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Umgang mit kultureller Vielfalt: Von Ruhrgebietsschülern lernen, gemeinsam gleich und anders zu sein

SchülerInnen im Ruhrgebiet gehen unbefangen mit dem Thema Interkultur um. Archivfoto: Alex Völkel

Vor wenigen Tagen ist eine soziologische Studie erschienen, die sich mit der Frage beschäftigt hat, wie Ruhrgebietsschüler mit kultureller Vielfalt umgehen und was wir von ihnen lernen können. Die Autoren werden sie diesen Mittwoch in Dortmund vorstellen.

Mehr Selbstverständlichkeit in den interkulturellen Umgang bringen

In einer multikulturellen Gesellschaft ist die Interaktion mit Menschen aus anderen Kulturen für viele alltäglich, also – sollte man meinen – gehören die dafür teilweise nötigen Umgangsformen zum Standardrepertoire.

Tatsächlich sind Situationen, in denen man sich mit kulturell anders Sozialisierten unterhalten oder irgendwie arrangieren muss (aus welchem Grund auch immer), für viele Menschen aber noch immer anstrengend, weil man nicht genug übereinander (bzw. über des anderen Kultur) weiß, sprachliche Hürden unüberwindbar scheinen oder es einfach an Übung fehlt.

Das Problem, wie mehr Selbstverständlichkeit in den interkulturellen Umgang gebracht werden kann, ist auch ein politisches, schließlich beschäftigen sich Politiker vom Bund bis herunter in die Kommunen damit, wie die Menschen, die sie aufnehmen, möglichst schnell integriert werden können.

SchülerInnen wissen intuitiv, wie sie sich miteinander zu verhalten haben

Vor wenigen Tagen ist die Studie zweier Soziologen aus dem Ruhrgebiet erschienen, die sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigten. Die Idee: Die Schulen im Ruhrgebiet sind kulturell äußerst gemischt und mehr oder weniger funktioniert das multikulturelle Miteinander dort.

Wer das quasi von der ersten Klasse an miterlebt, eignet sich doch vermutlich (mehr implizit als explizit) ganz bestimmte Kompetenzen an. Wäre es also nicht möglich, von diesen Schülern zu lernen? Bei ihnen „abzuschauen“, wie Differenzen überwunden und Gemeinsamkeiten gefunden werden können?

Drei Jahre lang forschten Ronald Kurt (EFH Bochum, KWI Essen) und Jessica Pahl (Technische Universität Dortmund) auf diesem Gebiet. Sie führten mit den Schülern zahlreiche Interviews an einer Duisburger Hauptschule, einem Gelsenkirchener Gymnasium und einer Essener Gesamtschule und ließen sie ein improvisiertes Theaterstück aufführen, um ihnen zu entlocken, was sie nicht in Worte zu fassen vermochten, weil interkulturelles Miteinander für sie etwas intuitives ist.

Präsentation der Studie im Kaffeehaus Taranta Babu

In ihrem vor wenigen Tagen erschienenen Buch „Interkulturelles Verstehen in Schulen des Ruhrgebiets – Gemeinsam gleich und anders sein“ haben die beiden Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse geordnet und aufgearbeitet, und dazu noch einen Dokumentarfilm produziert, der Einblicke in die verschiedenen Phasen des Projekts gewährt. In einer Mischung aus Lesung und Filmvorführung werden sie ihre Studie am 1. Juni im Dortmunder Buchladen und Kaffeehaus Taranta Babu präsentieren. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

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