Kennste schon? Intuitive Fotografie führt zu ungewohnten Blicken auf vertraute Orte

Ausstellungs- und Workshop-Projekt mit Heimathafen und GrünBau

Für die Dortmunder Fotografin Claudia Dreyße ist das Workshop-Angebot „Intuitive Fotografie“ inzwischen eine Herzensangelegenheit. Daniel Sadrowski

Was sehen Menschen ohne fotografische Vorkenntnisse, wenn sie gemeinsam mit einer erfahrenen Fotografin ihr Umfeld erkunden? Die Ausstellung „Kennste schon? Neue Blicke auf dein Umfeld.“ gibt Antwort. Sie ist das Ergebnis eines Workshops u.a. mit geflüchtete Mädchen und jungen Frauen. Eine Preview ist bereits zum Hafenspaziergang (29. August) möglich – offiziell wird am 31. August im „Pferdestall“ (Speicherstraße 15) eröffnet.

Es geht nicht um das „perfekte“ Bild, sondern um Wahrnehmung

Ich sehe was, was du nicht siehst – ein altes Kinderspiel, das die Aufmerksamkeit schult und einen Dinge entdecken lässt, die man vorher vielleicht gar nicht so wahrgenommen hat. Ähnlich spielerisch konzipiert die Dortmunder Fotografin Claudia Dreyße ihre Workshops für Jugendliche. „Intuitive Fotografie“ nennt sie das, denn es soll nicht darum gehen hier Technik zu vermitteln, sondern genauer hinzusehen.

Es geht in den Workshops auch darum andere Blickwinkel einzunehmen. Sadia

Ein Workshop im Hafenquartier mit der Gruppe „Ladies First“ – ein Projekt mit geflüchteten Mädchen und jungen Frauen – bot den Anlass für die Ausstellung. Ziel war es, die Teilnehmerinnen zu stärken und dabei zu unterstützen die eigenen Ziele in der neuen Heimat Dortmund nicht aus den Augen zu verlieren: „Das ist für die jungen Frauen von zentraler Bedeutung“, so Dreyße.

Für die Teilnahme war kein technisches Vorwissen nötig, „es geht nicht um das perfekte Bild“, findet Dreyße, sie legt Wert auf ein gemeinsames Erkunden, Beobachten und Wahrnehmen. Die Teilnehmerinnen hatten Zeit das Hafenquartier zu erkunden und sich ein wenig treiben zu lassen. Hier und da gab es aber auch fotografische Impulse, um die Aufmerksamkeit für die Umgebung zu wecken.

„Wir lernen das urbane, vertraute Umfeld neu zu betrachten.“

Entstanden sind Bilder, die für Dreyße echte Entdeckungen sind: „Sie brechen mit der konventionellen Sehweise, provozieren manchmal sogar – und genau das begeistert mich.“ Alle Bilder sind mit dem Smartphone entstanden, die Motive wurden dann gemeinsam angeschaut und eine Auswahl für die Präsentation zur Verfügung gestellt.

Schulhofimpression der anderen Art Anton Gustav

Ergänzt werden die Bilder von „Ladies First“ in der Ausstellung übrigens um die Perspektiven von drei weiteren Gruppen, zum Beispiel der 5. Klasse der Emscherschule Aplerbeck, die während eines Schultages ihren Schulhof fotografisch erkundet hat.

Für Dreyße sind die Workshops inzwischen eine echte Herzensangelegenheit: „Die selbst gefundenen Motive lösen oft Freude und sogar Euphorie aus. Gleichzeitig lernen wir, das urbane, vertraute Umfeld neu zu betrachten.“ Und das ist etwas, das sich hoffentlich auch auf die Besucher:innen der Ausstellung überträgt.

Zu sehen sind die Fotos im sogenannten Pferdestall des Heimathafens im Dortmunder Hafenquartier, Speicherstraße 15. Beim Hafenspaziergang am Samstag, 29. August ist bereits eine Vorbesichtigung möglich (14:00–22:00 Uhr). Die offizielle Eröffnung ist dann am Montag, 31. August von 14:00 bis 17:00 Uhr.

Weitere Informationen:

  • „Kennste schon? Neue Blicke auf dein Umfeld. Intuitive Fotografie.“ vom 29. August bis 11. September 2026
  • Vom 1. bis 4. September 2026 und vom 7. bis 10. September 2026 täglich von 09:00 bis 17:00 Uhr
  • Samstag und Sonntag (5. und 6. September 2026) von 15:00 bis 17:00 Uhr sowie nach Vereinbarung
  • Freitag, 11. September 2026 von 09:00 bis 13:00 Uhr
  • Eine Kooperation von Heimathafen Nordstadt/GrünBau gGmbH und mit Unterstützung von Baukultur NRW.

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