Hautprobleme durch Maskentragen? Leitende Oberärztin der Hautklinik gibt Tipps für die richtige Gesichtspflege 

Seit über einem Jahr begleiten uns die Schutzmasken im Alltag. Ihre Notwendigkeit und Effektivität ist nicht von der Hand zu weisen, doch sollte man beim Gebrauch einige Dinge beachten. Fotos (2): Klinikum Dortmund

Sie schützen uns und unser Umfeld vor einer Ansteckung mit Covid-19 und sind deshalb unumgänglich: Medizinische Masken. Durch das häufige und andauernde Tragen wird allerdings die Haut im Gesichtsbereich beansprucht – Veränderungen des Hautmilieus, Scheuer- und Reibeeffekte sowie Hautirritationen sind mögliche Folgen. Das stört nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern kann mitunter auch schmerzhaft sein. Umso wichtiger ist die richtige Pflege, sagt Dr. Ulrike Beiteke, leitende Oberärztin der Hautklinik im Klinikum Dortmund. Sie erklärt, was man bereits im Vorfeld tun kann, um die Haut zu schützen – und was auch dann hilft, wenn die Haut längst gereizt ist.

Meiden sie Reiniger mit Duftstoffen und Alkohol – bei Veränderungen schnell reagieren –

Dr. Ulrike Beiteke ist leitende Oberärztin der Hautklinik im Klinikum Dortmund.

„Vorbeugende Maßnahmen sind leicht in den Alltag zu integrieren und einfach umzusetzen“, sagt Dr. Beiteke. „Dazu gehört unter anderem, das Gesicht zweimal täglich mit lauwarmen Wasser und einem pH-neutralen, duftstofffreien Gesichtsreiniger zu waschen.“ Abstand nehmen solle man hingegen von Reinigungsmitteln mit Alkohol, wie z.B. einem desinfizierenden Gesichtsreiniger. 

„Auch Make-up sollte man sparsam verwenden. In Verbindung mit der Maske wirkt das sonst wie eine feuchte Kammer und begünstigt Hautinfektionen“, warnt die leitende Oberärztin. Wichtig sei darüber hinaus, die Haut in möglichen Maskenpausen „zu lüften“ und die Maske regelmäßig gegen eine neue auszutauschen.

Dr. Beiteke empfiehlt, die Haut regelmäßig auf Druckstellen, Pickelchen oder Wunden zu kontrollieren, um diese schnell und gezielt behandeln zu können. Aber was ist, wenn tatsächlich Hautveränderungen entstanden sind? „Allgemein und auch bei fettiger Haut hilft hier, sich regelmäßig mit einer milden, duftstofffreien und feuchtigkeitsspendenden Lotion einzucremen“, sagt Dr. Beiteke.

Bei anhaltenden Hauterkrankungen ärztlichen Rat einholen 

Ab Montag (25. Januar) gilt die verschärfte Maskenpflicht - dann müssen in Geschäften und dem ÖPNV mindestens einfache medizinische Masken getragen werden. Schals und einfache Stoffmasken reichen dann nicht mehr. Mehr Schutz versprechen die teureren FFP2- und FFP3-Masken. Foto: Alex Völkel
Archivfoto: Alex Völkel

„Man sollte darauf achten, hydrophile Cremes zu benutzen. Das sind Cremes mit geringem Fettanteil, die schnell einziehen.“ Auch bei fleckigen Rötungen oder Pickeln helfen fettfreie Cremes, die auch gerne antientzündlich wirkendes Zinkoxid enthalten können.

Bei empfindlicher oder trockener Haut, die durch das Tragen einer Maske zu Juckreiz und brennenden Hautrötungen neigt, solle man über Nacht zu fetthaltiger Pflege greifen. Bei der Hautpflege gibt es aber auch ein „zu viel des Guten“: Treten stecknadelgroße Papeln (bläschenhafter Ausschlag) oder Rötungen um den Mund- und Kinnbereich auf, sollte man ein*e Dermatolog*in aufsuchen.

„Ein solcher Befund weist auf eine periorale Dermatitis hin, früher auch Stewardessenkrankheit genannt, und somit auf eine gestörte Hautbarriere und zu viel Pflege“, so Dr. Beiteke. In diesem Fall solle man auf alles Überflüssige, also auch auf Kosmetik, verzichten. Die Hautpflege sollte dann nach der Reinigung mit milden duft- und konservierungsmittelfreien, fettarmen Pflegeprodukten erfolgen.

 

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