„Monkey Moon recordings“: Musik, Produktion, Proberaum und Jam-Sessions im Norden

Ein Tonstudio in der Nordstadt als musikalischer Kreativ-Ort

Studioinhaber Menny in Mitte des großen Aufnahmeraums
Foto: Didi Stahlschmidt Studioinhaber Menny in Mitte des großen Aufnahmeraums

Ein Gastbeitrag von Gernod Schwarzdorn – Fotos: Didi Stahlschmidt

Ein unscheinbarer Hinterhof an der Mallinckrodtstraße verbirgt seit fast zehn Jahren einen der kreativsten und vor allem musikalischen Orte der Stadt. Neben einer Schreinerei, einem Schmuckdesign-Studio, einem Tattoo-Studio und einem Skateboard-Designer mit eigener Marke befindet sich dort auch „Monkey Moon Recordings“. 

Liebe zur Musik als Motivation

Das Studio selbst befindet sich in der ersten Etage und als erstes steht man dort in der Küche, die zugleich auch Dreh- und Angelpunkt sowie Aufenthaltsraum ist. Von da aus geht es zum einen in den kleinen Aufnahmeraum, das zukünftig neue „Studio B“, zu dem auch ein separater Regieraum gehört. Zum anderen gelangt man über die Küche und den zweiten Regieraum in den gut 70 qm großen Aufnahmeraum.

Die Küche, die mehr als Aufenthaltsraum und Dreh- und Angelpunkt verstanden wird.
Foto: Didi Stahlschmidt Die Küche, die mehr als Aufenthaltsraum und Dreh- und Angelpunkt verstanden wird.

„Auch wenn Dortmund nicht die einfachste Stadt ist, um von der Musik leben zu können – ich mache das aus einer sehr großen Leidenschaft heraus und mit viel Liebe zur Musik“, erklärt Studioinhaber Menny.

Und das merkt man auch. Viele Details spiegeln diese Liebe wieder: die 70er-Jahre Instrumente und Möbel, die warme Atmosphäre mit der Holzvertäfelung, der mit Teppichen ausgelegte Aufnahmeraum oder kleine Duplo-Figuren, die ihm recht ähneln.

Verstärker, Affen und die Duplo-Figur, die doch eine Ähnlichkeit mit Menny hat
Foto: Didi Stahlschmidt Verstärker, Affen und die Duplo-Figur, die doch eine Ähnlichkeit mit Menny hat

Ihm war es wichtig, einen Aufnahmeraum zu haben, wo eine ganze Live-Band rein passt, um sie live aufzunehmen, was es heutzutage nicht mehr so oft gibt.

„Es ist schön, wenn eine Band zusammenspielt und es echte Musik ist“, hält Menny fest. Ihm ist es besonders wichtig, dass sich eine Band im Studio wie zu Hause fühlt.

„Wenn sich eine Band wohl fühlt, hört man dies auf den Aufnahmen. Hier kann man sich wie zu Hause fühlen und sich musikalisch fallen lassen.“, lächelt Menny. Und mit Blick in den großen, mit Tageslicht durchfluteten Aufnahmeraum, der eher einem Wohnzimmer gleicht, versteht man was er meint.

Der gelebte Lebenstraum als Musiker und Produzent 

2027 ist es genau zehn Jahre her, als sich Studiobesitzer Menny mit der musikalischen Selbstständigkeit seinen Lebenstraum erfüllt hat. Seit früher Kindheit war es sein Traum Musiker zu werden. Er begann mit etwa vier oder fünf Jahren Klavier zu spielen, während sein erstes Konzert mit gerade mal elf Jahren allerdings ein HipHop-Auftritt als Rapper war.

der kleine Regieraum, der zukünftig zum neuen „Studio B“ gehört
Foto: Didi Stahlschmidt Der kleine Regieraum, der zukünftig zum neuen „Studio B“ gehört

Danach kam er zum Bass und spielte diesen in verschiedenen Post-Hardcore-Formationen und Elektro-Rock-Bands, teils auch international. 2011 kam es dann zur eigenen Bandgründung und „Macky Messer“ war geboren, sein erstes Soloprojekt, bei dem er auch Gitarre spielte. Heute ist die vierköpfige Band national wie international unterwegs und hat gerade ihre neue Single „Girl U Want“ veröffentlicht.

Doch es gibt vor allem Neuigkeiten bei „Monkey Moon“. Das besagte „Studio B“ war zuvor der zweite Produktionsraum und wird sich nun in einen großen Proberaum mit angeschlossenen Regieraum verwandeln.

Proberaum ist dabei wörtlich zu nehmen, denn Bands können diesen ab 2027 als Proberaum für sich mieten und haben zugleich die Möglichkeit selber aufzunehmen. „Ich bin offen für Veränderungen und für neuen Ideen und Wege, auch wenn man sich dabei teils neu erfinden muss“, so Menny.

Ganz spezieller Proberaum für Bands

Er stellt sich eine Musik-Community von etwa zehn Bands vor, die eine feste Stundenzahl zum Proben haben bzw. ihre gewünschten Zeiten in einem eigenen Onlinekalender eintragen können. Kurz zusammengefasst also ein neuer Kreativ-Raum als Ort des Probens und der freien Produktion und gleichzeitig zum Aufbau einer musikalischen Community.

Teppich, Tapete, Tasteninstrument - gewollter Retro-Look mit Klavier, das auch für Aufnahme dort steht
Foto: Didi Stahlschmidt Teppich, Tapete, Tasteninstrument – gewollter Retro-Look mit Klavier, das auch für Aufnahme dort steht

Der Raum dient den Musiker*innen nicht nur zum Proben und Aufnehmen, sie sollen untereinander netzwerken, sich austauschen und vielleicht entstehen so neue Projektideen. Eine Idee, die sicherlich nicht nur aufgrund fehlender Proberäume in Dortmund interessant erscheint.

Doch damit nicht genug. Musiker und Produzent Menny setzt im Februar 2027 ein weiteres neues Format in die Musik-Welt: die „Monkey Moon Jams“. Diese speziellen Jams sollen die lokale Musiklandschaft mit ihren Musiker*innen fördern und die freie Musikszene unterstützen.

Auch hier geht es um Netzwerkarbeit, die im besten Fall eine neue Band entstehen lässt. „Ich kenne viele gute Gitarristen, die aber nur für sich spielen, und diese haben dann nun einen möglichen neuen Ort“, erklärt Menny. Die Idee dahinter: zwölf Musiker*innen, zwei Tage … und dann mal schauen, was dabei herauskommt.

Musik-Sessions in einem Ton-Studio

Viele Musiker*innen machen heute einen großen Teil ihrer Musik allein – zu Hause, im Homestudio oder ohne feste Band. Zugleich ist es nicht immer einfach, andere Musikinteressierte kennenzulernen, mit denen es musikalisch wie menschlich passt.

Das Drum-Set ist zu besseren Akustik mit Akustik-Stellwänden umgeben
Foto: Didi Stahlschmidt Das Drum-Set ist zu besseren Akustik mit Akustik-Stellwänden umgeben

Statt einer klassischen offenen Jam-Session geht es bei diesem Jam-Format am 27. und 28. Februar 2027 für jeweils sechs Stunden darum, dass immer wieder neue, kleinere Besetzungen zusammengestellt werden – sprich wer mit wem spielt, verändert sich und damit verändert sich auch die Musik.

Dabei ist es sowohl das Musikgenre egal, als auch die Frage, ob Anfänger*in, Hobby-Musikerin oder erfahrenes Bandmitglied. Also ein offener Prozess, bei dem es spannend sein wird, was am Ende entsteht. Eine weitere Besonderheit dabei: Alles, was während der Jams entsteht, kann direkt in professioneller Studioqualität aufgenommen werden. 

Ausgewählte Sessions werden anschließend gemischt und gemastert und den beteiligten Musiker*innen zur Verfügung gestellt. Eine spontane Idee muss so nicht nach dem letzten Akkord verschwinden – und vielleicht wird daraus später ein Song, ein gemeinsames Projekt oder sogar eine neue Band.

Weitere Informationen und Kontakt:


Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!

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