungskommission wertet nun unter anderem gesichertes Videomaterial aus, um Tatverdächtige zu identifizieren und zur Verantwortung zu ziehen.

Polizeipräsident Gregor Lange Helmut Sommer für Nordstadtblogger.de

Polizeipräsident Gregor Lange betonte die Bedeutung der Versammlungs- und Meinungsfreiheit, machte aber zugleich deutlich, dass diese nur im Rahmen der geltenden Gesetze gelte. Das Verhalten einzelner Teilnehmender bezeichnete er als „vollkommen inakzeptabel“.

Für weitere Versammlungen, insbesondere für die am Freitag angemeldete, kündigte er einen verstärkten Kräfteeinsatz an. Ziel sei es, die Sicherheit der Teilnehmenden und Unbeteiligter zu gewährleisten und bei Verstößen konsequent einzuschreiten.

Polizei Dortmund bereitet sich auf weitere Versammlung vor

Für Freitag (23. Januar) liegt der Polizei Dortmund eine erneute Versammlungsanmeldung für einen Aufzug mit Bezug zu kurdischen Anliegen in der Innenstadt vor. Die Versammlung ist für die Zeit von 16 Uhr bis 18 Uhr angemeldet, erwartet werden bis zu 400 Teilnehmende.

Rund 4000 Menschen demonstrierten gegen die Unterdrückung und Ermordung der Kurden in Syrien. Foto: Friedrich Kraft

Die Polizei befindet sich dazu in enger Abstimmung mit dem Anmelder und prüft angesichts der Ereignisse vom vergangenen Dienstag die Festlegung geeigneter Auflagen. Aufgrund der Versammlungslage kann es am Freitag zwischen 16 Uhr und 18 Uhr sowie während der An- und Abreisephase zu Verkehrsbeeinträchtigungen in der Dortmunder Innenstadt kommen.

Besucherinnen und Besucher sowie Anwohnende werden gebeten, dies bei ihren Planungen zu berücksichtigen. Am Einsatztag will die Polizei die Bevölkerung über ihre Social-Media-Kanäle über die Lage informieren.

Die geplante Demonstration  soll um 16 Uhr starten. Los geht es am Platz von Xian (vor dem Cinestar), führt durch die nördliche Innenstadt – u.a. über die Bornstraße – und soll auf der Südseite des Hauptbahnhofs am Platz der Deutschen Einheit enden.

4000 statt 400 Teilnehmende bei der Demo am Dienstag

Schon während der Demo kam Pyrotechnik zum Einsatz. Foto: Friedrich Kraft

Bei der Versammlung am Dienstag hatten nach polizeilichen Schätzungen rund 4.000 Menschen an dem Aufzug teilgenommen, obwohl lediglich etwa 400 Personen angemeldet waren. Der Aufzug begann um 17.15 Uhr und sollte vom Platz der Deutschen Einheit über den Wall und den Brüderweg zurückführen.

Wegen der hohen Teilnehmerzahl musste die Route geändert werden, zeitweise erstreckte sich der Aufzug über den gesamten Wall. Während der Versammlung wurde Pyrotechnik gezündet, zudem kam es zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen. Die Polizei setzte kurzfristig zusätzliche Unterstützungskräfte ein, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die Versammlung endete um 19.08 Uhr.

Im Bereich der Brückstraße kam es am Rand der Versammlung zu massiven Ausschreitungen, bei denen u.a. Fensterscheiben von Imbissbetrieben beschädigt wurden. Foto: Friedrich Kraft

In der anschließenden Abmarschphase wurden sieben Polizeibeschäftigte durch in ihrer Nähe detonierende Böller verletzt und medizinisch versorgt. Ehemalige Versammlungsteilnehmende warfen außerdem Steine auf Einsatzkräfte, verletzt wurde dabei niemand.

Im Bereich der Brückstraße kam es am Rand der Versammlung zu massiven Ausschreitungen, bei denen u.a. Fensterscheiben von Imbissbetrieben beschädigt wurden. Die Polizei bewertete die Vorfälle als schwerwiegende Straftaten und leitete zwei Strafverfahren wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs ein. Die Ermittlungen dauern an.


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Reaktionen

  1. Demonstration am Freitag – Einschränkungen im Busverkehr im Bereich Hbf. möglich (PM)

    Wegen einer größeren Demonstration kann es am morgigen Freitag (23. Januar), ab ca. 16 Uhr Uhr zu Einschränkungen im Busverkehr von DSW21 im Bereich um den Hauptbahnhof kommen. Betroffen sein könnten hier der Schienenersatzverkehr der Stadtbahnlinien U41/U47 sowie die Linien 400, 460 und AirportExpress. Informationen und die aktuelle Fahrplanauskunft gibt’s im Internet auf http://www.bus-und-bahn.de sowie in der DSW21-App.

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