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„Insekten retten – Artenschwund stoppen“ in Dortmund: Naturschutzverbände unterstützen Volksinitiative Artenvielfalt

NABU-Insektengarten Dortmund (von li nach re: Klaus-Dieter Lemm NABU Dortmund / Dr. Heide Naderer NABU-NRW Landesvorsitzende / Daniel Pawlak-Gast NABU Dortmund / Philipp Kotthoff BUND Kreisgruppe Dortmund

Im NABU-Insektengarten (von li nach re.): Klaus-Dieter Lemm (NABU DO), Dr. Heide Naderer (Landesvorsitzende NABU-NRW),  Daniel Pawlak-Gast (NABU DO) und Philipp Kotthoff (BUND Kreisgruppe DO).

Die Dortmunder Untergliederungen des NABU (Naturschutzbund Deutschland) und des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) unterstützen die von den NRW-Naturschutzverbänden gestartete „Volksinitiative Artenvielfalt NRW“. Im NABU-Insektengarten in der Kleingartenanlage Dortmund-Nord stellten Vertreter*innen der Verbände unter Anwesenheit der NABU- Landesvorsitzenden Dr. Heide Naderer die Initiative und ihre Aktivitäten in Dortmund vor.

Ziel: Handlungsvorschläge zur Verbesserung der biologischen Vielfalt in den Landtag bringen

Wildbiene, hier eine Schenkelbiene Macropis fulvipes, beim Pollensammeln an den Blütenständen einer Radieschenpflanze im Garten.

Wildbiene beim Pollensammeln an den Blütenständen einer Radieschenpflanze. Fotos: Brigitte Handy

Ziel der Volksinitiative unter dem Motto „Insekten retten – Artenschwund stoppen“ ist es, konkrete Handlungsvorschläge zur Verbesserung der biologischen Vielfalt in den Landtag einzubringen und das Land so zu mehr Natur- und Artenschutz zu bewegen.

NABU- Landesvorsitzende Heide Naderer: „Konkret fordern wir einen Stopp des Flächenfraßes, mehr Waldflächen ohne Nutzung, die Ausweitung des Biotopverbundes und die Ausweisung eines Nationalparks Senne. Der ökologische Landbau muss deutlich ausgeweitet, ein Verbot chemisch-synthetischer Pestizide in Naturschutzgebieten durchgesetzt und die Gewässer und Auen wirksamer geschützt werden.“

Für die Annahme der Volksinitiative sind 66.000 Unterschriften (0,5 Prozent) der Wahlberechtigten erforderlich, damit sich der Landtag mit der Initiative befasst.

Obwohl 45 Prozent der Arten in NRW bedroht sind, werden weiter Flächen versiegelt

Blühwiese im NABU-Insektengarten Dortmund

Die Blühwiese im NABU-Insektengarten in Dortmund ist eine Insektentankstelle in der Nordstadt.

„Inzwischen sind 45 Prozent der Arten in NRW bedroht. Auch in Dortmund stellt der NABU einen dramatischen Rückgang vieler Vogel- und Insektenarten fest.“ sagte der Dortmunder Koordinator der Volksinitiative Klaus-Dieter Lemm (NABU). „Zwar gibt es einige gute Ansätze der Stadt, zum Beispiel das Verbot von Schottergärten in neuen Bebauungsplänen und die Teilnahme der Stadt am Label „Stadtgrün naturnah“.

„Trotzdem wird immer noch viel zu viel versiegelt, u.a. in neuen Gewerbegebieten“, so Lemm. Ein großes Problem stelle auch die Lichtverschmutzung für die Insekten dar. Hier erhoffen sich die Verbände verbindliche Rahmenbedingungen des Landes.

Zur Forderung der Volksinitiative nach Herausnahme von 20 Prozent der Waldfläche aus der Nutzung erklärt Philipp Kotthoff vom BUND Dortmund: „Hier hat die Stadt Nachholbedarf. Die im neuen Landschaftsplan festgesetzten zehn Prozent Wildnisgebiete sind zu wenig.“

Bei der Forderung der Volksinitiative nach Begrenzung des Flächenverbrauchs nimmt er insbesondere die Dortmunder SPD in die Pflicht: „Auf Landesebene unterstützt die SPD die Volksinitiative, vor Ort forciert sie den Weiterbau der L 663n / OWIIIa nördlich von Asseln und Wickede. Das passt nicht zusammen.“

Unterschriftenaktionen laufen weiter – auch Privatleute können sammeln

Übergabe der ersten Unterschriftenliste (von li nach re: Klaus-Dieter Lemm NABU Dortmund / Philipp Kotthoff BUND Kreisgruppe Dortmund / Dr. Heide Naderer NABU-NRW Landesvorsitzende

Übergabe der ersten Unterschriftenliste (von li nach re: Klaus-Dieter Lemm NABU Dortmund / Philipp Kotthoff BUND Kreisgruppe Dortmund / Dr. Heide Naderer NABU-NRW Landesvorsitzende

Die Naturschutzverbände werden in den nächsten Monaten regelmäßig an Infoständen Unterschriften sammeln, u.a. am 22. August 2020 ab 10 Uhr vor der Reinoldikirche.„Wir gehen trotz Corona jetzt bewusst auf die Straßen und Märkte, um Unterschriften zu sammeln und mischen uns damit auch in den Kommunalwahlkampf ein. Dabei beachten wir selbstverständlich die Hygiene-Regeln“, betont Koordinator Klaus-Dieter Lemm.

Die Verbände freuen sich auch über privat gesammelte Unterschriften. Unterschriftsbögen können auf der Internetseite www.artenvielfalt-nrw.de heruntergeladen und doppelseitig (!) ausgedruckt, ausgefüllt und per Post an das Kampagnenbüro (Postfach 19 00 04, 40110 Düsseldorf) geschickt werden.

Eine zentrale Sammelstelle in Dortmund befindet sich im NABU-Insektengarten in der Kleingartenanlage Dortmund-Nord, Eberstraße 46 (1. Garten links, Garten Nr. 85). Der Garten ist jeden Sonntag in der Zeit von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Auch im AGARD-Naturschutzhaus im Westfalenpark liegen Listen und Infomaterial während der Öffnungszeiten aus.

Auf ihren Internetseiten stellen die Verbände laufend aktuelle Informationen bereit:

www.nabu-dortmund.de und www.bund-dortmund.de

 

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Ein Gedanke zu “„Insekten retten – Artenschwund stoppen“ in Dortmund: Naturschutzverbände unterstützen Volksinitiative Artenvielfalt

  1. Volksinitiative Artenvielfalt NRW: Schon mehr als 70.000 Unterschriften gesammelt (PM) Beitrags Autor

    Volksinitiative Artenvielfalt NRW: Schon mehr als 70.000 Unterschriften gesammelt

    Die Dortmunder Untergliederungen des NABU (Naturschutzbund Deutschland) und des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) ziehen eine positive Halbzeitbilanz der am 23. Juli 2020 gestarteten Volksinitiative Artenvielfalt NRW. Trotz großer Beschränkungen der Aktivitäten durch die Corona-Pandemie wurde die formale Hürde von mindestens 66.000 Unterschriften schon jetzt genommen. Die Verbände kündigten an, bis Juni 2021 weiter zu sammeln und ihr Anliegen im Sommer förmlich in den NRW-Landtag einzubringen. Ziel ist es, die anhaltende Untätigkeit der Landesregierung in Handlungsfeldern wie dem Insektenschutz zu beenden und mehr Artenvielfalt zu ermöglichen.

    Mit ihrer Volksinitiative unter dem Motto „Insekten retten – Artenschwund stoppen“ legen die Verbände in acht zentralen Handlungsfeldern konkrete Handlungsvorschläge zum Stopp des Artenschwunds und zur Förderung der biologischen Vielfalt in NRW vor. Ist die notwendige Anzahl an Unterschriften erreicht, muss sich der Landtag hiermit befassen.

    „Inzwischen sind 45 Prozent der Arten in NRW bedroht. Auch in Dortmund stellt der NABU einen dramatischen Rückgang vieler Vogel- und Insektenarten fest.“, sagte der Dortmunder Koordinator der Volksinitiative Klaus-Dieter Lemm (NABU). „Zwar gibt es einige gute Ansätze der Stadt, zum Beispiel das Verbot von Schottergärten in neuen Bebauungsplänen und die Teilnahme der Stadt am Label „Stadtgrün naturnah“. Trotzdem wird immer noch viel zu viel versiegelt, u.a. in neuen Gewerbegebieten.“ Ein großes Problem stelle auch die Lichtverschmutzung für die Insekten dar. Hier erhoffen sich die Verbände verbindliche Rahmenbedingungen des Landes.

    Zur Forderung der Volksinitiative nach Herausnahme von 20 Prozent der Waldfläche aus der Nutzung erklärt Philipp Kotthoff vom BUND Dortmund: „Hier hat die Stadt Nachholbedarf. Die im neuen Landschaftsplan festgesetzten 10 Prozent Wildnisgebiete sind zu wenig.“ Bei der Forderung der Volksinitiative nach Begrenzung des Flächenverbrauchs nimmt er insbesondere die Dortmunder SPD in die Pflicht. „Auf Landesebene unterstützt die SPD die Volksinitiative, vor Ort forciert sie den Weiterbau der L 663n / OWIIIa nördlich von Asseln und Wickede. Das passt nicht zusammen.“

    Die Naturschutzverbände sammeln bis Juni weiter Unterschriften, sobald es die Corona-Pandemie zulässt, auch wieder an Infoständen, zu denen rechtzeitig eingeladen wird.

    Die Verbände freuen sich auch über privat gesammelte Unterschriften. Unterschriftsbögen können auf der Internetseite http://www.artenvielfalt-nrw.de heruntergeladen und doppelseitig (!) ausgedruckt, ausgefüllt und per Post an das Kampagnenbüro (Postfach 19 00 04, 40110 Düsseldorf) geschickt werden. 

    Auf ihren Internetseiten stellen die Verbände laufend aktuelle Informationen bereit:
    http://www.nabu-dortmund.de und http://www.bund-dortmund.de

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