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Kämpferisch und mit Blick nach vorn: Superintendentin im Kirchenkreis Dortmund Heike Proske ist seit 100 Tagen im Amt

Seit gut 100 Tagen im Amt: Superintendentin Heike Proske. Foto: Stephan Schuetze

Im Oktober vergangenen Jahres nahm Pfarrerin Heike Proske ihr Amt als Superintendentin auf, zu der sie auf der Wahlsynode im April gewählt worden war. Nach gut 100 Tagen im Amt beschreibt sie ihre ersten Eindrücke und wichtige Aufgaben für die Zukunft.

Von der Generalsekretärin der Deutschen Seemannsmission zur Superintendentin

Superintendentin mit ihren StellvertreterInnen: Heike Proske, Andrea Auras-Reiffen, Michael Stache. Foto: Stephan Schuetze

Besonders beeindruckt zeigt sich die neue Superintendentin von der Freundlichkeit und der Offenheit in der Stadt, die sie vor 18 Jahren verlassen hatte, um eine Aufgabe bei der Deutschen Seemannsmission zu übernehmen. Zuletzt war sie deren Generalsekretärin mit Dienstsitz in Bremen. Sowohl in Kirchengemeinden und unter den Mitarbeitenden im Kirchenkreis selbst, als auch in und bei der Stadt Dortmund sei sie bestens aufgenommen worden.

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Besonders genieße sie die Arbeit im Team, so Heike Proske. Das sei an ihrer neuen Aufgabe grundlegend anders als zuvor in Bremen. „Ich bin nicht mehr Einzelkämpferin“, freut sich die Pfarrerin. Es mache ihr einfach Spaß, „zu merken, wir wollen gemeinsam etwas schaffen, das ist ganz toll.“

In ihrer neuen Position versteht sie sich als „erste Ansprechperson in Bezug auf Kirche“, vor allem auch für alle Mitarbeitenden im Evangelischen Kirchenkreis. Das seien keineswegs nur TheologInnen. Auch Erzieherinnen in den zahlreichen Einrichtungen für Kinder oder Mitarbeitende in der Verwaltung und in therapeutischen Angeboten zählten wesentlich dazu.

Ihre Aufgabe: eine Zukunft für die Kirche festigen und keine Angst vor sogenannten Tabuthemen haben

Als Superintendentin müsse sie aber „die Evangelische Kirche Dortmund auch deutlich in der Öffentlichkeit repräsentieren. Deutlich machen, wofür Evangelische Kirche da ist, was uns wichtig ist und wo Kirche in Zukunft hingeht.“ Deutlich zu spüren sei für sie, so Heike Proske, dass Kirche an vielen Stellen an Einfluss in der Gesellschaft verliere. „Und da müssen wir Pflöcke einschlagen, wir dürfen uns nicht zu sehr beschneiden lassen“, gibt sich die neue Superintendentin kämpferisch.

Sorge bereite ihr unter anderem, wenn man vor Schwierigkeiten die Augen verschließe. So beklagt Heike Proske beispielsweise eine zurückgehende Medienpräsenz für den Themenbereich „Flüchtlinge und Migration“. Grund dafür sei möglicherweise die Furcht, damit rechtsradikalen oder rechtspopulistischen Aktionen Vorschub zu leisten.

„Ich will nicht sagen, wir tabuisieren das Thema inzwischen. Da, wo sich vor allem viele Ehrenamtliche darum kümmern, da läuft es gut“, betont Proske. Aber man thematisiere die Integration kaum noch. „Das hat nicht dazu geführt, dass wir tatsächlich mit dem Thema vorangekommen sind. Jedenfalls nicht so, wie ich mir das wünsche.“

Ziel ist es, nach vorne zu schauen und der Gesellschaft Werte zu vermitteln

Heike Proske (Dritte von links) beim Reinoldustag Foto: Stephan Schuetze

Im Hinblick auf die anstehende Europawahl, vor allem aber auch auf die Kirchenwahl 2020 postuliert die Dortmunder Superintendentin, die Evangelische Kirche müsse klares Profil zeigen. „Dann wissen Menschen, worauf sie sich einlassen, und können sich bewusst entscheiden: wir gehen mit“, ist Heike Proske überzeugt. „Ich habe den Eindruck, dass unsere Gesellschaft tatsächlich nach Werten sucht. Und Kirche ist in der Lage, Werte zu benennen.“

Als weitere Aufgabe, die vor ihr und ihrem Team liegt, sieht es die Superintendentin, den Kirchenkreis für die Zukunft auszurichten, auch wenn er zur Zeit strukturell gut aufgestellt sei. „Im Hinblick auf rückläufige Finanzen und abnehmende Kirchenmitgliedschaften müssen wir uns anders orientieren“, ist Heike Proske überzeugt.

In vielen Punkten gelte es, nach vorne zu schauen und neu zu denken. „Als Kirche sind wir eine aktiv gestaltende gesellschaftliche Größe und da können wir uns nicht nur durch Sparen gestalten lassen, dann sind wir verloren“, so ihr Postulat.

Vorfreude auf den Deutschen Evangelischen Kirchentag im Juni

Ein Highlight in ihrem ersten Jahr wird auch für Heike Proske der Deutsche Evangelische Kirchentag sein, der vom 19.-23. Juni in Dortmund stattfindet. „Ich freue mich am meisten auf dieses lebendige Miteinander. Das unkontrollierte Hallo, wenn man durch die Stadt geht oder in der Straßenbahn ist“, macht die Superintendentin schon jetzt Lust auf die besonderen Tage im Frühsommer.

„Ich freu mich darauf, dass wir als Dortmunderinnen und Dortmunder Top-Gastgeber sein werden. Davon bin ich zutiefst überzeugt. Wir wollen deutlich machen: es lohnt sich, zu uns zu kommen.“

 

 

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