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Mehr Sicherheit durch neue Verkehrsführung: Zweigleisiger Ausbau der Stadtbahn U43 zwischen Brackel und Asseln

Arnulf Rybicki (Dezernent für Bauen und Infrastruktur), Hubert Jung (Verkehrsvorstand DSW21), Dr. Christian Falk (Techn. Betriebsleiter Stadtentwässerung), Franz-Josef Heimann (Projektleitung Tiefbauamt). Hinten rechts, v.l.: Helmut Eder (Projektleitung Tiefbauamt), Jürgen Hannen (stellvertretender Leiter Tiefbauamt).

Ende Juni startete offiziell der Umbau des Brackeler/Asselner Hellwegs im Bereich östlich von „In den Börten“ bis zur „Asselner Straße“. Im gesamten Bereich soll ein Ausbau und damit eine Neuordnung des Straßenbereichs erfolgen. Dabei soll der zweigleisige Ausbau der Stadtbahnstrecke mit dem barrierefreien Umbau der Haltestelle „Döringhoff“ umgesetzt werden. Einer der wenigen eingleisigen Streckenabschnitte der U 43 soll auf diese Weise nun beseitigt werden. Daneben sollen Leitungsverlegungen der Versorger und der Bau eines neuen Kanals realisiert werden. 

Neue Verkehrswege der Stadtbahn sollen durch Grünstreifen getrennt werden

Ziel der Gesamtmaßnahme ist es, die Stadtbahn zweigleisig auszubauen und gleichzeitig die beiden Verkehrswege durch einen Grünstreifen baulich zu trennen. Zusätzlich soll die Abwicklung des Durchgangs- und Anliegerverkehrs durch Linksabbiegespuren entzerrt werden, damit der Verkehrsfluss insgesamt reibungsloser verlaufen kann.  ___STEADY_PAYWALL___

Dortmunds Baudezernent Arnulf Rybicki. Foto: Alex Völkel/Archiv

Durch die Neuaufteilung des Verkehrsraumes erhöhe sich laut Stadtverwaltung die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden erheblich. Durch die Maßnahme werde sich zudem die Reisezeit zwischen den Haltestellen „In den Börten“ und „Businkstraße“ verringern. 

Nach dem offiziellen Baubeginn wird mit der Baustelleneinrichtung sowie Bauarbeiten außerhalb des eigentlichen Baufeldes begonnen. Baudezernent Arnulf Rybicki: „Nicht nur für den Nahverkehr, sondern auch für den Individualverkehr sowie für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen werden sich durch die Straßenneuordnung deutliche Verbesserungen und mehr Sicherheit ergeben. Zuvor heißt es nun aber: Bauen!“ 

Durch die Baumaßnahmen sei mit einigen Einschränkungen zu rechnen. So wird am 7. Juli 2020 die Einbahnstraßenregelung eingerichtet. „Schon jetzt bitte ich daher alle Betroffenen um Verständnis für die leider unvermeidlichen Beeinträchtigungen. Alle Beteiligten setzen nun alles daran, die Maßnahme so schnell wie möglich umzusetzen“, so Rybicki. Das Bauende ist für Dezember 2022 vorgesehen.

Vier Linksabbiegespuren zur Erschließung der ansässigen Gewerbebetriebe geplant

Der Brackeler/Asselner Hellweg (L663) ist eine ortsteilverbindende Hauptverkehrsstraße zwischen den Ortsteilen Brackel und Asseln. Der Straßenabschnitt verläuft heute zweispurig zwischen der Haltestelle „In den Börten“ und der Kreuzung „Asselner Hellweg/Asselner Straße“ mit einer eingleisigen Streckenführung der Stadtbahn und einem Geh- und Radweg auf der Nordseite der Straße. 

Stadtbahn-Barierefreier Zugang - Behinderung - Barrierefreiheit

Bei allen Baumaßnahmen wird auf die Barrierefreiheit geachtet. Foto: NSB-Archiv

Die angrenzenden beiden Großlager von Tedi und Rewe bedingen zusätzlich einen starken LKW-Verkehr. Bei den vorherrschenden engen Fahrbahnverhältnissen ergeben sich vor allem bei Abbiegevorgängen häufig gefährliche Einschwenkungen der Lastzüge in den heutigen Gleisbereich. Das Parken von LKW auf dem Geh- und Radweg im nördlichen Gehweg wurde durch eine Längsabsperrung unterbunden. 

Die Stadt Dortmund will nunmehr in Kooperation mit DSW21 und DONETZ im Rahmen des zweigleisigen Ausbaus den Straßenabschnitt auf einer Länge von ca. 1300 m an die heutigen Anforderungen anpassen und neu ordnen. Zur Erschließung der beiden Gewerbebetriebe sollen insgesamt vier nacheinander angeordnete Linksabbiegespuren verkehrsgerecht erstellt werden. Dabei soll der Straßenzug zum großen Teil in den nördlich liegenden Ackerlandbereich verbreitert werden. Weiterhin wird auch die Kreuzung „In den Erlen“ dem neuen Straßenquerschnitt entsprechend umgebaut. 

Sämtliche Querungsstellen und fußläufigen Wegebeziehungen werden gemäß den Dortmunder Standards barrierefrei ausgebaut. Im gesamten Abschnitt werden die Signalisierung und die Beleuchtung erneuert. Als Ausgleich- und Ersatzmaßnahme wird nördlich des Geh- und Radweges ein 2,50 Meter breiter Grünstreifen mit Bäumen angelegt. 

Informationen zur Verkehrsführung während der Bauzeit 

Die Verkehrsführung erfolgt für den Individualverkehr per Kfz auf dem Asselner/Brackeler Hellweg mit einer Einbahnstraßenregelung aus Richtung Asseln in Fahrtrichtung Brackel/Innenstadt. Aus Brackel/der Innenstadt in Fahrtrichtung Asseln wird der Kfz-Verkehr ab der Kreuzung „Brackeler Hellweg/ Holzwickeder Straße“ über die „Holzwickeder Straße“ und „Aplerbecker Straße“ umgeleitet. Im Zuge des Hellweges wird auf die Sperrung des „Brackeler Hellweges“ in Fahrtrichtung Asseln durch Großtafeln hingewiesen. 

Ab 2023 soll die gesamte Strecke der U43 zweigleisig sein. Foto: Klaus Hartmann/Archiv

Während der Herstellung des nördlichen Gehweges, der Versorgungsleitungsverlegungen und der Herstellung des nördlichen Gleises werden die Fußgänger*innen auf der südlichen Straßenseite über einen Ersatzgehweg entlang der Fahrbahn geführt. Erforderliche Querungsstellen werden signalisiert. 

Der Radverkehr wird umgeleitet, da die zur Verfügung stehende Breite des Behelfsgehweges in der südlichen Fahrbahnhälfte für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen im Zweirichtungsverkehr nicht ausreicht.

Der Radverkehr wird aus Richtung Stadtmitte auf dem nördlichen Gehweg kommend (südlicher Geh- und Radweg wird bis zur Kreuzung In den Erlen ausgebaut), über die Straßen „In den Erlen“, „Hollandstraße“ und „Asselner Straße“ umgeleitet. Radfahrer*innen aus Asseln kommend in Richtung Brackel/Innenstadt entsprechend in der Gegenrichtung. 

Die Stadtbahn wird während der Arbeiten eingleisig über den Bestand und dann vorab über ein neu erstelltes Gleis im nördlichen Baufeld geführt. Bis auf Zeiten zum Umschluss/Anbindung der neuen Gleise wird der Stadtbahnverkehr auch während der Bauzeit uneingeschränkt aufrecht gehalten sein. 

Hubert Jung: „Der zweigleisige Ausbau ist ein Meilenstein für unsere wichtige Ost-West-Verbindung U43.“

Die Gleisanlage besteht nach Fertigstellung aus einem etwa 950 m langem, doppelgleisigen Schwellengleisabschnitt und einem etwa 300 m langem, doppelgleisigen Rillengleisabschnitt. Im Bereich der Wohnbebauung erfolgt der Ausbau mit einem erschütterungsmindernden, leichten-Masse-Feder System.

DSW21 Verkehrsvorstand Hubert Jung .

Hierbei wird über eine „einfedernde Matte“ im Unterbau der Gleisanlage eine nahezu vollständige Entkoppelung von der Umgebung erreicht, was zu einer erheblichen Erschütterungsminimierung führt. 

Vor dem Rückbau des Bestandsgleises wird zunächst nördlich davon das zukünftige Gleis Richtung Stadt gebaut und ebenso eine neue Fahrleitungsanlage aufgebaut. Im Anschluss erfolgen der Rückbau des Bestandsgleises sowie der alten Fahrleitungsanlage und anschließend der Neubau des Gleises in Richtung Wickede. 

Auf dem neuen Gleis Richtung Stadt wird die Stadtbahn während der weiteren Arbeiten eingleisig geführt, bis das zweite Gleis sowie die neue Haltestelle fertiggestellt sind. DSW21-Verkehrsvorstand Hubert Jung: „Der zweigleisige Ausbau ist ein Meilenstein für unsere wichtige Ost-West-Verbindung U43. Die Verkehrssicherheit in diesem Streckenabschnitt wird deutlich erhöht. Gleichzeitig ergeben sich spürbare Verbesserungen im Hinblick auf Fahrtzeit und Zuverlässigkeit. Unsere Stadtbahn wird ein gutes Stück leistungsfähiger.“

Es wird mit Gesamtkosten von rund 18, 5 Millionen Euro gerechnet

Die Gesamtkosten der Umbaumaßnahmen betragen rund 18,5 Millionen Euro. Die Straßenbaumaßnahme wird nach dem Entflechtungsgesetz mit 65 Prozent der zuschussfähigen Kosten gefördert.  Die Stadtbahnmaßnahme wird zu 90 Prozent durch den VRR über Landesmittel gefördert. 

Die Kosten für die Zufahrten und die Linksabbiegespuren zu den Gewerbegrundstücken Tedi und Rewe sind gemäß § 16 Absatz 1 Straßen- und Wegegesetz NRW von den Anliegerinnen zu tragen. Die Kosten belaufen sich auf rund 500.000 Euro. 

Die Baumaßnahme wird nach den Bestimmungen des Kommunalabgabengesetzes (KAG) abgerechnet. Jedoch ist nur ein sehr eingeschränkter Bereich (Teile südlicher Gehweg) abrechnungsfähig. Die genauen Summen können erst am Ende der Gesamtmaßnahme ermittelt werden.

 

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Weitere Informationen:

Bauablauf / Bauabschnitte 

  • Erstellung der Baustraße Rewe am östlichen Bauende 
  • Herstellung der Fahrbahnkreuzungen der Versorgungsträger 
  • Südliche Fahrbahnhälfte und Gehweg vom westlichen Bauanfang bis gegenüber „In den Erlen“ 
  • nördlicher Gehweg zwischen In den Erlen bis Asselner Str. mit Kabeltrassen und Versorgungsleitungen 
  • ab ca. Feb. 2021 Gleisbauarbeiten am nördlichen Gleis mit parallel laufenden Kanalbauarbeiten in der südlichen Fahrbahnhälfte 
  • den Kanalbauarbeiten nachlaufend erfolgt der Ausbau der südlichen Fahrbahnhälfte mit der Herstellung der Grundstückszufahrten Tedi und Rewe
  • Verlegung des südlichen Gleises mit Haltestellenausbau Döringhoff und dem parallel laufenden Ausbau der nördlichen Fahrbahnhälfte 
  • abschließende Fahrbahndeckenarbeiten 

Archäologie 

In dem Ausbaubereich sind kulturgeschichtliche Bodendenkmäler des nachweisbaren Fernweges „Hellweg“ zu erwarten. Die Aushubarbeiten werden daher durch einen Archäologen begleitet.

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