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„Verlust… der Vielfalt“: Anette Göke stellt Acryl- und Rostbilder in der Artothek der Stadt- und Landesbibliothek aus

Anette Göke mit ihrem Rostbild „Die Welt“ in der Artothek. Fotos: Leopold Achilles

Von Gerd Wüsthoff

„Verlust… der Vielfalt“ nennt die Dortmunder Künstlerin Anette Göke (Jahrgang 1970) ihre Ausstellung von Acryl- und Rostmalerei in der Artothek der Stadt- und Landesbibliothek. Die Arbeiten sind von Freitag, 5. Januar bis Freitag, 16. Februar, dienstags und freitags, zwischen 10 und 19 Uhr in der Artothek zu sehen.

Das Werk (Œvre) der Dortmunder Künstlerin Anette Göke

Anette Göke („KunstDOmäne“, Schillerstraße, Do-Nordstadt) zeigt Werke aus ihrer neuen Menschen-Bilderreihe, die sich mit dem Wandel in der Gesellschaft, sowie Menschen und ihre Geschichten beschäftigt.

Sie berichtete im Gespräch von einem älteren Paar, beide über 70, welches sich ineinander verliebt hat, nachdem die ersten Partner verstorben sind. Gegen die Anfeindungen aus ihren unterschiedlichen Familien gestalten sie den Lebensabend gemeinsam und unternehmen viele Reisen. „Für dieses Paar habe ich zwei Bilder gemacht, welche das Paar einmal alleine mit ihren umgebenden Beziehungen und einmal in ihren Beziehungen zu den Familien darstellen.“

Die Künstlerin bildet in ihren Werken den dargestellten Menschen nicht realistisch ab, sondern zeichnet ihn nur in seinen Umrissen, und gibt so Raum für Interpretationen und „allgemeines“ Wiedererkennen. So kann sich jeder auch in den personalisierten Werken ihres Œvres wiederfinden. Damit schafft sie eine beeindruckende Allgemeingültigkeit.

Die Menschen und die Umwelt, und der Umgang mit ihnen und ihr liegen Göke am Herzen

„Wir leben in einer Welt, die durch ihre Vielfalt etwas Besonderes ist… unser Leben ist bunt. Doch durch falsche menschliche Aktionen sind wir dabei, diese Vielfalt zu verlieren, sowohl im Kulturellen als auch in unserer Tier- und Artenvielfalt“, sagt Göke.

Charakteristisch für die Künstlerin ist die Verwendung von Acrylfarben und Rost, der für sie den drohenden Verfall und Verlust symbolisiert. In diesen Werken will Göke den achtlosen Umgang mit der Umwelt, wie auch mit anderen Menschen verdeutlichen.

Seit 15 Jahren ist Göke als selbstständige Künstlerin tätig. „Ich liebe es zu malen und auch mein Wissen an Kinder und Jugendliche weiterzugeben.

Aufgrund meiner vielseitigen künstlerischen Tätigkeit, male ich meine Erfahrungen, die ich in meinem Alltag und meiner Arbeit mache, gerne in Form vom Menschen, Silhouetten, in kräftigen, jedermann ansprechenden Farben“, erklärt sie in ihrer Online-Präsenz auf „Offene Ateliers Dortmund“. Zudem arbeitet Göke kunstpädagogisch in KiTas, Grundschulen und weiterführenden Schulen.

Die gebütige Norddeutsche ist überzeugte Nordstädterin geworden

Die gebürtige Norddeutsche und überzeugte Dortmunderin arbeitet im Atelierhaus „KunstDOmäne“ an der Schillerstraße, welches sie leitet und gegründet hat.

„Ich bin begeistert von der Kreativität, Produktivität und Atmosphäre, die hier in Dortmund herrschen“, sagt Göke lächelnd. Neben der Arbeit an eigenen Projekten gibt sie in der „KunstDOmäne“ Mal- und Zeichenunterricht für Kinder und Erwachsene.

Die Arbeit mit Jugendlichen, besonders aus der Nordstadt, aber auch die Arbeit mit Senioren macht ihr Spaß. „Die Kreativität und Begeisterung in diesen beiden Gruppen ist phänomenal“, freut sich die keineswegs norddeutsch-spröde Künstlerin.

Im Gegenteil, sie wirkt eher wie eine rheinische Frohnatur – lebensbejahend und offen. Ihr geht es in ihrer Zusammenarbeit mit Jugendlichen und Senioren zugleich um Förderung der Kreativität und das Erwecken von positiven Emotionen und Produktivität der Kursteilnehmer. „Es geht mir in den Kursen auch um die Begegnung der Menschen miteinander“, betont Göke.

Göke Multitalent – Marketingfachfrau – Künstlerin – Kunstpädagogin

Vor ihrem Weg in die Kunst war sie lange als Marketingfachfrau beruflich tätig. „Deshalb weiß ich, was man zur Eigenpromotion tun muss, denn nur in seinem Atelier zu sitzen und darauf zu warten, dass man entdeckt wird, ist fatal“, antwortet Göke auf die Frage, wie sie ihre PR ohne Galleristen gestaltet.

Anette Göke stellt seit 2005 regelmäßig an verschiedenen Orten in Dortmund, aber auch in Köln, Bonn und Essen aus. Ihre erste Ausstellung hatte sie vor 15 Jahren in der Stadtbücherei Hörde, wo sie seither immer wieder ausstellt. Dort wird sie auch im August und September diesen Jahres die Arbeiten aus ihren Kursen mit Jugendlichen und Senioren präsentieren, welche alle ein Thema haben:

„Es war faszinierend für mich zu sehen, wie die Werke enstanden, aber auch, wie unterschiedlich das eine Thema von meinen Kursteilnehmern behandelt wurde.“

Die Ausstellung in der Artothek der Stadtbibliothek ist jeweils dienstags und freitags zwischen 10 und 19 Uhr zu sehen. Neben diesen Ausstellungen ist Göke seit 2004 immer wieder an Wohltätigkeitsausstellungen beteiligt, z.B. für die AIDS-Hilfe  oder für die AWO.

Mehr über die Künstlerin unter: www.anettegoeke.de

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