Türen auf für neue Lebensformen: Dortmunder Wohnprojekte zeigen gelebte Gemeinschaft

Aktionstag für gemeinschaftliches Wohnen am 27. September 2026

Der „Hof Korte“ in Marten.
Der „Hof Korte“ in Marten nimmt als Beispiel für umgenutzte Bestandsgebäude am Tag der offenen Wohnprojekte 2026 teil. Foto: Jonathan Schmalöer/ Stadt Dortmund

Das Dortmunder Wohnprojekte-Netzwerk und die städtische Koordinierungsstelle Gemeinschaftliche Wohnformen veranstalten am Sonntag, 27. September 2026,  den achten Tag der offenen Wohnprojekte. Zwischen 10:30 und 16:30 Uhr gewähren insgesamt acht Initiativen im gesamten Stadtgebiet Einblicke in alternative Formen des nachbarschaftlichen Miteinanders. Im Mittelpunkt der diesjährigen Auflage stehen insbesondere Modelle des inklusiven Zusammenlebens sowie die Umnutzung historischer Bestandsgebäude. Interessierte Bürger:innen erhalten vor Ort Gelegenheit zum direkten Dialog, konkrete freie Wohnungen zur Vermietung stehen am Veranstaltungstag jedoch nicht bereit.

Initiativen setzen auf gesellschaftliche Teilhabe und Barrierefreiheit

Das Konzept des gemeinschaftlichen Wohnens erfreut sich in Dortmund einer kontinuierlich steigenden Nachfrage bei Bürger:innen aller Generationen. Ob als klassisches Mietmodell, organisierte Genossenschaft oder strukturierte Eigentümer:innengemeinschaft:

Stefan Müller und eine weitere Mitbewohnerin.
Das Wohnprojekt „MOSAIK e.G.“ als Beispiel für ein inklusives und gemeinschaftliches Zusammenleben von Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarf. Planerladen gGmbH

Allen teilnehmenden Initiativen ist der Wunsch nach einem lebendigen, generationsübergreifenden Alltag gemein. Menschen mit und ohne Behinderung gestalten dabei ihren Lebensraum bewusst miteinander, um Vereinzelung im urbanen Raum aktiv entgegenzuwirken.

Einen besonderen Schwerpunkt legt der diesjährige Aktionstag auf das Thema der gesellschaftlichen Inklusion im Wohnalltag. Das Projekt „Wohnen im Ort (WiO)“ im Stadtteil Hombruch öffnet ab 10:30 Uhr seine Türen und bietet neben Führungen fachliche Vorträge zu Finanzierungsfragen und Konzepten inklusiven Zusammenlebens.

Am Nachmittag schließt sich der Standort „MOSAIK – Leben in Vielfalt“ in Dortmund-Eving an, um Besucher:innen das Konzept barrierearmer Nachbarschaften näherzubringen. Die dort lebenden Bewohner:innen stehen den Gästen während des gesamten Tages für vertiefende Gespräche über ihre Erfahrungen zur Verfügung.

Historische Bausubstanz erhält durch gemeinschaftliche Nutzung eine Zukunft

Neben sozialen Fragen widmet sich die Veranstaltung verstärkt dem nachhaltigen Umgang mit bestehender Architektur im Stadtgebiet. Auf dem denkmalgeschützten „Hof Korte“ in Marten beginnt das Informationsprogramm um 10:30 Uhr mit geführten Rundgängen durch die historische Anlage. Ergänzend dazu dokumentiert eine kuratierte Ausstellung, wie bereits realisierte Dortmunder Bestandsprojekte erfolgreich umgebaut und langfristig gesichert werden konnten.

Im Stadtteil Hörde greift die Initiative „WIR aufm Revier“ ab 14:00 Uhr die baulichen und administrativen Aspekte dieser Thematik auf. In einem Fachvortrag beleuchten die Projektverantwortlichen die Chancen sowie die planerischen Hürden bei der Konversion ehemaliger Bestandsgebäude für gemeinschaftliche Zwecke. Vor dem Hintergrund knapper städtischer Flächenressourcen stellt das Umnutzen bestehender Bausubstanz einen zukunftsweisenden Ansatz dar.

Vervollständigt wird das dezentrale Angebot durch weitere traditionsreiche Gemeinschaften wie „WIR am Phoenixsee“, „WIR am Viadukt“ und „WIR auf Phoenix“. Auch der etablierte „Beginenhof Dortmund“ beteiligt sich erneut mit speziellen Erzählcafés, offenen Rundgängen und gezielten Angeboten für Familien. Die Initiator:innen verstehen diesen Tag als Plattform für Vernetzung und Erfahrungstransfer abseits des regulären Wohnungsmarktes.

Die Stadtverwaltung informiert vor Ort über künftige Baugrundstücke

Für Personen, die eine eigene Wohninitiative ins Leben rufen möchten, fungiert der Gemeinschaftsraum des Beginenhofs als zentrale Anlaufstelle. Dort bezieht die städtische Koordinierungsstelle Gemeinschaftliche Wohnformen von 14:30 bis 16:30 Uhr einen Informationsstand für ratsuchende Bürger:innen.

Plakat zum Tag der offenen Wohnprojekte 2026
Plakat zum Tag der offenen Wohnprojekte 2026 Grafik: Stadt Dortmund

Interessierte erhalten dabei eine erste fachliche Orientierung bezüglich rechtlicher Gestaltungsmöglichkeiten und organisatorischer Schritte.

Darüber hinaus kündigt die städtische Fachstelle im Rahmen der Präsenzberatung einen Ausblick auf künftig verfügbare Liegenschaften an. Die Verwaltung stellt konkrete städtische Grundstücke vor, die für die Neuansiedlung weiterer gemeinschaftlicher Wohnformen vorgesehen sind.

Dies bietet planungswilligen Baugruppen eine verlässliche Perspektive für die mittelfristige Realisierung eigener architektonischer und sozialer Wohnideen.

Ein detailliertes Gesamtprogramm mit präzisen Fahrplanauskünften und allen Einzelstationen hält die Stadtverwaltung im Internet bereit. Organisator:innen und Bewohner:innen empfehlen interessierten Besucher:innen eine rechtzeitige Planung ihrer Besichtigungstour durch die verschiedenen Stadtteile.

Der Eintritt zu sämtlichen Informationsveranstaltungen, Vorträgen und Führungen ist im Rahmen des Aktionstages kostenfrei zugänglich.

Unterstütze uns auf Steady

Reaktion schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert