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Kino aus aller Welt ins eigene Wohnzimmer holen: „IFFF Dortmund+Köln“ findet digital und im Schaufenster statt

Das „IFFF Dortmund+Köln“ findet dieses Jahr im digitalen Format statt. Einige Filme werden in Schaufenstern in der Dortmunder Innenstadt gezeigt. Zuschauer*innen können sich über einen QR Code die Tonspur der Kurzfilme aufs Handy laden. Foto: Marina Weigel

Von Thea Ressemann

Dieses Jahr ist einiges anders beim „Internationalen Frauen* Film Fest Dortmund+Köln“ (kurz: IFFF Dortmund+Köln). Neues Logo, neuer Name, neue Website. Dazu kommt, dass es dieses Jahr digital stattfindet. Die coronabedingte Umsetzung sei zwar kein eins-zu-eins-Ersatz, aber eine „Chance, das Filmfest ortsgebunden bekannter zu machen“, weiß Festivalleiterin Maxa Zoller. Vom 15. bis 20. Juni sind die Filme und das weitere Programm online verfügbar.

Ein Filmfestival mit Tradition für Gleichberechtigung

Das „Internationale Frauen Film Fest Dortmund+Köln“ ist das größte internationale Frauenfilmfestival in Deutschland. Es entstand vor 15 Jahren durch die Zusammenführung der  „femme totale“ aus Dortmund und „Feminale“ aus Köln. Die beiden wurden bereits in den 1980er-Jahren gegründet. ___STEADY_PAYWALL___

Gezeigt werden seit jeher internationale Filme aller Art von Frauen aus der ganzen Branche. Ziel ist die Gleichberechtigung in der gesamten Filmproduktion. Das Festival bietet ihnen eine Bühne und macht auf Diskriminierungen aufmerksam.

Es werden Filme gezeigt, die offen und vielfältig sind. Sie lassen zu, außerhalb der gesellschaftlichen Normen zu denken. Das geschieht ganz natürlich. Sogar in Filmen, die die Diversität nicht explizit zum Thema haben.

Neuer Name und neues Logo ändern nichts an den Zielen und Werten des Festivals

Das Filmfesival trägt einen neuen Namen und hat ein neues Logo. Foto: Ina Bunge

Hinter dem neuen Namen verstecken sich mehrere Aspekte. Zwar soll sich das Festival durch ihn nicht ganz von seiner Historie lösen, dennoch weist er auf die Modernität und Inklusivität des Filmfestivals hin. Er steht für ein tolerantes und respektvolles Miteinander.

Das Logo ist auch neu designt worden. Es repräsentiert die wichtigsten Werte und Hintergründe des Filmfests. Beispielsweise die Zeitlosigkeit der gezeigten Themen und der Aspekt der Gleichberechtigung kommen gut zur Geltung. Auch die Verbindung der Städte ist dargestellt.

Das Publikum kann sich auf ein abwechslungsreiches Programm freuen

Filme wie „Unapologetic“ von Ashley O’Shay behandeln wichtige aktuelle Themen. Foto: Kartemquin Films

Nachdem das Festival im April nicht stattfinden konnte, findet es nun endlich doch statt. Vom 15. bis zum 20. Juni 2021 können sich die Zuschauer*innen auf ein vielfältiges Online-Programm freuen. Tickets können ab 10 Uhr am 1. Juni 2021 auf der Festival-Website erworben werden.

Das Programm ist auch in diesem Jahr abwechslungsreich gestaltet. Es gibt online nicht nur Filme. Andere Formate wie Interviews kann man sich ebenfalls anschauen. Finden kann man sie auf der Website und den Social-Media-Kanälen des Festivals (Links im Anhang des Artikels).

Zu den Online-Programmpunkten gehören beispielsweise Interviews und eine „digitale Wonder-Bar“. In den Tag starten kann man mit den täglichen Morgenstatements. Auch gibt es jeden Abend Live-Talks, die ab 19.30 Uhr starten.

Auf der extra für das Festival angelegten Video-on-Demand Plattform werden 70 verschiedene Filme gezeigt. Die bedienen sämtliche Genre und Geschmäcker. Dabei handelt es sich sowohl um regionale als auch internationale Werke. Sie sind zum größten Teil mit deutschem Untertitel und mit der originalen Tonspur abrufbar.

Von regional bis international: die vielfältigen Kategorien bieten für alle etwas

In der Kategorie „Fokus“ wird unter anderem „Becoming Animal“ von Emma Davie und Peter Mettler gezeigt. Foto: GM Films

Bei „Fokus| The Connection: Von Pflanzen, Menschen und anderen Tieren“ geht es um einen besseren Umgang der Menschen mit der Natur. Ein Beispiel dafür ist die Dokumentation „Becoming Animal“ von Emma Davie und Peter Mettler über den Kulturökologen David Abram, der dazu einlädt, Beziehungen herzustellen mit Tieren und der Welt, die uns umgibt..

In der Kategorie „begehrt! – filmlust queer“  können sich die Zuschauer*innen auf Dokumentationen freuen, die bewegen und inspirieren. Fragen aus der queeren Community sind dabei das besondere Augenmerk.

Die Filme der Kategorie „Panorama“ sind alles, aber nicht Mainstream. Hier finden sich die verschiedensten Dreharten und Formate. Die Gemeinsamkeit: Die Protagonist*innen wagen (wenn auch selten freiwillig) einen Neubeginn.

Das Festival stellt in der Kategorie „Spot on, NRW!“ seit diesem Jahr lokale Filmeschaffende vor. Sinn und Zweck des Programmpunkts ist es, das Frausein in der Branche zu illustrieren. 2021 stellt sich „DOKOMOTIVE“ vor. Das Dokumentarfilm-Kollektiv aus Köln steht für ein produktives und positives Miteinander.

Kinder und Jugendliche kommen beim „Internationalen Frauen Film Fest Dortmund+Köln“ nicht zu kurz. Es werden elf Filme gezeigt, die auf die wahre Vielfalt der Gesellschaft aufmerksam machen. Diese erfüllen einen pädagogischen Anspruch. Eine Anmeldung für diese Kategorie erfolgt per E-Mail an schulfilm@frauenfilmfestival.eu.

Die Highlights des IFFF Dortmund+Köln sind wirklichkeitsnah und real – in Dortmund sind Filme in Schaufenstern zu sehen

Marny Gracia Mommertz und Princela Biyaa berichten über ihre Nachforschungen zu Faisa Jansen. Foto: Adriano Vannini

Unter dem Titel „IFFF packt aus“ präsentiert das Festival seine lange und wichtige Geschichte. Gezeigt werden wichtige Momente und Beiträge aus vergangenen Jahren. Diese Beiträge sind immer noch aktuell.

Auch wenn das Fest digital stattfindet, einer der Programmpunkte ist in der Realität zu finden. In Dortmund wird es drei „FestivalSchauFenster“ geben. Das bedeutet, dass in drei wortwörtlichen Schaufenstern Kurzfilme zum Thema „Fokus | The Connection: Von Pflanzen, Menschen und anderen Tieren“ gezeigt werden. Die Zuschauer*innen können sich über einen QR Code die Tonspur der Kurzfilme aufs Handy laden. Die Orte der drei Schaufenster sind Königswall 14, Brückstraße 64 und Friedhof 6-8.

Ein weiteres Highlight ist der Gesprächsabend zu „Fasia Jansen Residenz“. Die Kulturproduzentin Marny Gracia Mommertz und die Bildungsreferentin Princela Biyaa stellen Nachforschungen zum Leben von Fasia Jansen (eine Schwarze Liedermacherin und Aktivistin) vor. Jansens Erfahrungen und die anderer Schwarzer Menschen sollen helfen ihre Netzwerke seit dem Zweiten Weltkrieg zu verstehen.

Preise für internationale Spitzenfilme, Kinderfilme, Nachwuchskünstler*innen

Mit ihrem Film „Qua vadis, Aida?“ ist Jasmila Žbanić für den Spielfilmwettbewerb nominiert. Foto: Christine A. Maier/Deblockada

Acht internationale Top-Filme treten in der Kategorie „Internationaler Spielfilmwettbewerb für Regisseurinnen“ gegeneinander an. In der Auswahl sind zum Beispiel „Qua vadis, Aida?“ von Jasmila Žbanić  und „Aurora“ von Paz Fábrega. Eine internationale Jury bewertet die Filme.

Zum ersten Mal wird dieses Jahr auch ein Preis für einen Kinderfilm vergeben. Der „ECFA Short Film Award“ ist ein Preis der „European Children’s Film Association“. Er ehrt einen Kurzfilm aus Europa. Die einzelnen Filme sind maximal 30 Minuten lang.

Zusammen mit der Kunsthochschule für Medien Köln vergibt das IFFF Dortmund+Köln auch in diesem Jahr den Nachwuchs-Preis. Der „Shoot – KHM&IFF Dortmund+Köln Nachwuchspreis für Künstlerinnen der KHM“ hilft Nachwuchsküntler*innen ihre Reichweite zu vergrößern.

Auch das Publikum des Filmfestivals vergibt einen Preis. In einer Online-Abstimmung können die Zuschauer*innen bestimmen, welcher Film sie am meisten begeistert und bewegt.

Mehr zum Programm unter: https://frauenfilmfest.com/

 

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Ein Gedanke zu “Kino aus aller Welt ins eigene Wohnzimmer holen: „IFFF Dortmund+Köln“ findet digital und im Schaufenster statt

  1. Wir sehen uns im Kino! Parallel zu seinem großen Online-Programm zeigt das IFFF Dortmund+Köln jetzt auch Filme in der Schauburg Dortmund (PM IFFF)

    Wir sehen uns im Kino! Parallel zu seinem großen Online-Programm zeigt das IFFF Dortmund+Köln jetzt auch Filme in der Schauburg Dortmund

    Wir können wieder ins Kino. Kurz vor Start der großen Online-Ausgabe des Internationalen Frauen* Film Fest Dortmund+Köln (15. –20. Juni) sind nun doch auch Vorstellungen vor Ort im Kino möglich. Das Festival nutzt die Gunst der Stunde, um dem
    Dortmunder Publikum einige Höhepunkte aus dem Programm auf großer Leinwand zu präsentieren. Vom 16. –20. Juni bietet das Festival im Dortmunder Traditionskino Schauburg sechs Vorstellungen an. Damit ist das IFFF Dortmund+Köln das erste Filmfestival in NRW, das vor der bundesweiten Öffnung der Lichtspieltheater wieder Filme im Kino zeigt*.

    Auf dem Programm stehen drei Filme aus dem Internationalen Spielfilmwettbewerb für Regisseurinnen sowie Beiträge aus der Reihe begehrt! – filmlust queer und dem Fokus »The Connection: Von Pflanzen, Menschen und anderen Tieren«.

    16. Juni 20 Uhr Quo Vadis, Aida?
    Regie: Jasmila Žbanić (BA/AT/RO/DE/NL/PL/FR/NO 2020, 104 Min., Originalfassung mit deutschen Untertiteln, Spielfilmwettbewerb)
    Bosnien, Juli 1995. Die Englischlehrerin Aida arbeitet als Übersetzerin. Als es zur Machtübernahme durch die serbische Armee kommt, sucht ihre Familie wie tausend Andere im UNO-Lager Schutz. Bei den politischen Verhandlungen muss Aida fatale
    Informationen übersetzen. Bis zuletzt hofft sie, dem drohenden Schicksal zu entrinnen. Der Film schildert auf eindringliche Art die Ereignisse vor dem Massaker von Srebrenica und hat vor dem Hintergrund des Uno-Tribunals gegen den serbischen Ex-General Ratko Mladić höchste Aktualität. »Quo Vadis, Aida?« war 2021 für den Oscar © für den besten ausländischen Film nominiert und Bildgestalterin Christine A. Maier erhielt für ihre Arbeit am Film den Deutschen Kamerapreis 2021.

    17. Juni 20 Uhr Becoming Animal
    Regie: Emma Davie, Peter Mettler (CH/GB 2018, Dokumentarfilm, 78 Min., Originalfassung mit deutschen Untertiteln, Fokus »The Connection«)
    In Becoming Animal haben andere-als-menschliche Lebewesen den Vortritt. Der Kulturökologe David Abram lädt uns ein, Beziehungen herzustellen mit Tieren und der Welt, die uns umgibt. Die Kamera fängt Bilder von gewaltiger Schönheit ein, die wie für die Leinwand gemacht scheinen und zum Eintauchen in eine neue Dimension einladen. Visuell einfallsreich plädiert der Film für ein achtsames Naturerlebnis und schlägt eine neue Art des Naturfilms vor: einen, in dem der Akt des Sehens und
    Zurückschauens in den Fokus rückt.

    18. Juni 20 Uhr Petite Maman
    Regie: Céline Sciamma (F 2021, 72 Min., Originalfassung mit deutschen & englischen Untertiteln, Spielfilmwettbewerb)
    Eine Zeitreise ohne Zeitmaschine. Nach dem Tod ihrer Großmutter hilft die 8-jährige Nelly ihren Eltern beim Ausräumen des alten Hauses. Im Wald betritt Nelly eine magischreale Welt, in der ihr die eigene Mutter als Kind begegnet. Sciamma, eine der virtuosesten Regisseurinnen unserer Zeit, legt nach Porträt einer jungen Frau in Flammen ein Werk vor, das vom Erwachsenwerden, Trauerarbeit und der Kraft der Imagination erzählt. »Petite Maman« feierte bei der Berlinale 2021 seine internationale Premiere. Da der Film aus rechtlichen Gründen nicht online gezeigt werden darf, ist diese Kinovorstellung eine einmalige Gelegenheit die neuste Arbeit dieser beindruckenden Regisseurin zu sehen.

    19. Juni 18 Uhr Gendernauts
    Regie: Monika Treut (DE 1999, Dokumentarfilm, 86 Min., englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln, begehrt! – filmlust queer)
    Gendernauts erforscht das Phänomen von Trans-Geschlechtlichkeit. Ort: San Francisco, Zeit: am Ende des zweiten Jahrtausends. Der Film zeigt Gender-Mixer und sexuelle Cyborgs, die ihre Körper mit Hilfe neuer Technologien und Biochemie verändern und damit die binären Identitäten von männlich und weiblich in Frage stellen.

    19. Juni 20.15 Uhr Genderation
    Regie: Monika Treut (DE 2021, Dokumentarfilm, 88 Min., englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln, Reihe: begehrt! – filmlust queer)
    Monika Treut gilt als Avantgardistin des New Queer Cinema. Für ihren neuesten Film reist sie zurück zu den Protagonist*innen von Gendernauts. Die damals jungen Künstler*innen, Akademiker*innen, Trans*Aktivist*innen sind zwar älter geworden,
    erscheinen aber nicht weniger lebensfroh, klug, sanft, weise. Monika Treut fragt nach dem, was sich für sie alle verändert hat und danach, welche Kämpfe anhalten. In diesem berührenden Porträt wird queere Geschichte geschrieben. Genderation feierte im März seine Premiere im »Panorama« der Berlinale 2021. In Kooperation mit dem Museum Ostwall, im Rahmen von »Art on the MOve« präsentieren wir dieses Double Feature in Anwesenheit der Regisseurin Monika Treut.

    20. Juni 18 Uhr The Man Who Sold His Skin
    Regie: Kaouther Ben Hania (TN/FR/BE/SE/DE 2020, 104 Min., Originalfassung mit deutschen Untertiteln, Spielfilmwettbewerb)
    Um dem Krieg in Syrien zu entkommen, lässt sich der impulsive Sam Ali von einem Künstler den Rücken tätowieren und gelangt damit als Kunstobjekt nach Europa. Schon bald wird ihm klar, dass dieser Weg nicht die ersehnte Freiheit bringt. Ihre faszinierende zynische Studie über menschliche Würde brachte Kaouther Ben Hania eine Oscar- Nominierung für den besten ausländischen Film ein.

    14. –20. Juni: FestivalSchauFenster
    THE CONNECTION. Eine multimediale Ausstellung

    Das Festival wandert in den öffentlichen Raum und belebt den Leerstand. In Dortmunder Schaufenstern zeigen wir internationale Videokunst aus einem Querschnitt der Festivalsektionen und freuen uns über zufällige Passant*innen, die einen Moment innehalten und verweilen. Zu sehen sind Arbeiten aus unserem diesjährigen Fokus »The Connection: Von Pflanzen, Menschen und anderen Tieren«. Die Zuschauer*innen können sich über einen QR Code die Tonspur der Kurzfilme aufs Handy laden.

    14.06., 18.30 Uhr Ausstellungseröffnung: Am Schlips, Brückstraße 64

    Kino*: Schauburg Dortmund, Brückstraße 64, 44135 Dortmund
    Tickets: 8,– Euro / 7,– Euro ermäßigt**.
    Tickets sind an der Abendkasse erhältlich. Reservierungen möglich unter lindner@frauenfilmfestival.eu Reservierte Tickets müssen bis 30 Minuten vor
    Vorstellungsbeginn abgeholt werden.

    *Es gelten die offiziellen Pandemie-Regeln: Der Eintritt ist möglich für vollständig geimpfte oder genesene Personen oder nach Vorlage eines gültigen Corona-Tests, der nicht älter als 24 Stunden ist.
    ** Schüler*innen, Studierende, Auszubildende und Absolvierende des freiwilligen Wehrdienstes und der Bundesfreiwilligendienste; Senior*innen ab 65 Jahren; Inhaber*innen des »Dortmund-Passes«.

    http://www.frauenfilmfest.com
    http://www.facebook.com/IFFF.Dortmund.Koeln
    http://www.instagram.com/frauenfilmfest

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