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Kulturgeschichte im Kleinstformat: Das MKK erhält das Münzkabinett der Sparkasse Dortmund als Dauerleihgabe

v.l.n.r. Uwe Samulewicz, Birgit Jörder, Karl Heinrich Deutmann und Dr. Gisela Franke. Foto: R. Gorecki/ Stadt DO

Bürgermeisterin Birgit Jörder durfte jetzt ein Kleinod Dortmunder Stadtgeschichte in Empfang nehmen. Die Stadtsparkasse Dortmund überlässt dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte ihr Münzkabinett als dauerhafte Leihgabe: ein eindrucksvolles und einzigartiges Ergebnis jahrzehntelangen Sammelns und ein wertvolles Zeugnis Dortmunder Vergangenheit.

Das Münzkabinett umfasst insgesamt 249 Münzen mit einem Gesamtwert von rund 300.000 Euro

„Wir freuen uns, dass die DortmunderInnen nun wieder die Möglichkeit haben, diese besondere Münzsammlung, die ein großes Stück der Dortmunder Geschichte widerspiegelt, begutachten zu können,“ sagte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Dortmund Uwe Samulewicz bei der Übergabe des Münzkabinetts an Bürgermeisterin Birgit Jörder am vergangenen Montag.

Das Münzkabinett stellt eine enorme Bereicherung des bisherigen Bestandes des Museums für Kunst und Kulturgeschichte am Freistuhl in der Dortmunder Innenstadt dar und ergänzt ihn ideal. Die Münzsammlung mit einem Gesamtwert von rund 300.000 Euro umfasst insgesamt 249 Münzen aus unterschiedlichen Epochen.

Das Spektrum reicht vom eher unscheinbaren kupfernen Kleingeld über gängige Handelswährungen bis hin zu repräsentativen Goldgulden und Dukaten. Außerdem beinhaltet es auch prächtige, exakt ausgeprägte Silbertaler, auf denen das Konterfei des Kaisers jedes kleine Detail erkennen lässt.

Münzsammlung hat besonderen Stellenwert in der Neukonzeption des MKK

Die Sammlung beinhaltet geläufige Nominale wie Groschen, Kreutzer, Heller, Schillinge und Gulden, aber auch so ungewöhnliche wie Blamüser, Dütchen oder Fettmännchen. Historisch ist die Sammlung von immensem Wert, da man an ihr verschiedenste Entwicklungen und Trends der jeweiligen Epoche ablesen kann.

So spiegelt sie das städtische Alltagsleben, gibt Auskunft über die Entwicklung des Handwerks und wirtschaftlicher Tendenzen. Sie verdeutlicht territoriale Verbindungen und Verflechtungen und macht es möglich die Auswirkungen der Kriege zu analysieren.

„Münzen und Medaillen sind Kulturgeschichte im Kleinstformat. Nur wenige kulturgeschichtliche Objekte sagen auf so kleinem Raum so viel aus über die wirtschaftlichen, politischen, gesellschaftlichen Verhältnisse ihrer Zeit. Mit der Neukonzeption des Museums wird die Münzsammlung in der Dauerausstellung daher einen besonderen Stellenwert bekommen“, sagt Dr. Jens Stöcker, Direktor des MKK.

Exponate verraten viel über wirtschaftliche Entwicklungen und das Leben seinerzeit

So gehören unter anderem der erste in und für Dortmund unter Kaiser Otto III. geschlagene Silberpfennig – die Leitwährung  im Ostseehandel des zehnten und elften Jahrhunderts – oder der letzte 1/6 Taler von 1760, den Kaiser Franz I. wegen Unterwertigkeit im gesamten Reichsgebiet verbot zur umfangreichen Sammlung. Abgerundet wird sie durch das Dortmunder Kriegs- und Notgeld sowie eine nahezu komplette Hörder Münzsammlung.

Aufgrund ihrer teilweise außergewöhnlich guten Erhaltung und detaillierten Ausprägung erreichen die Münzen, insbesondere die späten Talerprägungen, nahezu Fotoqualität und sind daher auch einfach schön anzusehen.

Mehr Informationen:

www.dortmund.de/de/freizeit_und_kultur/museen/mkk/start_mkk/index.html

www.facebook.com/mkkdortmund/

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