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Keine Mehrheit absehbar: Jens Peick zieht Bewerbung als Arbeitsdirektor am Klinikum zurück – ver.di bedauert Rückzug

Die Teststelle grenzt direkt an den Haupteingang des Klinikums Dortmund Mitte.

Die Stelle des Arbeitsdirektors der Städtischen Kliniken bleibt auch nach mehr als einem Jahr vakant. Foto: Klinikum

Die Personalie des künftigen Arbeitsdirektors der städtischen Kliniken in Dortmund bleibt offen und wird erst den neuen Rat beschäftigen: Jens Peick, bisher Büroleiter des scheidenden SPD-OB Ullrich Sierau, hat seine Bewerbung zurückgezogen. Er sieht keine Mehrheit (mehr) für seine Berufung. Die Gewerkschaft ver.di bedauert diesen Schritt: Peick war der Kandidat der Arbeitnehmer*innen-Vertreter im Aufsichtsrat des Klinikums.

Arbeitnehmer*innen-Kandidat Jens Peick macht seine Entscheidung via Facebook öffentlich 

Der SPD-Vize Jens Peick sprach den GenossInnen an der Basis aus der Seele.

Jens Peick hat seine Bewerbung für den Posten des Arbeitsdirektors des Klinikums zurückgezogen.

Via Facebook hatte Peick seine Entscheidung öffentlich gemacht: „Ich habe meine Bewerbung als Arbeitsdirektor des Klinikums Dortmund zurückgezogen. Denn es war absehbar, dass CDU, Grüne und FDP dem Vorschlag der Beschäftigten – getragen von allen drei Gewerkschaften am Klinikum – nicht folgen werden. Und ich habe immer gesagt, dass es nicht um mich geht, sondern um die Mitbestimmung. Daher hoffe ich, dass dieser Schritt jetzt kurzfristig eine Lösung ermöglicht und alle Parteien Verantwortung für die Kolleg*innen am Klinikum übernehmen“, schreibt Jens Peick. ___STEADY_PAYWALL___

„Danken möchte ich allen voran den Beschäftigten für das mir entgegen gebrachte Vertrauen und natürlich allen, die mich unterstützt haben“, betont er via Facebook.

„Mit großem Bedauern“ hat die Gewerkschaft ver.di diesen Schritt aufgenommen: „Mit Jens Peick hätte das Klinikum einen Arbeitsdirektor erhalten, der für diese Aufgabe aufgrund seiner langjährigen beruflichen Tätigkeit für die Stadt Dortmund, seiner kommunalpolitischen Erfahrung, seiner sozialen Kompetenz, seiner Orientierung an den Interessen der Beschäftigten und seines vorbehaltlosen Eintretens für das Klinikum Dortmund als kommunales Krankenhaus der Maximalversorgung in hervorragender Weise geeignet ist“, kommentierte Michael Kötzing, ver.di- Geschäftsführer in Dortmund, die Entscheidung.

Wegen dieser Qualifikationen, seiner Persönlichkeit und getragen vom Vertrauen der Arbeitnehmervertreter*innen aller drei im Aufsichtsrat vertretenen Gewerkschaften sei er, so Michael Kötzing weiter, dem Aufsichtsrat zur Bestellung vorgeschlagen worden. Diesem Vorschlag sei das paritätisch mit Vertreter*innen der Arbeitnehmer*innen und des Rates besetzte Gremium in seiner Juni-Sitzung auch mit großer Mehrheit gefolgt.

ver.di kritisiert die Vorfestlegung der Ratsfraktionen von CDU, Grünen und FDP gegen Peick

Die außerordentliche Ratssondersitzung entwickelte sich zu der erwarteten Farce. Fotos: Alex Völkel

Es zeichnete sich ab, dass  Peick keine Mehrheit im Rat bekommen würde. Archivfotos (2): Alex Völkel

Aber obwohl der Aufsichtsrat mit seiner Entscheidung die wesentliche – auch formale – Voraussetzung dafür geschaffen habe, die Position des Arbeitsdirektors am Klinikum nach einjähriger Vakanz endlich wieder zu besetzen, hätten sich die Ratsfraktionen von CDU, Grünen und FDP bereits frühzeitig darauf festgelegt, die Bestellung von Jens Peick im Rat nicht mitzutragen, kritisiert Kötzing.

„Diese offensichtlich nicht mehr zu verändernde Haltung hat uns und vor allem die Arbeitnehmervertreter*innen des Klinikums sehr enttäuscht, daraus machen wir keinen Hehl. Denn damit wird nicht nur die Entscheidung des mitbestimmten Aufsichtsrats ignoriert, sondern auch die Mitbestimmung der Arbeitnehmer*innen bei einem für sie so zentralen Thema faktisch ausgehebelt“,  stellt der ver.di- Geschäftsführer klar.

Angesichts der realen Gefahr eines Scheiterns seiner Bestellung im Rat sei der von Jens Peick nunmehr erklärte Verzicht auf die Übernahme der Arbeitsdirektoren-Funktion mehr als nachvollziehbar. „Dass wir damit eine sehr gut geeignete Persönlichkeit für die Arbeit am Klinikum verlieren, können wir nur bedauern. Gleichzeitig sehen wir aber mit großem Respekt auf diese Entscheidung, weil damit die Mitbestimmung der Arbeitnehmer*innen vor noch größerem Schaden bewahrt wird“, “, erklärt Michael Kötzing abschließend.

 

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