Mehr Tempo bei den Maßnahmen und frühere CO2-Neutralität 

Nach dem „Sofortprogramm Klima“ landet ein großes Klimapaket für Dortmund im Rat

Umweltprotest: Einen Systemwandel statt einem Klimawandel mahnt dieses Schild an.
Umweltprotest in Dortmund : Einen Systemwandel statt einem Klimawandel mahnt dieses Schild an. Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Die Herausforderungen von Klimawandel und Verkehrswende gehören zu den größten Aufgaben der Politik – global wie lokal. Daher beschäftigt sich auch die Stadt Dortmund immer häufiger mit diesen Themen. Nach dem „Sofortprogramm Klima“ im Mai 2021 legt die Stadtspitze ein weiteres Paket mit vier Bausteinen vor, mit dem das Ziel der Klimaneutralität früher als 2050 erreicht werden soll.

Die Stadt Dortmund will mehr „Schubkraft“ bei der Energiewende entwickeln

Um klimaneutral zu werden, braucht es auch im Verkehr neue Wege. Ein Umstieg auf grünen Strom ist ein Weg.
Um klimaneutral zu werden, braucht es auch im Verkehr neue Wege. Ein Umstieg auf grünen Strom ist eine Option. Foto: Alexander Völkel für nordstadtblogger.de

Der Grund dafür ist zumindest in weiten Teilen der Gesellschaft unbestritten: „Klima wird ein Schwerpunkt sein in der laufenden Dekade. Wir müssen da deutlich mehr Schubkraft entwickeln“, betont Umweltdezernent Ludger Wilde.  ___STEADY_PAYWALL___

Bereits im Mai 2021 hatte OB Thomas Westphal das „Sofortprogramm Klima“ vorgestellt. Damit reagierte die Stadt auf die seinerzeit aktuelle Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes, das die Regelungen im Klimaschutzgesetz der Bundesregierung als nicht ausreichend einstufte und somit die Freiheitsrechte der jungen Generation verletzt sah. 

„Wir können als Stadt auch ganz viel selbst für das Klima tun und es wird auch Zeit dafür. Wir müssen nicht bei allem erst auf das Land oder den Bund warten. Das packen wir jetzt an“, so Westphal bei der Vorstellung des Sofortprogramms.

Mit dem „Sofortprogramm Klima“ haben sich die Stadt Dortmund und die Beteiligungsunternehmen der Kommunalwirtschaft (DEW21, DSW21, EDG und Sparkasse) bereits auf Eckpunkte verständigt, die für mehr Geschwindigkeit sorgen sollen. Diese Maßnahmen sind jetzt Teil des Handlungsprogramms Klima-Luft 2030. 

Klimaschutz als Motor für mehr Arbeitsplätze in Wirtschaft und Gesellschaft

Mehr Klimaschutz soll in Dortmund zu mehr Qualität im Umweltschutz führen und sich zum Motor entwickeln für mehr Arbeitsplätze in Wirtschaft und Gesellschaft. Das ist eines der strategischen Ziele. Es geht darum, die Treibhausgas-Emissionen effektiv zu reduzieren und die weitreichenden Folgen des Klimawandels für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft abzumildern.

Umweltprotest: Ein Umdenken mahnt dieses Schild an - angebracht an einem für das Mikroklima wichtigen Baum in der Innenstadt.
Umweltprotest: Ein Umdenken mahnt dieses Schild an – angebracht an einem für das Mikroklima wichtigen Baum in der Innenstadt. Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Die Verwaltung hat für den Rat nun ein umfassendes Paket zum Klima vorbereitet: Der Rat soll als neues Ziel die kommunale Klimaneutralität bis spätestens 2045 vorsehen. Zudem soll das „Handlungsprogramm Klima-Luft 2030“ – fertiggestellt im Juli 2021 – beschlossen werden. 

Ebenfalls beschlossen werden soll der „Masterplan integrierte Klimaanpassung Dortmund“ (MiKaDo) in der finalen Fassung vom April 2021. Auf den Weg gebracht werden soll dann auch der von der Politik geforderte Klimabeirat als ergänzendes Element im Sinne der Beteiligung, Transparenz und Fachexpertise.

Während das „Handlungsprogramm Klima-Luft 2030“ Maßnahmen zur Erreichung der städtischen Klimaneutralität beinhaltet, beschreibt der „Masterplan integrierte Klimaanpassung Dortmund“ den Weg zu einer Stadtentwicklung im Umgang mit den zunehmenden Wetterextremen wie Starkregen, Hitze, Sturm und Trockenheit.  

Nicht gesondert aufgeführt, aber als Klima-Maßnahmen mitzurechnen, sind die vielfältigen Konzepte und Projekte, die der Masterplan Mobilität 2030 z.B. mit dem Programm Emissionsfreie Innenstadt aufzeigt.

Handlungsprogramm sieht die Stadt und ihre Töchter in der Vorreiterrolle

Die Radwall-Baustelle in der Dortmunder City steht sinnbildlich für das Umdenken in der Verkehrspolitik.
Die Radwall-Baustelle in der Dortmunder City steht sinnbildlich für das Umdenken in der Verkehrspolitik. Foto: Alexander Völkel für nordstadtblogger.de

Die Stoßrichtung des Handlungsprogramms ist klar: Die Kommune und ihre Stadttöchter sollen eine Vorreiterrolle einnehmen. So soll die Wärmeversorgung des eigenen Gebäudebestandes auf Basis erneuerbarer Energien bei Sanierungsvorhaben Priorität bekommen, die Installation von Photovoltaikanlagen wird zügig umgesetzt. Pilotprojekte zur Erprobung innovativer Techniken werden unterstützt und initiiert. 

Die kommunale Planungshoheit soll zudem konsequent in der Bauleit- und Verkehrsplanung zum Tragen kommen. Die Mobilitätsplanung führt zur Erhöhung des Rad- und Fußverkehrs und des ÖPNV am Modal Split. Einer der bekanntesten Beispiele ist dabei der Radwall in der Dortmunder City. Entlastungsflächen für den Luftaustausch werden gesichert. 

Um Maßnahmen auch in der Stadtgesellschaft zu forcieren, wird die Stadt außerdem ihr Beratungsangebot deutlich ausweiten und neue Informationsangebote beispielsweise im Bereich Ernährung und gesunde Luft entwickeln, macht Planungs- und Umweltdezernent Ludger Wilde deutlich. Auch ein Förderprogramm als finanzielle Unterstützung und Anreiz zur energetischen Sanierung, zum Einsatz erneuerbarer Energien und für weitere Klimaschutzmaßnahmen wird es geben. 

Zudem sollen die Grundlagen zum nachhaltigem Bauen aufbereitet und verfügbar gemacht werden. Ebenso wird ein Energienutzungsplan als Planungsgrundlage für eine Erneuerbare Energieversorgung in Dortmund erstellt. Konkret ausgebaut wird auch ein Mess-Netz zur Beurteilung der Luftqualität. 

Das ist der Masterplan integrierte Klimaanpassung Dortmund (MiKaDo) 

Das Umweltamt hat parallel zum Handlungsprogramm den „Masterplan integrierte Klimaanpassung Dortmund (MiKaDo)“ erarbeiten lassen. Die beauftragten Büros für den Masterplan integrierte Klimaanpassung haben eine Gesamtstrategie, einen technisch-räumlichen sowie einen verwaltungsspezifischen Handlungskatalog erarbeitet. 

Ungenutzte Dachflächen soll es nicht mehr geben - Dachbegrünung oder Photovoltaik sollen flächendeckend kommen.
Ungenutzte Dachflächen soll es nicht mehr geben – Dachbegrünung oder Photovoltaik sollen flächendeckend kommen. Foto: Alexander Völkel für nordstadtblogger.de

Die technischen Maßnahmen zeigen auf, welche Maßnahmen konkret jede*r in der Stadt umsetzen kann – von Gründächern und Entsiegelung bis zu Überflutungsschutzmaßnahmen oder Sturmvorsorge. Der verwaltungsspezifische Handlungskatalog enthält Maßnahmen, die klimaangepasste Standards in das Verwaltungshandeln integrieren und so eine klimaangepasste Stadtentwicklung und Vorsorge vorantreiben. 

Der umfangreiche Masterplan macht deutlich, dass es bei Klimaschutz und Klimafolgenanpassung um viel mehr geht, als um die Umsetzung von (technischen) Energieeffizienzmaßnahmen. Es geht um einen grundlegenden Bewusstseinswandel, der in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens stattfinden muss. 

„Die Stadtverwaltung ist hier in hohem Maße selbst gefordert, die entsprechenden Weichen in ihrem Verantwortungsbereich zu stellen, als gutes Beispiel voranzugehen, um die Bürger*innen für den Weg hin zu einer nachhaltigeren Lebensweise zu motivieren“, so Wilde. 

Mehr Tempo bei den Maßnahmen und frühere CO2-Neutralität 

Wenn sie weniger Sprit verkaufen, wollen die Tankstellen auch am Geschäft mit der E-Mobilität partizipieren.
Wenn sie schon weniger Sprit verkaufen, wollen die Tankstellen auch am Geschäft mit der E-Mobilität partizipieren. Foto: Alexander Völkel für nordstadtblogger.de

Die Klimaschutzaktivitäten sollen in Dortmund möglichst schnell umgesetzt werden. Denn auch in Dortmund ist längst deutlich geworden, dass das nächste Jahrzehnt (2021-2030) im Hinblick auf die Erreichung der Klimaschutzziele entscheidend sein wird. Die Treibhausgasbilanz zeigt, dass das Tempo beschleunigt werden muss. Gleichzeitig muss die Wegstrecke bis zur CO2-Freiheit konsequent und kontinuierlich gestaltet werden. 

Die Verwaltung schlägt daher vor, analog zu der in diesem Jahr veränderten Zielsetzung des Bundes, die Erreichung der Treibhausgas-Neutralität bis 2045 auch für die Stadt Dortmund zu beschließen und damit das Tempo um fünf Jahre anzuziehen. Der Rat der Stadt hatte im Jahr 2019 die Minimierung des Treibhausgas-Ausstoßes bis zur Nullemission im Jahr 2050 beschlossen. 

„Wenn es uns überhaupt gelingen kann, geht das nur mit regenerativen Angeboten bei Strom und Wärme  – wir müssen weg von fossilen Energieträgern. Nur so geht das“, betont OB Thomas Westphal. EU, Bund und Land seien gefordert, aber auch die Kommunen. „Aber wir wollen nicht warten. Der Bund muss voran marschieren, das erwarten wir von der neuen Bundesregierung“, formuliert Westphal klare Erwartungen an eine neue Bundesregierung.

Klimabeirat als Bindeglied zwischen Gesellschaft, Verwaltung und Politik

Der Klimabeirat soll den Stadtrat und seine Gremien nicht ersetzen, sondern beraten. Foto: Alexander Völkel für nordstadtblogger.de

Um dem Gesamtanliegen noch mehr Nachdruck zu verleihen, hat der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen in seiner Sitzung am 12. Mai 2021 die Einrichtung eines Klimabeirats beschlossen. Dazu hat die Stadtverwaltung ein Konzept entwickelt, welches nun der Politik zur Beratung und Entscheidung vorgelegt wird.

Demnach stellt der Klimabeirat das Bindeglied zwischen Stadtgesellschaft, Verwaltung und politischen Entscheidungsträgern dar. „Er verfolgt, begleitet und diskutiert die kommunalen Aktivitäten zu Klimaschutz und Klimafolgen-Anpassung, er gibt Impulse zur Umsetzung bzw. Beschleunigung der geplanten Klimaschutzprogramme und gewährleistet den Dialog mit der Öffentlichkeit“, heißt es in der Vorstellung. 

„Der Klimabeirat ist als unabhängiges Gremium konzipiert, das unbeeinflusst von parteipolitischen Vorgaben diskutiert, berät und empfiehlt“, heißt es weiter.  „Er hat aber keine Entscheidungsfunktion und ist kein Ersatz für Rat, Bezirksvertretungen oder Ausschüsse“, betont Wilde. „Die Sitzungen werden öffentlich sein und die Empfehlungen gehen in die Gremien.“

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Kommentare

  1. Klimaneutralität 2045 reicht nicht – GRÜNE im Rat der Stadt Dortmund drängen auf mehr Engagement beim Klimaschutz (PM)

    Unter dem Titel Klima-Luft 2030 hat die Verwaltung der Stadt Dortmund jetzt ihr Konzept für die städtischen Klimaschutzbemühungen in den kommenden zehn Jahren veröffentlicht. Dabei wird deutlich: Die Zielmarke für die Klimaneutralität 2045 bleibt hinter den Erwartungen und Forderungen von GRÜNEN und zivilgesellschaftlichen Bündnissen zurück.

    „Natürlich ist kommunaler Klimaschutz vor allem eine Frage der Umsetzung konkreter Maßnahmen sowie der rechtlichen Kompetenzen und Ressourcen”, weiß Katrin Lögering, GRÜNES Mitglied im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen. „In dieser Frage die Zielmarke allerdings so weit in die Zukunft zu verlegen, widerspricht dem wissenschaftlichen Konsens. Wir brauchen eine Kurskorrektur, damit die Stadt Dortmund ihren Beitrag dazu leistet, auf den 1,5-Grad-Pfad zu kommen. Der hier gespiegelte Kurs der vergangenen Bundesregierung leistet diesen Beitrag nicht.”

    Gemeinsam mit dem Projektpartner CDU fordern die GRÜNEN deshalb ein, die städtische Zielmarke für Klimaneutralität auf 2035 zu korrigieren. Dazu Ingrid Reuter, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Rat der Stadt Dortmund: „Wir haben als gemeinsames Ziel vereinbart, bereits 2035 die Klimaneutralität in Dortmund zu erreichen. Uns ist klar, dass dies ein ehrgeiziges Ziel ist und umfassende Anstrengungen erfordert – aber es ist zur Bekämpfung der Klimakrise notwendig. Wir werden uns das von der Verwaltung vorgelegte Konzept genau anschauen und prüfen, wo es weitere Handlungsoptionen der Stadt gibt bzw. an welcher Stelle Maßnahmen beschleunigt werden können, um wirksam gegen den Klimawandel vorgehen zu können. Für uns ist effizienter, sozial gerecht gestalteter Klimaschutz eine der drängendsten Aufgaben unserer Zeit“, so Ingrid Reuter abschließend.

    Für Irritation hat bei den GRÜNEN die vorgesehene Beratungsfolge gesorgt. Die umfangreiche Verwaltungsvorlage wird als Erstes im Ausschuss für Personal und Organisation am 4. November beraten. Weder wurde der Verkehrs- und Bauausschuss beteiligt, noch ist eine Beratung in den Bezirksvertretungen vorgesehen – obwohl gerade der ebenfalls in der Vorlage enthaltene Masterplan für integrierte Klimafolgeanpassung (MiKaDo) für die Bezirke, die vom Hochwasser betroffen waren, von besonderem Interesse sein dürfte.

  2. GRÜNE und CDU: Die Stadt soll ihr Klimaziel schon 2035 erreichen (PM)

    Die GRÜNEN wollen gemeinsam mit der CDU das Ziel des von der Verwaltung vorgestellten Handlungsprogramms Klima-Luft nochmal anpassen. Für die beiden Fraktionen im Rat ist klar, dass es der Anspruch der Stadt sein muss, schon 2035 klimaneutral zu werden. Einen entsprechenden Antrag haben GRÜNE und CDU jetzt in die Beratungen eingebracht. Zudem fordern die beiden Fraktionen den Ausbau des bisherigen DLZE zur Umweltschutzagentur und die Auflage eines Sofortprogramms.

    „Dortmund engagiert sich seit vielen Jahren in vielfältiger Form für den Klimaschutz. Mit dem jetzt vorliegenden Handlungsprogramm stellt sich die Stadt für die anstehenden Herausforderungen des zunehmend schneller fortschreitenden Klimawandels auf“, so Ingrid Reuter, Fraktionssprecherin der GRÜNEN im Rat.

    „Auch wenn die jetzt definierte Zielmarke 2045 schon ambitioniert ist, wissen wir, dass sie nicht ausreicht. Berichte des Bundesumweltamtes und des Sachverständigenrates belegen, dass wir das Engagement für den globalen Klimaschutz deutlich erhöhen und beschleunigen müssen. Dies gilt auch für die kommunale Ebene. Deshalb ist für uns klar, dass alle Bemühungen dem Anspruch folgen müssen, schon 2035 die Klimaneutralität zu erreichen.“

    „Kommunaler Klimaschutz ist vor allem eine Frage der Umsetzung konkreter Maßnahmen, rechtlicher Kompetenzen und von Ressourcen”, ergänzt Katrin Lögering, GRÜNES Mitglied im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen. „Damit die Stadt Dortmund ihren Beitrag dazu leisten kann, auf den 1,5-Grad-Pfad zu kommen, brauchen wir eine Kurskorrektur bei der Zielsetzung.“

    Gemeinsam mit dem Projektpartner CDU fordern die GRÜNEN deshalb ein, die städtische Zielmarke für Klimaneutralität auf 2035 zu korrigieren. Dazu Uwe Waßmann, umweltpolitischer Sprecher der CDU: „Wir haben als gemeinsames Ziel vereinbart, bereits 2035 die Klimaneutralität in Dortmund zu erreichen. Uns ist klar, dass dies ein ehrgeiziges Ziel ist – aber es ist notwendig, um tatsächliche Erfolge beim Kampf gegen die Folgen des Klimawandels zu erreichen. Auf dieses Ziel hin muss das Handlungsprogramm jetzt nochmal angepasst werden. Bis dahin soll ein Sofortprogramm dafür sorgen, dass möglichst kurzfristig besonders wirksame Maßnahmen schon umgesetzt werden“, so Uwe Waßmann. „Wichtig ist uns in dem Kontext allerdings auch, dass die Auswirkungen sowohl ökologisch als auch ökonomisch und sozial bewertet werden.“

    Teil des Antrags ist zudem die Einführung einer Klimaschutzagentur, die als eigenständige Organisationseinheit vor allem Beratungsleistungen für Privatpersonen, Gewerbe, Handwerk und Industrie übernehmen soll. Dafür soll das schon bestehende Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz (DLZE) neu aufgestellt und vor allem personell verstärkt und mit einem eigenen Budget versehen werden.

    „Eine der größten Herausforderungen für den Erfolg des Handlungsprogramms ist die Bereitschaft der Menschen in Dortmund, mitzuziehen. Dafür braucht es eine Stelle, die für den Klimaschutz wirbt und sowohl Handwerkern und Gewerbetreibenden als auch jedem einzelnen zeigt, welche Möglichkeiten es gibt, selbst etwas zu ändern und welche Unterstützungen von Bund, Land und Kommune dafür zur Verfügung stehen“, beschreibt Uwe Waßmann die Aufgabe einer solchen Agentur.

    Katrin Lögering nennt aber noch eine weitere wichtige Stellschraube: „Ein wichtiges Handlungsfeld ist der Verkehrsbereich, der im Dortmunder CO2-Bericht sogar noch steigende Emissionswerte aufweist. Mit dem Masterplan Mobilität 2030 und dem Projekt „Stadtluft ist (emissions-)frei – Dortmunds Einstieg in eine emissionsfreie Innenstadt“ hat die Stadt eine umfassende Strategie zur Entwicklung einer nachhaltigen Mobilität erarbeitet. Über diesen Weg müssen in diesem weiterhin besonders CO2-lastigen Bereich jetzt die nötigen Einsparungen erzielt werden. Auch hierfür sollte zukünftig die Zielmarke 2035 gelten.“

    „Die ambitionierten Ziele können aber nur erreicht werden, wenn die Wirkung der ergriffenen Maßnahmen auch wie geplant eintritt“, betont Ingrid Reuter. „Deshalb ist es für uns ein aussagekräftiges Monitoring entscheidend. Ergebnisse müssen zeitnah erfasst und nachgehalten werden, sodass im Zweifel auch nachgesteuert werden kann. Zur Unterstützung haben wir im Vorfeld schon die Einrichtung eines Klimabeirats beschlossen, der dazu beitragen soll, diesen Prozess unabhängig von der Verwaltung zu begleiten. Dazu gehört auch die Bewertung der Klimarelevanz der Vorlagen, über die Politik zu entscheiden hat. Wir sollten deshalb wissen, wie viel von dem Budget für welche Bau-, oder Straßenprojekte jeweils verbraucht wird.“

    Auf kommunaler Ebene kann vieles bewegt werden. Immer mehr Städte haben sich jetzt zum Ziel gesetzt, schon vor 2050 klimaneutral zu sein. Auf diesen Weg soll sich jetzt auch Dortmund begeben. Einig sind sich beide Fraktionen, dass es neben den eigenen Anstrengungen insbesondere auch die entsprechenden Rahmenbedingungen auf Landes- und Bundesebene braucht.

  3. Fördermittel für Balkonsolarmodule (PM)

    Sie haben einen Balkon oder eine Terrasse? Dann können Sie dort eigenen Solarstrom gewinnen und aktiver Teil der Energiewende werden: Mit einem Balkonsolarmodul. Diese kleinen Photovoltaiksysteme werden oft auch Mini-Solaranlagen, Plug & Play-Solaranlage oder Stecker-Solarmodule genannt. Mit einem solchen Haushaltsgerät kann jede Person eigenen Strom erzeugen und so Teil der Energiewende sein.

    Der Strom aus den Balkonsolarmodulen fließt beispielsweise in die Steckdose am Balkon und von dort zu Fernseher, Kühlschrank und Waschmaschine, die an anderen Steckdosen in der Wohnung eingestöpselt sind. Reicht der Strom vom Balkon nicht für den Betrieb der anderen Haushaltsgeräte aus, fließt einfach Strom vom Versorger aus dem Netz dazu.

    Weitere Informationen zur persönlichen Stromerzeugung sind u.a. über die Verbraucherzentrale erhältlich. Dort gibt es auch Informationen zum eventuell erforderlichen kostenfreien Austausch des Stromzählers durch den städtischen Netzbetreiber DO-Netz:

    https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/erneuerbare-energien/steckersolar-solarstrom-vom-balkon-direkt-in-die-steckdose-44715

    Zur sicheren Inbetriebnahme der Balkonsolarmodule empfehlen sich eine Elektroprüfung und ggf. elektrische Nachbesserungsarbeiten an der jeweiligen Immobilie. Hierzu stellt der Förderverein Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz e.V. Fördermittel für nötige Elektroarbeiten zur Verfügung i.H.v. max. 500,- € pro Haushalt (nur solange die Mittel reichen). Um die Fördermittel in Anspruch zu nehmen, genügt eine erfolgreiche Elektroprüfung für das Balkonsolarmodul.

    Außerdem ist eine Anmeldung der Inbetriebnahme des Balkonsolarmoduls beim städtischen Netzbetreiber DO-Netz (https://www.do-netz.de) erforderlich. Ein Balkonsolarmodul könnte auch direkt vom Elektrofachbetrieb angeschlossen werden. So gäbe es eine Gewährleistung für alle Arbeiten aus einer Hand. Geeignete Elektrobetriebe für die Elektroarbeiten finden sich beispielsweise auf der Homepage der Innung für Elektrotechnik Dortmund und Lünen:

    https://elektro.handwerk-dortmund.de/mitglieder

    Zur Rechnungsübernahme der Elektroarbeiten durch den Förderverein Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz e.V. für die Inbetriebnahme eines Balkonsolarmoduls genügen

    – die Rechnung des Elektrobetriebs über die bestandene Elektroprüfung einschließlich der ggf. erforderlichen Elektroarbeiten,

    – ein Nachweis der Überweisung an den Elektrobetrieb,

    – sowie die Anmeldebestätitgung des Balkonsolarmoduls bei DO-Netz.

    Die Unterlagen können per Mail (dlze@stadtdo.de) oder per Brief unter Angabe der eigenen Kontoverbindung eingereicht werden:

    dlze-Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz
    Berswordt-Halle / Stadthaus
    Kleppingstraße 37
    44135 Dortmund

    Der Geschäftsführer des Fördervereins Dienstleistungszentrums Energieeffizienz und Klimaschutz e.V., Christian Nähle, weiß das der Förderverein die ehrgeizigen Ziele der Stadt Dortmund beim Ausbau der Photovoltaik unterstützt: „Dortmund möchte Deutscher Meister beim Ausbau von Photovoltaik-Anlagen werden. In diesem Zusammenhang nimmt Dortmund am sogenannten Wattbewerb teil. In der deutschlandweiten Herausforderung vergleichen sich über 60 Städte hinsichtlich des Ausbaus von Solaranlagen.“ Die Spielregeln sind einfach: Der Wattbewerb endet, sobald die erste Stadt ihre Photovoltaik-Leistung je Einwohner*in verdoppelt. „Diesen Titel wollen wir natürlich nach Dortmund holen – das geht nur gemeinsam mit allen Bürger*innen.“, ergänzt Joachim Müller, Energieberater im Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz (dlze).

    Für weitere Informationen steht im Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz Herr Joachim Müller zur Verfügung: Telefon 0231 / 50 – 2 65 80, dlze@stadtdo.de

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