Andere Kollaborationsformen gesucht

Neue Leitung für das Theater im Depot in der Nordstadt hat die Arbeit aufgenommen

Das Theater im Depot in der Nordstadt hat eine neue Leitung. In Zukunft wird Jens Heitjohann die künstlerische, betriebliche und organisatorische Leitung übernehmen. Das Konzept zur Neuausrichtung des Hauses entwickelt er zusammen mit Christian Koch, der das Theater in den nächsten Jahren in den Bereichen Organisation, Finanzen und Personal strategisch und operativ begleitet. Die Zusammenarbeit zwischen Christian Koch und Jens Heitjohann bildet den Ausgangspunkt für neue Kollaborationsformen, die am Theater im Depot in Zukunft eine zentrale Stellung einnehmen werden.

Entscheidung des Trägervereins des Theaters fiel bereits Ende Mai

Christian Koch und Jens Heitjohann (unten) Foto: Claudia Balsters

Jens Heitjohann und Christian Koch haben ihre Tätigkeit am 1. September 2021 aufgenommen und sind ab dem Kalenderjahr 2022 für die Gestaltung des Programms verantwortlich.

Die Auswahlkommission – aus Vertreter*innen des Vorstands des Trägervereins, der lokalen Freien Szene, der städtischen Kulturverwaltung sowie des NRW Landesbüros Freie Darstellende Künste und Mitarbeiter*innen des Theaters – traf ihre Entscheidung bereits Ende Mai.

„Wir freuen uns sehr darüber, dass wir in einer Zeit, in der ein Ende der Pandemie absehbar ist, Jens Heitjohann und Christian Koch als neues Leitungsteam für das Theater im Depot gewinnen konnten. Beide haben uns nicht nur mit ihrer Bewerbung, sondern auch in den anschließenden Gesprächen auf vielen Ebenen überzeugt“, heißt es vom Vorstand des Trägervereins des Theaters.

Mit ihrem klaren und zukunftsweisenden Konzept würden sie eine Neuerfindung des Theaters im Depot planen, welche das Haus zu einem überregional bekannten und beachteten Ort der Freien Darstellenden Künste machen wird. Ihre Ansätze seien dabei hochgradig integrativ und würden die vielfältige Freie Szene Dortmunds in ihre über die Stadt hinausreichenden Ansätze mit einbinden.

Herzstück des Programms bleibt die Präsentation von Arbeiten der Freien Szene

Die neue Leitung entwickelt das Theater im Depot mit innovativen Ansätzen ästhetisch, inhaltlich und institutionell weiter. Herzstück des Programms bleibt die Präsentation von Arbeiten der Freien Szene Dortmunds. Jenseits davon wird das Haus ebenso zu einem Ort, an dem deutschlandweit und international tourende Künstler*innen ihre Werke zeigen.

Blick in das Theater im Depot in der Immermannstraße in der Nordstadt. Foto: Depot e.V.

Das Spektrum der Projekte wird dabei von Performance, über zeitgenössischen Tanz und experimentelles Musiktheater bis hin zu Stadtraumprojekten reichen, die am Haus zukünftig auch entwickelt und koproduziert werden.

Ein dritter Schwerpunkt der Entwicklung wird die weitere Öffnung des Theaters im Depot für die Stadtgesellschaft sein.

Virulente Themen und Fragestellungen aus der näheren und weiteren Umgebung des Hauses treffen dabei auf einen offenen Raum, in dem sie artikuliert, bearbeitet und verhandelt werden können – in Eigeninitiative, im Austausch mit eingeladenen Künstler*innen, als künstlerische Forschungsprojekte.

Ausgehend von diesen partizipativen Ansätzen nimmt die neue Leitung auch die Institution selbst in den Blick. Wie muss sich die Organisation und Gestaltung eines Freien Theaters unter dem Eindruck der Arbeit mit diesen stark ineinander verwobenen Schwerpunkten verändern?

Theater im Depot – ein ungehobener Schatz in der Dortmunder Nordstadt

„Das Theater im Depot liegt in der Dortmunder Nordstadt wie ein ungehobener Schatz, der in einer spannenden Immobilie ein sehr großes Entwicklungspotential eröffnet – für Dortmund, für das gesamte östliche Ruhrgebiet und die Szene der Freien Darstellenden Künste. Wir wollen mit dem Theater im Depot einen Ort schaffen, der die Offenheit besitzt, Fragen nach der Gestaltung und Organisation eines Hauses der Performing Arts im Austausch mit seiner direkten Umgebung, mit lokaler und überregionaler Szene, ganz neu zu stellen und zu verhandeln. Auf diese spannende Aufgabe freuen wir uns ungemein“, so Jens Heitjohann und Christian Koch.

Jens Heitjohann …

… schloss 2007 sein Studium am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen ab und arbeitet seitdem als Theatermacher in der Freien Theaterszene ebenso wie in Kontexten der Bildenden Kunst – deutschlandweit und international.

Seine Arbeiten wurden u.a. am Mousonturm in Frankfurt, im Festspielhaus Hellerau in Dresden, in der Schaubühne Lindenfels in Leipzig, in der Meetfactory Prag, beim Hartware Medienkunstverein in Dortmund, von Urbane Künste Ruhr, beim Festival Theater der Welt oder bei den Schillertagen in Mannheim gezeigt. Zudem unterrichtete er von 2008 bis 2017 an der Theaterhochschule Leipzig im Fachbereich Dramaturgie ebenso wie er immer wieder auch an anderen Hochschulen Seminare und Workshops gibt.

2010 gründete er zusammen mit Barbara Büscher das biennale Festival RESONANZEN in Leipzig, welches er bis 2016 zusammen mit verschiedenen Partner*innen leitete. Zuletzt arbeitete Jens Heitjohann für die Stadt Wuppertal als künstlerischer Projektentwickler für die Sektion Forum Wupperbogen des zukünftigen Pina Bausch Zentrums.

Christian Koch…

… ist Germanist und Historiker. Er lebt seit den 1970er Jahren – mit Unterbrechungen – im Ruhrgebiet und ist seit mehr als 15 Jahren im Bereich der Administration und strategischen Entwicklung von Kunstinstitutionen tätig.

Er arbeitete als Verwaltungsleiter beim Württembergischen Kunstverein Stuttgart, war Geschäftsführer von PACT Zollverein, Essen, der Pina Bausch Foundation Wuppertal, Projektgeschäftsführer des Pina Bausch Zentrums Wuppertal, und arbeitete frei als Berater, Dramaturg und Produzent für zahlreiche freie Kunstprojekte bildender und darstellender Künster*innen. Er nimmt seit 2012 Lehraufträge für die Folkwang Universität der Künste, Essen wahr.

2019-2020 leitete er – gemeinsam mit Gudrun Sommer – die Duisburger Filmwoche. Seit April 2021 arbeitet er für das Internationale Kulturbüro Diehl+Ritter, Berlin als Projektmanager für Förderprogramme des Bundes und von Bundesländern.

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