Handballcampus: Der DHB will seine Präsenz in Dortmund erweitern – Bekenntnis zum Standort

Neue Zentrale, Leistungszentrum und Trainingshalle in Planung

Die gegenwärtige Zentrale des DHB liegt Abseits am Ende der Strobelallee. Finn Tayfun Wieschermann | Nordstadtblogger

Der Deutsche Handballbund (DHB) bekräftigt, seinen Hauptsitz dauerhaft in Dortmund zu halten und plant dafür einen neuen Handballcampus. Vorgesehen sind unter anderem eine neue Verbandszentrale, ein Leistungszentrum für den weiblichen Handballnachwuchs sowie perspektivisch neue Trainingsflächen. Politik und Verwaltung begrüßen die Pläne, viele Fragen bleiben bislang noch unbeantwortet. Laut dem DHB sollen konkrete Planungen erst nach einem Grundsatzbeschluss des Rates am 9. Juli erfolgen.

DHB plant eine neue Zentrale an der Sportmeile

Der Deutsche Handballbund will seine Zentrale künftig näher an die Westfalenhallen verlegen. Nach den vorläufigen Plänen soll dafür der Nordeingang des Eissportzentrums umgebaut und erweitert werden. Der Verband will dort auch neue Büroräume einrichten.

Das Eissportzentrum an den Westfalenhallen spielt eine Schlüsselrolle in den Plänen des DHB. Finn Tayfun Wieschermann | Nordstadtblogger

Nach Angaben des DHB werde die bisherige Geschäftsstelle am Ende der Strobelallee den Anforderungen nicht mehr gerecht und stoße an ihre Kapazitätsgrenzen.

Im Sportausschuss erklärte DHB-Vorstand Dr. Klaus Berding, dass die bestehende Zentrale „aus allen Nähten platze“. Der neue Standort würde dagegen bessere Entwicklungsmöglichkeiten bieten, insbesondere durch seine Nähe zu den Veranstaltungs- und Kongressflächen der Westfalenhallen.

Auch das Eissportzentrum selbst werde von den Plänen profitieren so Berding. So sind ein neuer Eingangsbereich sowie zusätzliche Räumlichkeiten vorgesehen. Nach Darstellung des DHB entstehe dadurch eine Win-Win-Situation für beide Seiten.

Leistungszentrum soll den weiblichen Handballnachwuchs fördern

Zentraler Bestandteil des geplanten Handballcampus soll ein neues Bundesleistungszentrum für den weiblichen Nachwuchs werden. Dortmund wäre dabei einer von mehreren Standorten in Deutschland, weitere Zentren sind unter anderem in Leipzig, Stuttgart und Hamburg geplant.

Die Helmut-Körnig Halle an der Strobelallee. Finn Tayfun Wieschermann | Nordstadtblogger

Für die Unterbringung der Nachwuchsspielerinnen könnten nach bisherigen Informationen die bestehenden Kapazitäten im Bereich des Rombergparks genutzt werden. Dort existiert bereits ein Internat, das in die Planungen eingebunden werden soll.

Noch ist jedoch offen, wie das Leistungszentrum im Detail aussehen soll. Weder zu den geplanten Kapazitäten noch zur konkreten Ausstattung liegen derzeit öffentliche Informationen vor. Auch auf Nachfrage wollte sich der DHB dazu noch nicht näher äußern.

Debatte um Trainingshalle sorgt für offene Fragen

In diesem Zusammenhang werden vom DHB auch Diskussionen über eine neue Trainingshalle hinter der Helmut-Körnig-Halle angestoßen. So spielt das Grundstück bereits in den Überlegungen von Borussia Dortmund eine wichtige Rolle.

Auf dem Platz hinter der Helmut-Körnig-Halle könnte eine neue Sporthalle entstehen. Finn Tayfun Wieschermann | Nordstadtblogger

Der BVB hatte angekündigt, auf der Fläche eine Sporthalle für seine Handball- und Tischtennisabteilungen errichten zu wollen. Nach bisherigen Vorstellungen könnte die Halle rund 3.000 Zuschauer:innen fassen.

Bei der Politik und den Sportverbänden waren diese Pläne zuletzt teilweise kritisch aufgenommen worden, da die Fläche zurzeit auch für Trainings- und Übungszwecke genutzt wird.

Der DHB sieht darin jedoch keinen Widerspruch zu den eigenen Plänen. So erklärte Berding im Sportausschuss, es gebe „keinen Interessenkonflikt“. Auf Anfrage von Nordstadtblogger teilte der Verband nun mit, dass DHB und BVB die jeweiligen Planungen kennen und ihre Potenziale für den Handball bündeln wollten. Wie eine mögliche Zusammenarbeit konkret aussehen könnte, blieb allerdings noch offen.

Planung noch in früher Phase: Viele Eckdaten stehen noch nicht fest

Konkrete Angaben zur Finanzierung wurden vom DHB bislang noch nicht gemacht. Zuletzt wurde von einer Summe von rund 17 Millionen Euro gesprochen. Auch Angaben zu einer möglichen Förderung durch das Land stehen noch aus.

Auf Nachfrage erklärte der DHB, dass die Planungen erst nach einem Grundsatzbeschluss des Rates weiter konkretisiert werden sollen. Dies gelte ausdrücklich auch für Investitionen und Fördermöglichkeiten.

Insgesamt befindet sich das Projekt weiterhin in einer frühen Phase. Zwar hat sich der DHB klar zum Standort Dortmund bekannt, viele zentrale Fragen zu Kosten, Finanzierung, Zeitplan und konkreter Ausgestaltung des Handballcampus sind derzeit jedoch noch offen.

Breite politische Unterstützung aus dem Sportausschuss

Bei der Vorstellung der Projektidee im Sportausschuss stießen die Pläne auf breite Zustimmung. Vertreter:innen von CDU, SPD und Grünen begrüßten ausdrücklich die Entscheidung des DHB, auch künftig in Dortmund zu bleiben.

Der Stadtrat am 28.05.2026
Am 9. Juli stehen die Baupläne des DHB auf der Tagesordnung des Dortmunder Rates. Foto: Alex Völkel für Nordstadtblogger.de

Oliver Stieglitz von den Grünen sprach in diesem Zusammenhang von einem Rollentausch. So müsse eigentlich die Stadt dafür werben, dass der Verband in Dortmund bleibe. Ähnlich äußerten sich auch Vertreter von SPD und CDU. Sozialdezernentin Frauke Füsers betonte die Bedeutung des Projekts für die Sportstadt Dortmund.

Die nächste wichtige Entscheidung steht nun am 9. Juli an. Dann soll der Rat der Stadt über einen Grundsatzbeschluss zum Handballcampus und zur neuen DHB-Zentrale beraten. Erst danach dürfte klarer werden, wie die Planungen konkret umgesetzt werden sollen.


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