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Natur, Aquarell und asymmetrische Rahmen – Fern Mehrings Ausstellung „Alles Natur oder was?!“ im Haus Rodenberg

Organisatoren der Ausstellung (v. l.): Pächter des Hauses Rodenberg, Jörg Wiedelmann, der Künstler Fern Mehring und die  Leiterin Kunst, Kultur und Kreativität, Anette Göke Fotos (4): Jennifer Pahlke

„Malen ist, wie Romane schreiben, nur mit anderen Mitteln“; genau so beschreibt Fern Mehring die Malerei und seine Werke. Seine Bilder werden vom 10. März bis zum 11. Mai 2019 im Wasserschloss Haus Rodenberg in Dortmund-Aplerbeck ausgestellt.

Mutter Natur in Aquarell und allen Größen und Formen bloß nicht so, wie man es erwartet

Künstler Fern Mehring Foto: Jennifer Pahlke

Künstler Fern Mehring

Die Ausstellung trägt den Titel „Alles Natur oder was!?“ und soll den Betrachter für die Schönheit der Natur sensibilisieren. Doch wer jetzt idyllische Blumenwiesen und Landschaftsmalereien erwartet, der irrt sich. Mehring malt unter dem Motto „Mutter Natur braucht uns nicht, sondern wir brauchen sie“.

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Miniaturen und auch 56×76 cm große Werke findet man in seinem Repertoire. Alles mit Aquarell oder Aquacryl gemalt. „Viele wundern sich, ein Mann und Aquarell. Dabei sind alle großen Aquarellisten Männer – genauso wie Köche“, scherzt Mehring.

Doch auch die klassische Gemäldeleinwand wird man in der Ausstellung vergebens suchen. Fern Mehrings Werke sind komplett auf Papier gemalt. Dadurch müssen bei der Ausstellung bestimmte Vorkehrungen getroffen werden – die Bilder können und dürfen nur unter Glas ausgestellt werden.

Doch die Kunst hört bei Mehring nicht beim Motiv auf. Selbst die Positionierung des Passepartout-Rahmens hat eine tiefere Bedeutung. Die Asymmetrie der Rahmung soll den Umgang der Menschen mit der Natur verdeutlichen. Eine Linksasymmetrie bedeutet, dass der Mensch die Natur von sich wegschiebt. Eine Asymmetrie nach unten bedeutet, der Mensch tritt die Natur mit Füßen.

Kunst begleitete ihn schon sein ganzes Leben – und sie regt zum Sprechen an und nicht jeder versteht sie

Leiterin für den Bereich Kunst, Kultur und Kreativität der VHS Dortmund Foto: Jennifer Pahlke

Leiterin für den Bereich Kunst, Kultur und Kreativität der VHS Dortmund

Nicht immer war die Malerei der gesamte Lebensinhalt Mehrings. Er studierte 1966/1967 an der Kunstakademie in Brüssel. Danach zog es ihn zurück in seine Heimat, nach Luxemburg, wo er als technischer Zeichner arbeitete. Architekt wäre er gern geworden, aber 1972 zog es ihn dann ins Ruhrgebiet, genauer gesagt nach Essen, wo er als Fotograf und Fotojournalist arbeitete.

Ab 1991 steckte er all seine Kreativität in die Renovierung eines alten Hauses in Derne. Zwischendurch hatte er auch immer wieder Phasen, in denen er nicht ohne seine Malerei konnte. Seit 2016 ist sie wieder fester Bestandteil seines Alltags. Aber in der Ausstellung soll es nicht nur um seine jüngsten Werke gehen, sondern auch seine Bilder aus den 2000er Jahren.

„Seine Kunst regt zum Sprechen an“, sagt Anette Göke, Leiterin des Bereichs Kunst, Kultur und Kreativität der VHS Dortmund. „Wenn man Mehrings Bilder sieht, muss man manchmal dreimal überlegen, was genau abgebildet ist“, so Göke. Auch stößt die Rahmen-Asymmetrie nicht immer auf Verständnis. So habe einmal auf dem Kunstmarkt eine ältere Dame, auch nach Erklärung des Künstlers, die Asymmetrie nicht verstehen wollen.

Die Ausstellung findet erstmalig auf zwei Ebenen statt – für die Besucher der VHS und des Cafés 

Haus Rodenberg

Die Ausstellung soll auf zwei Etagen stattfinden. Oben in den Räumen der VHS und unten im Schlosscafé. Das ist eine Veränderung im Vergleich zu vorherigen Ausstellungen, die nur in den Räumen der VHS abgehalten wurden.

„Man will, dass Leute Kunst betrachten und deswegen haben wir uns entschlossen, sie im Café einem breiteren Publikum zugänglich zu machen“, so Göke. Die Ausstellung in den VHS Räumlichkeiten ist nur dann zugänglich, wenn auch Kurse stattfinden, was nicht immer der Fall ist.

Das Café ist beim Café anders, es hat immer feste Öffnungszeiten, zu denen man die Bilder sehen kann. Im größeren Gastraum des Cafés sollen maximal acht Bilder hängen – abhängig von der Größe der Werke.

Die Zukunft des Hauses Rodenberg ist auch weiter geprägt von Kulturveranstaltungen und Projekten

Aber nicht nur Ausstellungen finden im Wasserschloss Haus Rodenberg statt. Auch andere Veranstaltungen, wie z.B. der Mitsingabend am 14. Februar oder Krimi-Dinner mit Kinder- und Jugendtheater werden in Zukunft regelmäßig abgehalten werden.

Auch ein Schülerprojekt steht in den Startlöchern. Es geht um den Tag des offenen Denkmals im September. Dafür sollen Schüler Plakate entwerfen – das schönste soll dann auch das offizielle Plakat des Tages werden. Aber auch die anderen Plakate bekommt man in einer Ausstellung zu sehen, die Anette Göke angeregt hat. „Ich freue mich zu sehen, welche tollen Ideen dabei herauskommen“, sagt Göke.

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