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Study Scouts: „Bildungsausländer“ als Studienberater und engagierte Botschafter für bessere Bildung

Acht Study Scouts engagieren sich aktuell in der Nordstadt.

Acht Study Scouts engagieren sich aktuell in der Nordstadt. Foto: Dietmar Wäsche

Sie sind auf dem Münsterstraßenfest zu finden, beim Netzwerk INFamilie, in Schulen und Jugendtreffs oder eben in ihren Büro an der Bornstraße: Die Study Scouts der Fachhochschule in der Nordstadt.

Acht Study Scouts der Fachhochschule engagieren sich aktuell in der Nordstadt

Auch beim Münsterstraßenfest 2014 waren die Study Scouts vor Ort.

Auch beim Münsterstraßenfest 2014 waren die Study Scouts vor Ort. Foto: Alex Völkel

Die Fachhochschule Dortmund wirbt in der Dortmunder Nordstadt um Studentinnen und Studenten. Im März 2012 hat sie ein Projektbüro eröffnet. Studierende mit Migrationshintergrund, die zu sogenannten Study Scouts ausgebildet wurden, gehen auf Jugendliche zu und wollen diese für ein Studium begeistern.

Acht Study Scouts engagieren sich aktuell in der Nordstadt: „Wir bieten eine erste Hilfe und Orientierung“ erklärt Sina. Außerdem können wir Ängste nehmen, wenn wir von unseren eigenen Erfahrungen berichten“, erklärt die Studentin.  Miranda ist wegen des Studiums von Darmstadt in die Dortmunder Nordstadt gezogen. „Ich fühle mich echt wohl.“  Daher engagiert sie sich vor Ort. Ihr Kollege Asis ist hier sogar aufgewachsen.

Unterstützungsangebote statt Resignation

„Nicht alle wollen studieren – sie trauen sich das nicht zu“, hat Mariam festgestellt. Daher wollen sie aufklären und begeistern. Aber auch im umgekehrten Fall – dann nämlich, wenn falsche Erwartungen bestehen – beraten sie: „Mit einem schlechten Abi kann ich halt nicht Medizin oder Jura studieren. Sie müssen realistisch bleiben.“ Doch eine schlechte Note ist noch kein Hindernis – es gibt viele Unterstützungsangebote.

Sie beraten die jungen Männer und Frauen bei Schwierigkeiten und beziehen auch die Familien ein. „Wir müssen die Eltern überzeugen, dass ein Studium nicht ewig dauert und es Unterstützungsmöglichkeiten gibt“, betont Katharina Blume, eine der beiden Projektkoordinatorinnen. Gerade wenn das erste Kind einer Familie studieren will, sind Unsicherheiten und Vorbehalte groß.

Prägende Kriegserfahrungen: „Bildung kann dir niemand leben“

Acht Study Scouts engagieren sich aktuell in der Nordstadt.

In der Bornstraße 142 haben die Study Scouts eine Anlaufstelle. Foto: Dietmar Wäsche

Daher arbeitet auch Rusudan Schulenburg im Projekt: „Ich bin selbst Bildungsausländerin und für das Studium aus Georgien nach Deutschland gekommen“, berichtet die Sozialarbeiterin. „Durch Projekte habe ich Jugendliche kennengelernt, die nie in Erwägung gezogen haben, zu studieren.“ Für sie war das ein „Aha“-Erlebnis und Anstoß, bei den Study Scouts mitzumachen – sie ist ebenfalls Projektkoordinatorin.

Schon als Kind hat sie von ihren Eltern gelernt, wie wichtig Bildung ist: „Gerade in Kriegszeiten haben sie mir und meinen Geschwistern immer wieder gesagt, Bildung ist das Einzige, was euch niemand nehmen kann.“ Sie ist auch heute noch davon überzeugt, dass nur Bildung einen sozialen Aufstieg ermöglichen kann: „Viele Jugendliche wissen nicht einmal, welche Möglichkeiten es gibt. Sie haben zwar einen Berufswunsch, wissen aber nicht, wie sie ihn erreichen können.“

Programm „Nordstädter in die Hochschule“

Diese Informationen wollen die Study Scouts weitergeben. „Wir wollen den Jugendlichen vor Ort zeigen, dass es sich lohnt, für ein Studium oder eine gute Ausbildung zu kämpfen“, sagt Schulenberg. „Dadurch, dass wir die gleichen Erfahrungen gemacht haben, ist die Hemmschwelle niedriger. Wir können sagen: Seht her, wir haben das auch geschafft.“

Das Programm „Nordstädter in die Hochschule“ ist eine der Säulen eines Projektes, mit dem die FH Dortmund beim Wettbewerb „Mehr als Forschung und Lehre“ des Stifterverbandes und der Mercatorstiftung gewann.

Kontakt:

Nordstadt-Projektbüro der FH Dortmund

Bornstraße 142 (links)

44145 Dortmund

0231-72960/-900 oder -901

nordstadtprojekt@fh-dortmund.de

www.hochschulevorort.de

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