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Im Mai waren 556 Personen weniger ohne Job als im April: Arbeitslosenquote in Dortmund liegt bei 11,9 Prozent

Arbeitsmarkt Mai 2016Die Arbeitslosigkeit ist im Mai noch einmal gesunken .Beinahe alle Personengruppen konnten vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitieren, insbesondere ist aber die Langzeitarbeitslosigkeit spürbar zurückgegangen. Die Nachfrage der Unternehmen nach Mitarbeitern fällt nach wie vor sehr ausgeprägt aus.

36.253 Menschen in Dortmund sind offiziell arbeitslos gemeldet

Der Frühling belebt den Arbeitsmarkt weiter und sorgt auch im Mai für einen anhaltenden Rückgang der Arbeitslosigkeit. Im aktuellen Berichtsmonat waren 36.253 Menschen arbeitslos gemeldet. Davon waren 6.292 Personen bei der Arbeitsagentur und 29.961 beim Jobcenter Dortmund registriert.

Damit hat die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 556 Personen oder 1,5 Prozent abgenommen. Im Vorjahresvergleich liegt die Arbeitslosigkeit um 1.514 Personen oder 4,0 Prozent niedriger.

Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen sank im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkte und lag bei 11,9 Prozent. Im Vorjahr betrug die Quote im Mai 12,5 Prozent. Die spezielle Arbeitslosenquote für die Agentur lag bei 2,1 Prozent und für das Jobcenter bei 9,8 Prozent.

Knapp 7000 freie Stellen in Dortmund  – es fehlt aber an geeigneten BewerberInnen

Astrid Neese ist Chefin der Arbeitsagentur Dortmund

Astrid Neese ist Chefin der Arbeitsagentur Dortmund.

„Mit knapp 7.000 offenen Stellen bieten sich arbeitssuchenden Menschen vielfältige Beschäftigungsperspektiven. Doch die Anforderungen der Stelle und die Qualifikation des Bewerbers stimmen nicht immer zu 100 Prozent überein. Dann kann individuell in der Einarbeitungsphase über einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt unterstützt werden, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen“, so Astrid Neese, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund, zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Agentur für Arbeit, SGB III) ging die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum April 2016 um 65 Personen oder 1,0 Prozent auf aktuell 6.292 Personen zurück. Auch im Vorjahresvergleich entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im Versicherungsbereich günstig und lag um 227 Personen oder 3,5 Prozent niedriger.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit erstreckt sich über fast alle Personengruppen. Im Vorjahresvergleich ist er am deutlichsten bei der Gruppe der Langzeitarbeitslosen (-9,7 Prozent), den Menschen mit schwerer Behinderung (-8,1 Prozent), den Unter-25-Jährigen (-7,8 Prozent) sowie bei den Frauen (7,6 Prozent) ausgeprägt. Die Zahl arbeitsloser Ausländer steigt um 89 Personen oder 7,8 Prozent.

Zahl der Hartz IV-BezieherInnen in einem Mai auf dem niedrigsten Stand seit 2005

Frank Neukirchen-Füsers, Geschäftsführer Jobcenter Dortmund

Frank Neukirchen-Füsers, Geschäftsführer Jobcenter Dortmund

Das Jobcenter Dortmund, das für die Betreuung der Arbeitslosen im Rechtskreis des Zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II) zuständig ist, meldet einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Im Mai waren 29.961 Personen arbeitslos gemeldet, das sind im Vergleich zum Vormonat 491 Personen oder 1,6 Prozent weniger. Im Vorjahresvergleich ist die Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung um 1.287 Personen oder 4,1 Prozent gesunken.

Die spezifische SGBII-Arbeitslosenquote sank auf 9,8 Prozent. Das ist die niedrigste Quote in einem Mai-Monat seit 2005. „Insbesondere setzt sich die Entwicklung im Bereich der Langzeitarbeitslosigkeit positiv fort. Mit 14.865 Personen, haben wir erneut den niedrigsten Bestand an Langzeitarbeitslosen seit Bestehen des Jobcenters erreicht“, erklärt Frank Neukirchen-Füsers, Geschäftsführer des Jobcenters Dortmund.

„Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind das 1.340 Langzeitarbeitslose weniger. Die gute wirtschaftliche Situation sorgt für eine stärkere Arbeitskraftnachfrage in den Betrieben.“

Jugendarbeitslosigkeit sinkt – Zahl der arbeitsloser ZuwandererInnen steigt

Rechtkreisübergreifend liegt die Jugendarbeitslosenquote bei aktuell 10,6 Prozent oder 3.249 jungen Menschen. Das s1,8 Prozent oder 61 Personen weniger als im Vormonat (Vorjahresmonat: 3.303). Im Vorjahr lag die Jugendarbeitslosenquote bei 10,9 Prozent.

Wie schon im Vormonat gilt auch für den Mai: Junge Menschen, die sich nach Abschluss ihrer zwei- und dreieinhalbjährigen Ausbildungen zunächst arbeitslos melden mussten, haben schnell eine Anschlussperspektive erhalten und konnten wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden.

Arbeitsagentur, Jobcenter und Sozialamt haben den Integration Point für Flüchtlinge gestartet, der beim Start in Ausbildung und Beruf helfen soll.

Arbeitsagentur, Jobcenter und Sozialamt haben den Integration Point für Flüchtlinge gestartet.

Die steigende Zahl von geflüchteten Menschen in Dortmund zeigt sich weiter leicht zunehmend auch in der Arbeitsmarktstatistik. Der Anteil der Ausländer an der Gesamtarbeitslosigkeit stieg im Mai um 0,5 Prozent auf 33,0 Prozent. Damit sind aktuell 11.957 Ausländer bei der Arbeitsagentur und beim Jobcenter arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein deutlicher Anstieg um 3,8 Prozent oder 434 Personen.

10.724 ausländische Mitbürger werden durch das Jobcenter Dortmund betreut. Das ist ein Plus von 3,3 Prozent oder 345 Personen mehr gegenüber dem Vorjahr. 1.233 Personen werden aktuell von der Agentur für Arbeit betreut. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist das ein Plus um 7,8 Prozent oder 89 Personen.

Der größte Anteil der Arbeitslosen mit ausländischen Pass entfällt auf Zugänge aus Asylzugangsländern; 3.530 Personen waren im Mai arbeitslos gemeldet. Das ist ein Plus von 32,5 Prozent oder 865 Menschen im Vergleich zum Vorjahresmonat. Überproportional ist hier vor allem die Arbeitslosigkeit von geflüchteten Menschen aus Syrien gestiegen.

Innerhalb eines Jahres stieg ihre Zahl um 154,7 Prozent oder 789 Personen auf 1.299 Syrerinnen und Syrer. Bei den geflüchteten Menschen aus dem Irak stieg die Zahl innerhalb eines Jahres um 45,7 Prozent oder 106 Personen auf aktuell 338 Menschen.

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2 Gedanken über “Im Mai waren 556 Personen weniger ohne Job als im April: Arbeitslosenquote in Dortmund liegt bei 11,9 Prozent

  1. SPD-Fraktion Beitrags Autor

    SPD-Ratsfraktion hat langzeitarbeitslose Menschen im Blick

    Trotz einer guten Konjunktur und eines wachsenden Arbeitsmarktes verharrt die Langzeitarbeitslosigkeit in Dortmund auf einem hohen Niveau. Hintergrund dieser Fehlentwicklung ist der strukturelle Verlust des sogenannten Helferarbeitsmarkts, also des Arbeitsmarktes für geringqualifizierte Helfertätigkeiten.

    Volkan Baran, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion Dortmund, dazu: „Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken wird die SPD-Ratsfraktion in der anstehenden Ratssitzung nicht nur der Fortführung der kommunalen Arbeitsmarktstrategie 2020 zustimmen, sondern sich auch an den Bund wenden, um eine effektivere Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit einzufordern.“

    In einer Resolution hatte die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Dortmund bereits in der letzten Ratssitzung den Bund aufgefordert einen sozialen Arbeitsmarkt aufzubauen. Um eine breite Zustimmung zu finden und den Bund noch stärker unter Druck setzen zu können, wurde auf Wunsch der CDU-Ratsfraktion die Resolution um eine Sitzung geschoben.

    „Mit einem sozialen Arbeitsmarkt hätten wir in Dortmund die Möglichkeit langzeitarbeitslosen Menschen Perspektiven zu schaffen und ihnen Chancen, langfristig wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können, eröffnen zu können. Für die vergangene Ratssitzung haben wir als SPD-Ratsfraktion bereits eine Resolution an die Bundesregierung gestellt, auf Bundesebene endlich die Grundlagen für einen sozialen Arbeitsmarkt zu schaffen. Um eine möglichst breite Zustimmung für unser Anliegen zu gewinnen, hatten wir auf Wunsch der CDU-Fraktion unsere Resolution noch einmal in die nächste Ratssitzung am kommenden Donnerstag geschoben.

    Der vordergründige Beratungsbedarf der CDU-Fraktion war jedoch nur Mittel zum Zweck, um sich Zeit zu verschaffen, unserer Resolution die von der CDU üblichen Phrasen entgegenzusetzen. Nun werden wir die Resolution gemeinsam mit den Grünen auf den Weg nach Berlin schicken. Dieses Verhalten der CDU-Ratsfraktion aber ist sehr bedauerlich und zeigt einmal mehr, dass die CDU die einfachen Menschen aus den Augen verloren hat“, so Volkan Baran, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, abschließend.

  2. Linke & Piraten Beitrags Autor

    Kritik von LINKEN & Piraten an „geschönten“ Arbeitsmarktzahlen

    Die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN kritisiert die aktuellen Arbeitsmarktzahlen und bezeichnet sie als „geschönt“.

    In Dortmund und Lünen waren im Mai 36.253 Menschen arbeitssuchend gemeldet. Davon beziehen allerdings „nur“ 6.292 Menschen von der Arbeitsagentur Arbeitslosengeld. 29.961 Menschen jedoch sind Kunden des Jobcenters, also Langzeitarbeitslose und Hartz IV-Bezieher.

    „Beide Quoten gingen nur geringfügig im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,6 Prozent zurück. Das Hervorheben von minimalsten Verbesserungen ist Schönfärberei. An der strukturellen Arbeitslosigkeit hat sich nicht geändert. Immer noch sind rund 83 Prozent der Arbeitssuchenden Kunden des Jobcenters. Und selbst diese Statistik ist noch geschönt, da kurzfristig arbeitsunfähige Krankgeschriebene nach ihrer Gesundung statistisch nicht mehr als langzeitarbeitslos gelten und über 58-jährige Arbeitssuchende ohne Jobangebot in den vergangenen zwölf Monaten komplett aus der Arbeitslosenstatistik gestrichen werden“, kritisiert Carsten Klink, finanzpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN.
     
    Des Weiteren kritisieren Linke und Piraten, dass der immer wieder von der SPD angekündigte Ausbau des öffentlich-geförderten Beschäftigungssektors in Dortmund nicht vorankommt. „SPD-Arbeitsministerin Nahles hat ihren großen Worten bei der diesjährigen Dortmunder Arbeitsmarktkonferenz bis jetzt auch keine Taten folgen lassen. Vielmehr werden dieses Jahr bundesweit voraussichtlich insgesamt weniger Menschen an Maßnahmen der öffentlich-geförderten Beschäftigung teilnehmen, als es bei Amtsantritt von Andrea Nahles der Fall war“, sagt Ratsmitglied Carsten Klink.

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