Lesung mit Musik in der Auslandsgesellschaft NRW würdigt den jüdischen Komponisten Paul Abraham

Spätestens seit 2013, als die Operette „Ball im Savoy“ in der Volksoper Berlin als glamouröse Großstadtshow inszeniert und umjubelt wurde, ist der Name des Komponisten Paul Abraham wieder in aller Munde.

„Fußball-Operette“ Roxy feiert nach 80 Jahren ein glanzvolles Comeback

Die Karriere von Paul Abraham war kometengleich. Der weltweit gefeierte Komponist musste jedoch 1933 auf dem Höhepunkt seiner  Erfolge  aus Berlin fliehen.
Die Karriere von Paul Abraham war kometengleich. Der weltweit gefeierte Komponist musste jedoch 1933 auf dem Höhepunkt seiner Erfolge aus Berlin fliehen.

Mehr als 80 Jahre nach seinen triumphalen Erfolgen feiert der aus einer donauschwäbischen, jüdischen Familie stammende Journalist ein glanzvolles Comeback.

In der Oper Dortmund steht die „Fußball-Operette“ Roxy und ihr Wunderteam (erstmals 1937 in Wien aufgeführt) als deutsche Uraufführung seit November 2014 auf dem Programm.

Es ist Abrahams zeitkritischstes Stück, in dem die heroisierende, spießige Sportauffassung des NS-Staats à la Leni Riefenstahl satirisch aufs Korn genommen wird. Im Theater in Hagen feierte Abrahams einen großen Erfolg, die Operette „Ball in Savoy”  hatte Ende November 2014 Premiere.

Im Oktober 2014 erschien die erste umfassende Biographie Paul Abrahams als Buch. In diesem Buch zeichnet Klaus Waller das Leben eines zerrissenen Menschen nach, der sich einerseits als dandyhafter Operettenkönig inszenierte und gleichzeitig mit modernsten Musikelementen das ganze Genre erneuerte.

Die Karriere von Paul Abraham war kometengleich. Der weltweit gefeierte Komponist musste jedoch 1933 auf dem Höhepunkt seiner Erfolge aus Berlin fliehen. Er flüchtete nach New York, wo niemand an seinen Kompositionen Interesse hatte. Seine künstlerische Laufbahn nahm ein jähes Ende. Die Jahre ab 1946 verbrachte er in New York in der Psychiatrie, ab 1956 bis zu seinem Tod 1960 lebte er in Hamburg.

Biograph Klaus Waller liest Ausschnitte – Wilhelm Albert Makus spielt am Klavier

Um sich dieser interessanten Persönlichkeit zu nähern, lädt der Länderkreis Israel der Auslandsgesellschaft am Donnerstag, den 26. Februar, um 19 Uhr zu einer Lesung mit Musik in die Auslandsgesellschaft NRW, Steinstraße 48, ein.

Klaus Waller hat die erste umfassende Biographie geschrieben.
Klaus Waller hat die erste umfassende Biographie geschrieben.

Mitveranstalter sind die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. und VHS Dortmund. Der Eintritt ist frei.

An diesem Abend liest Klaus Waller Ausschnitte aus seiner gerade erschienenen Biographie Paul Abrahams. Die musikalischen Intermezzi gestaltet Wilhelm Albert Makus am Klavier mit eigenen Arrangements beliebter Melodien von Paul Abraham.

Waller arbeitete mehr als zwölf Jahre als Herausgeber und Lektor einer satirischen Taschenbuchreihe bei Rowohlt. Das Werk über Paul Abraham ist seine zweite größere Biographie.

Auf das Schicksal Paul Abrahams stieß Waller bei seiner Tätigkeit als ehrenamtlicher Mitarbeiter der Online-Enzyklopädie Wikipedia, für die er zahlreiche biographische Artikel über durch das NS-Regime verfolgte jüdische Künstler schrieb.

Wilhelm Albert Makus arbeitet neben seiner Lehrtätigkeit an der Musikschule Witten als freiberuflicher Musiker und Fachautor.

Weitere Infos:

Mehr zum Programm das Deutsch-Israelischen Länderkreises der AGNRW finden Sie hier als PDF zum Download: Programm des Israel-Länderkreises für das erste Halbjahr 2015

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