Nordstadtblogger

Loch in der Socke, Toaster kaputt? Die Nachbarschaftshilfe in der Nordstadt bringt Menschen aus Dortmund zusammen

Die InitiatorInnen des Projekt Nachbarschaftshilfe: Apothekerin Janine Sänger, Nesrin Hatun vom Seniorenbüro Innenstadt-Nord u.a. wollen das Leben in der Nordstadt ein Stück weit einfacher machen. Fotos: A. Steger

Von Angelika Steger

Es herrscht reger Betrieb in der Hafen-Apotheke an der Mallinckrodtstraße. KundInnen kommen und gehen, lösen Rezepte ein, informieren sich über Medikamente. Dabei geht es heute nicht nur um die Beratung zu Gesundheitsthemen oder den Verkauf von Heilmitteln. Die Leiterin der Hafen-Apotheke, Janine Sänger wirkt begeistert, wenn sie von dem von ihr unterstütztem Projekt erzählt. „Wir verstehen uns nicht nur als Apotheke, sondern als Institution, die vor Ort ist und in anderen Belangen da sein kann.“ Dieses Ladengeschäft ist Teil eines Netzwerks, dass dafür sorgen soll, dass das Leben in der Nordstadt attraktiv ist: durch Nachbarschaftshilfe. Apothekerin Janine Sänger hat dafür extra ein Schaufenster zur Verfügung gestellt.

Vielfältige Aufgaben können durch die Nachbarschaftshilfe gemeistert werden

Ein Schaufenster der Hafenapotheke macht auf das Projekt Nachbarschaftshilfe aufmerksam.

Ob es RentnerInnen sind, die nicht mehr so gut zu Fuß sind und gerne jemanden hätten, die oder der für sie einkauft, ob die Wäsche zuhause aufgehängt werden soll oder ein Knopf wieder an der Bluse oder Hose locker ist: das Projekt der Nachbarschaftshilfe bringt die Menschen zusammen, die sich gegenseitig unterstützen können.

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Janine Sänger dazu: „Wir vermitteln und führen die Paare zusammen, führen Begleitgespräche. Wer bei uns mitmachen will, muss ein Führungszeugnis vorlegen.“ Auch wenn man offen für die Menschen ist, muss für eine gewisse Sicherheit gesorgt werden. Danach können sich die Beteiligten treffen. Ein ehrlicher Umgang miteinander ist den Beteiligten wichtig.

Die Nachbarschaftshilfe soll ein Abbild der Bevölkerung in der Nordstadt sein

In diesen Briefkasten können die Postkarten mit den Angeboten und HilfsanbieterInnen geworfen werden.

Zwar ist das Seniorenbüro Innenstadt-Nord der Organisator, doch das Projekt soll nicht nur alte Menschen ansprechen. Schon aufgrund der Bevölkerungsstruktur der Nordstadt sollen unterschiedliche Kulturen angesprochen werden.

Junge und alte Menschen sollen sich treffen, ebenso die unterschiedlichen Kulturen, die in diesem Stadtteil leben. Durch Einsatz moderner Kommunikationsmittel hofft Apothekerin Sänger, dass auch Communitys von MigrantInnen erreicht werden können, würden viele von ihnen doch z. B. WhatsApp nutzen.

Außerdem finden sich im Organisationsteam nicht nur deutsch klingende Namen, sondern auch welche mit Migrationshintergrund, in diesem Fall die MitarbeiterInnen des Seniorenbüros, Frau Nesrin Hatun und Herr Racin Smail. Für eine bessere Bekanntheit, Verbreitung und rege Teilnahme wurde der Hashtag „Packenwiresan!“ ins Leben gerufen. Darunter sollen die ProjektteilnehmerInnen erfolgreiche Nachbarschaftshilfe in den sozialen Medien posten und das Projekt somit bekannter machen.

Projekt Nachbarschaftshilfe: so kommen HelferInnen und Hilfesuchende zusammen

Mit dieser Postkarte können Hilfsangebote oder Hilfsanfragen an die NachbarInnen gemacht werden.

Wie können Hilfesuchende und HilfsanbieterInnen sich nun bekannt machen? An allen teilnehmenden Institutionen, wie dem Seniorenbüro Innenstadt Nord, verschiedenen Kirchen,  der Hafen-Apotheke, dem Ordnungsamt Bornstraße sowie in der AWO Begegnungsstätte Nord liegen Postkarten aus.

„Darauf kann man schreiben oder auch ein Foto auf die Vorderseite kleben, was für sie oder ihn Nachbarschaftshilfe persönlich ausmacht. Auf der Rückseite können Gesuche oder Hilfsangebote angegeben werden.“ Janine Jäger zeigt eine Postkarte.

Außerdem gibt es an jeder Postkarten-Ausgabestelle auch einen speziellen Briefkasten, wo die Postkarten – unfrankiert natürlich – eingeworfen werden können. Das Seniorenbüro Innenstadt Nord leert die Briefkästen und vermittelt dann die NachbarInnen, die sich helfen wollen.

Die Nachbarschaftshilfe für den Bezirk Innenstadt Nord soll neu belebt werden

Rückseite der Postkarte für Hilfsgesuche und -angebote

Die Nachbarschaftshilfe gibt es schon seit 2008. Durch Umzug oder aus Altersgründen nahm die Zahl der TeilnehmerInnen aber ab. Im Jahr 2008 hatte die Initiative auch die Auszeichnung „Engel der Nordstadt“ erhalten.

Im Kontext von bestimmten Kirchengemeinden war auch keine Nachbarschaftshilfe-Organisation mehr notwendig, weil innerhalb der Gemeinden bereits ein Netzwerk existierte, das auf dem jeweiligen Glauben gründete. Jetzt soll das Projekt für alle Nordstadt-BewohnerInnen, auch außerhalb der Kirchengemeinden, wiederbelebt werden. Abschließend betont die Apothekerin und Mitinitiatorin:

„Nachbarschaftshilfe ist kein RepairCafé oder eine Servicebegleitagentur. Die Leute treffen sich zuhause und bei der Servicebegleitagentur bei Pflegegrad eins wird die Arbeit der ehrenamtlichen HelferInnen in Euro abgerechnet. Nachbarschaftshilfe ist eine unentgeltliche Arbeit.“

Weitere Informationen:

Begleitveranstaltungen zum Projekt Nachbarschaftshilfe:

  • Mittwoch 16.10.2019, 11 bis 13 Uhr: erste Vorkoch-Aktion mit Einführung in Hygiene und gesunde Ernährung, Referentin: Frau Dr. Kocabas, Veranstaltungsort: Soziales Zentrum e.V. , Westhoffstraße 8- 12.
  • Montag 4.11.2019, 16 bis 17.30 Uhr: Speed-Dating
    Veranstaltungsort: Gemeindesaal St. Getrudis, Rückertstraße 2
  • Montag, 2.12.2019, 14 bis 17 Uhr, Vorweihnachtliches Plätzchenbacken
    Veranstaltungsort: Soziales Zentrum e. V., Adresse s.o.
  • Seite des Seniorenbüros Innenstadt Nord: hier.
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