
Zum Beginn der Heizsaison empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW, Gasverträge auf Preise, Laufzeiten und Preisgarantien zu überprüfen. Nach Angaben der Organisation vom 6. Oktober sind die europäischen Großhandelspreise für Gas seit Anfang Juli um etwa 90 Prozent gestiegen. Als Hintergrund nennt sie den Konflikt im Nahen Osten.
Preisgarantie und Vertragslaufzeit prüfen
Viele überregional tätige Anbieter berücksichtigten die Entwicklung bereits in ihren Neukundentarifen, erklärt Claudia Kurz, Verbraucherberaterin in Dortmund. „Aktuell beginnen selbst die günstigsten Tarife bei elf bis zwölf Cent pro Kilowattstunde plus Grundpreis.“ Mitunter böten lokale Stadtwerke noch bessere Konditionen.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt eine Preisgarantie, die mindestens die kommende Heizperiode abdeckt. Dabei sollten Haushalte genau prüfen, welche Bestandteile des Gaspreises festgeschrieben sind. Nach Angaben der Beratungsstelle schützen die ihr bekannten Garantien vor Erhöhungen aufgrund steigender Beschaffungskosten. Manche schließen zusätzlich die Netzentgelte ein. Änderungen bei Steuern, Abgaben und Umlagen können dagegen weiterhin zu höheren Preisen führen.
Wer einen Vertrag ohne Preisgarantie hat, sollte dessen Restlaufzeit und den Preisunterschied zu möglichen Alternativen prüfen. Der nächste Kündigungstermin findet sich in der Jahresrechnung oder den Vertragsunterlagen. Auch bei länger laufenden Verträgen könne es sinnvoll sein, frühzeitig nach einem Anschlussangebot zu fragen.
Boni können hohe Grundpreise verdecken
Bei Tarifen mit Wechselbonus rät die Verbraucherzentrale dazu, zunächst die Kosten ohne Bonus zu vergleichen. Ein günstiger Gesamtpreis im ersten Jahr könne darüber hinwegtäuschen, dass Arbeits- und Grundpreis vergleichsweise hoch sind. Im zweiten Vertragsjahr werde der Tarif dann häufig deutlich teurer.
Außerdem sollten die Auszahlungsbedingungen geprüft werden. Manche Neukundenboni setzen zwölf Monate ununterbrochene Belieferung voraus. Vertragsbeginn und Lieferbeginn können jedoch auseinanderliegen. Als meist verbraucherfreundlicher bewertet die Beratungsstelle Sofortboni oder Vergünstigungen, die monatlich den Abschlag reduzieren.
Voreinstellungen in Vergleichsportalen anpassen
Bei Vergleichsportalen empfiehlt die Verbraucherzentrale, den Filter für einen direkten Wechsel über das Portal auszuschalten. So würden auch Angebote sichtbar, die dort nicht unmittelbar abgeschlossen werden können. Voreingestellte Empfehlungen könnten die Auswahl ebenfalls einschränken.
Die Ergebnisse sollten nach dem Gesamtpreis sortiert werden. Vor einem Abschluss sei es zudem ratsam, den Anbieter gesondert zu recherchieren und sich nicht allein auf Portalbewertungen oder die Platzierung in der Ergebnisliste zu verlassen.
Weitere Informationen gibt es unter www.verbraucherzentrale.nrw. Die Dortmunder Beratungsstelle an der Reinoldistraße 7–9 ist per E-Mail an dortmund@verbraucherzentrale.nrw erreichbar.

