„110 – Die Nummer der Zivilcourage“: Die Polizei ehrt erneut couragierte Dortmunder:innen

Polizeipräsident Gregor Lange zeichnet mutige Mitbürger:innen aus

Bild zeigt den Polizeipräsidenten Gregor Lange mit couragierten Helfer:innen
Polizeipräsident Gregor Lange mit couragierten Helfer:innen H. Sommer für Nordstadtblogger

Unter dem Motto „110 – Die Nummer der Zivilcourage“ würdigt die Dortmunder Polizei jedes Jahr Bürger:innen, die sich mit ihrem Verhalten um die Stadt und ihre Bewohner:innen verdient gemacht haben. Bei einer Veranstaltung auf dem Dortmunder Polizeipräsidium zeichnete der Polizeipräsident Gregor Lange die diesjährigen Helfer:innen mit einer Urkunde aus.

„Sicherheit ist eine Gemeinschaftsaufgabe“

„Es geht darum, dass wir in einer Gesellschaft das Zusammenleben gestalten“, machte Polizeipräsident Lange in seiner Rede deutlich. Er würdigte den Mut der Anwesenden und hob hervor, wie wichtig ihr Einsatz für die Gemeinschaft ist. ___STEADY_PAYWALL___

PP Gregor Lange würdigt Hassan Azou Rhibani H. Sommer für Nordstadtblogger

„Ganz verschiedene Teile der Gesellschaft setzen sich für den Zusammenhalt in unserer Stadt ein. Wo andere weggesehen haben, haben Sie gehandelt, Menschen gerettet oder Verbrechen verhindert.“

Gregor Lange sprach allen Anwesenden seinen Dank aus. „Ich bin dankbar, dass ich Sie als gute Beispiele ehren kann!“, sagte er. Nacheinander wurden die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, ausgezeichnet und gewürdigt. „Sicherheit ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, betonte der Polizeipräsident.

Eingreifen statt Wegsehen

Ein Beispiel ist die neunjährige Sevde. Sie wartete mit ihrer jüngeren Schwester im Auto der Mutter, während diese im Supermarkt einkaufte. Ein Dieb nutzte die Situation aus und stahl das Portemonnaie der Mutter durch das geöffnete Beifahrerfenster.

Bild zeigt Sevede Özkan ???, die einen Diebstahl aus PKW verhinderte
Ausgezeichnet: Sevde Özkan H. Sommer für Nordstadtblogger

Sevde zögerte nicht, stieg aus und rief um Hilfe. Sie verfolgte den Mann, bis Passant:innen eingriffen, den Täter stoppten und die Polizei riefen. Durch ihr mutiges Handeln konnte der Dieb festgenommen werden.

Auch der Paketbote Hassan Rhibani verhinderte durch schnelles Eingreifen ein Verbrechen. Ein Betrüger wollte ihn mit gefälschten Dokumenten dazu bringen, Pakete auszuhändigen.

Rhibani durchschaute den Trick, stellte den Mann zur Rede und folgte ihm, als dieser flüchtete. Die Polizei konnte den Täter festnehmen.Als Lange ihm seinen Dank aussprach, war Rhibani sichtlich ergriffen. Auch seiner Ehefrau war der Stolz anzusehen.

Ausgezeichnet: Moritz Mehring und Janine Schiffer H. Sommer für Nordstadtblogger

Manchmal bedeutet Zivilcourage, das Leben eines Menschen zu retten. Moritz Mehring und Janine Schiffer entdeckten im Sommer 2023 einen schwerverletzten Mann am Straßenrand. Er war von drei Tätern ausgeraubt und brutal zusammengeschlagen worden. Beide leisteten sofort Erste Hilfe und riefen die Rettungskräfte. Damit trugen sie dazu bei, sein Leben zu retten.

Courage zeigte auch Kampfsportlehrer Kayhan Aratoglu. Auf dem Heimweg vom Training sah er einen Mann am Rand der Straße liegen – ebenfalls schwer verletzt. Aratoglu hielt sofort an, rief den Notruf und versuchte, den Mann wach zu halten. Er kann bis heute nicht verstehen, warum andere Autofahrer:innen vorbeifuren, ohne zu helfen.

Ausgezeichnet: Kayhan Aratoglu H. Sommer für Nordstadtblogger

Auch Burim Doberlluka war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Bei einem Familienausflug auf dem Phönix-See sah er vier amerikanische Tourist:innen in Not. Ihr Boot war gekentert, sie hatten Mühe, sich über Wasser zu halten. Doberlluka sprang in den See und brachte sie ans Ufer.

Andere Helfer:innen sprangen Unfallopfern zur Seite, Überführten Trickbetrüger und verhinderten Taschendiebstähle.

Zivilcourage geht uns alle an

Zivilcourage bedeutet, einzugreifen, wenn andere in Not sind. Mut zu zeigen, wenn es darauf ankommt. Dafür muss niemand sein eigenes Leben aufs Spiel setzen. Oft reicht es, Rettungskräfte zu informieren oder andere auf eine gefährliche Situation aufmerksam zu machen.

Ausgezeichnet: Malte Thomas mit Mutter Andrea H. Sommer für Nordstadtblogger

Die Menschen, die in diesem Jahr ausgezeichnet wurden, haben genau das getan. Durch ihr Eingreifen haben sie Schlimmeres verhindert und ihrer Gemeinschaft einen Dienst erwiesen.

Das zeigt auch das Beispiel von Malte Thomas. Er hatte mit drei weiteren Männern versucht, einen lebensgefährlich verletzten Mann nach einem Autounfall zu versorgen. Während sie halfen, standen andere am Rand und gafften. Ein deutlicher Hinweis: Die Stadt braucht noch viel mehr Menschen, die hinsehen und handeln.


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