Nordstadtblogger

„Sinnes-Safari“ für Ferienhelden: Sinneserfahrung mit dem „Alltäglichen“ in der Beratungsstelle Westhoffstraße

Leonel, Angel, Dennis, Nico (vom Fotoprojekt), Christoph Mette, Nina Pohl, Jawad Abdallah, Thomas Schieferstein.

Von Gerd Wüsthoff

Nur wenige der Kinder und Jugendliche, die von der Beratungsstelle Westhoffstraße betreut werden, haben eine vielfältig gestaltete Freizeit. Die meisten verbringen viel Zeit zu Hause mit Computerspielen, im Internet und vor dem Fernseher oder mit ihren Smartphones. Vielfach können sie auch nicht in den Urlaub fahren oder fliegen, da den Eltern die nötigen Mittel fehlen. Diese Gruppe ist wird vielfach leider auch von anderen Kindern und Jugendlichen als „looser“ bezeichnet. Tatsächlich sind sie aber Helden in einer kälter werden Gesellschaft, denn sie versuchen die Tücken der Gesellschaft irgendwie zu umschiffen. Auch wenn sie in ihrer Freizeitgestaltung wenig reales erleben, sie sich kaum mit den Eindrücken der „Hippen Konserven“ auseinandersetzen, fehlt ihnen zu oft das reale Erleben. Um das Projekt „Sinnes-Safari“ auf die Beine zu zu stellen, finanzierte die Stiftung „ProFiliis“ die Maßnahme der Beratungsstelle.

Riechen, Schmecken, Fühlen und Sehen – neues Erfahren des „alltäglichen“

Nico und Leonel von Fotoprojekt der Sinnes-Safari

Nico und Leonel von Fotoprojekt der Sinnes-Safari.  Fotos: Gerd Wüsthoff

„Wir sind mehr als zufrieden mit dem Projektverlauf, der uns bei der Vorlage begeistert hat“, sagt Thomas Schieferstein, Vorstand von „ProFiliis“. An dieser Stelle setzt die „Sinnes-Safari“ an: Kinder und Jugendliche werden in diesem erlebnispädagogischen Projekt aktiviert und motiviert, sich mit ihrer Sinneswahrnehmung auseinander zu setzen und diese zu stärken.

Konkret bedeutet das, dass die ProjektteilnehmerInnen im ersten Teil der „Sinnes-Safari“ über ein Fotoprojekt ihre visuelle Wahrnehmung stärken und im zweiten Teil ihren Geschmacks- und Geruchssinn schulen.

Convinience Food – vorgefertigte Nahrung aus der Lebensmittelindustrie – schmeckt immer gleich und ist dafür mit künstlichen Aromen, Geschmacksverstärkern und anderer Chemie angereichert. Das gilt ganz besonders für Fast-Food – ironisch übersetzt mit „fast Essen“. Das wiederum „verklebt“ den Geschmacks- und Geruchssinn für das echte Produkt.

Wenn man nur die Ananas aus der Dose kennt, ist die gewachsene Frucht eine Überraschung, wenn nicht gar eine Offenbarung. „So schmeckt eine Ananas?“ … und Kühe sind nicht lila.

Jawad Abdallah erklärt sein Projekt zur Schärfung der Geruchs- und Geschmackssinne: „Wir haben das Projekt wie einen Wettbewerb aufgebaut, damit die Kinder und Jugendlichen einen verstärkten Ansporn hatten.“ Im ersten Teil sollten die TeilnehmerInnen blind schmecken und Melonen, Äpfel, Kirschen, und vieles mehr, erschmecken und benennen.

„ProFiliis“ und Beratungsstelle Westhoffstraße vereint für Kinder der Nordstadt

Der zweite Teil, „Rate mal“, befragte und schärfte den Geruchssinn der TeilnehmerInnen. Dazu gab es zwei Geruchsproben – eine zum Erkennen, und eine zum zum Wiedererkennen. Im dritten Teil des Wettbewerbes ging es dann um das Erkennen und Wiedererkennen.

In einem anderem Projekt sollten sich die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen mit Hilfe von Pferden Körpersinnen, wie Tasten oder Gleichgewicht und anderen auseinander setzen und diese erleben. „Ohne die finanzielle Unterstützung von „ProFiliis“ wäre dieses Projekt erst gar nicht möglich gewesen“, sagt Nina Pohl, Vorstand der Beratungsstelle Westhoffstraße.

„Gerade Kindern und Jugendlichen, besonders hier in der Nordstadt, oder von Eltern mit geringem Einkommen, ist der Zugang nicht wirklich möglich“, erklärt Christoph Mette, stellvertretende Fachbereichsleitung, Ambulante Erzieherische Hilfen, in der Beratungsstelle Westhoffstraße.

Puppentheaterprogramm für die Kleinsten, in dem es auch um die Sinne, als Geruch, Geschmack und Tasten ging

Fotoarbeiten von Nico, Leonel, Angel und DennisFür die Kleinsten aus der Ferien- und allgemeinen Betreuung in der Westhoffstraße, gab es ein Puppentheaterprogramm, in dem es auch um die Sinne, als Geruch, Geschmack und Tasten ging. Einen weiteren Sinn behandelte das Projekt in der Westhoffstraße: Sehen und Wahrnehmen.

Dazu wurde ein Fotoworkshop veranstaltet in den die Jugendlichen Alltagsgegenstände und Lebensmittel in einen neuen optischen Zusammenhang setzen sollten und diesen dann fotographisch festhalten.

Fotoarbeiten von Nico, Leonel, Angel und Dennis

Fotoarbeiten von Nico, Leonel, Angel und Dennis

Die Beratungsstelle Westhoffstraße ist dem sozialen Zentrum Dortmund angegliedert und bietet in der Nordstadt von Dortmund vielfältige Beratung an. Einen großen Teil der Arbeit machen Angebote für Kinder und Jugendliche aus.

In diesem Rahmen fand und findet in den diesjährigen Sommer- und Herbstferien, mit Unterstützung durch „ProFiliis“, das erlebnispädagogischen „Sinnes-Safari“ für rund 100 Kinder und Jugendliche statt. „Für die Zunkunft haben wir noch viele Projektideen, die wir quasi „spontan“ ins Leben rufen wollen“, sagt Pohl.

Weitere Informationen:

  • Beratungsstelle Westhoffstraße
  • Westhoffstraße 8-12, 44145 Dortmunder
  • Tel: 0231 – 840340
  • E-Mail: info@westhoffstraße.de
  • „ProFiliis“, Stiftung zur Förderung von Kindern und Jugendlichen
  • Obernetter Straße 29, 44359 Dortmunder
  • Tel: 0231 – 3345633 – 8
  • E-Mail: info@„ProFiliis“.de
Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen