Nordstadtblogger

Gastbeitrag: Grußwort von Ullrich Sierau, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, zum Jahreswechsel 2019/2020

Wie in jedem Jahr richtet der amtierende Oberbürgermeister – in diesem Jahr zum letzten Mal Ullrich Sierau – ein Grußwort an die in Dortmund lebenden Menschen. Wir veröffentlichen das Grußwort im Wortlaut – ohne redaktionelle Änderungen oder Kürzungen. Dem Wunsch für einen guten Rutsch ins neue Jahr schließen sich die Nordstadtblogger an.

OB Ullrich Sierau

Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Archivfotos: Alexander Völkel

Liebe Dortmunderinnen und Dortmunder,

die Advents- und Weihnachtszeit sowie die Tage „zwischen den Jahren“ laden traditionell dazu ein, Bilanz zu ziehen, zurückzuschauen und auch zu reflektieren, was wir für das neue Jahr erwarten und erhoffen.

Wenn ich auf das Jahr 2019 in Dortmund zurückblicke, erfreut mich vor allem die Tatsache, dass wir nun schon viele Jahre in Folge eine erfolgreiche Weiterentwicklung unserer Stadt erleben. Wir konnten in 2019 wieder zahlreiche gute Nachrichten vermelden – von den weiterhin steigenden Einwohnerzahlen über positive Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt bis hin zu wichtigen unternehmerischen Entscheidungen, die den Wirtschaftsstandort Dortmund weiter voranbringen.

Hinzu kommen eine Reihe von Großveranstaltungen und Events, die Dortmund in 2019 ausgerichtet hat und – das hat nun auch schon fast Tradition – zahlreiche Auszeichnungen und Preise, die wir für unsere Arbeit erhalten haben.

Welche Schlüsse lassen sich aus diesen positiven Nachrichten ziehen? Wir können Wandel. Wir können Wirtschaft. Wir können Wissenschaft. Wir können Nachhaltigkeit. Wir können soziales Miteinander. Wir können Sport. Wir können westfälische Schwarmintelligenz.

In Dortmund stimmt das Gesamtpaket

Von diesem Gesamtpaket sind immer mehr Menschen überzeugt: Im November gab es den bisher stärksten Zuwachs der Einwohnerzahl in diesem Jahr und es lebten 603.606 Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt. Das ist die höchste Zahl seit 1994 – und bedeutet eine Abstimmung mit den Füßen: Dortmund wächst weiter. Junge Menschen gründen Familien, bauen Häuser, manchmal ziehen auch die Großeltern nach.

Wir profitieren von Zuwanderung und „Klebeeffekten“. Hier sind vor allem die Studentinnen und Studenten zu nennen. Denn es hat sich herumgesprochen, dass Dortmund ein exzellenter Studienstandort ist: Mehr als 54.000 junge Menschen sind an den sieben Dortmunder Hochschulen eingeschrieben. Das sind mehr als in der vermeintlichen Studierendenhochburg Heidelberg und – für viele wohl überraschend – mehr als in Harvard in den USA!

Die jungen Studierenden sind eine Bereicherung für unsere Stadt, halten sie jung und lebendig. Außerdem bleiben viele von ihnen auch nach Abschluss des Studiums hier „hängen“ – weil sie in Dortmund beste Chancen auf gute Arbeitsplätze haben, weil sie sich damit in einer familienfreundlichen Stadt niederlassen und weil die Preise für Wohnen bei uns noch relativ moderat sind.

Wir merken jedoch, dass sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt auch in Dortmund weiter anspannt. Wir verzeichnen seit einigen Jahren eine hohe Nachfrage von unterschiedlichen Zielgruppen und erkennen demnach einen hohen Bedarf an vielfältigen Wohnungsangeboten.

Daher unternehmen sowohl die Stadt Dortmund als auch viele Wohnungsmarktakteure große Anstrengungen, diesem Trend entgegenzuwirken. Unser Ziel ist und bleibt es, für die Dortmunderinnen und Dortmunder „Wohnen für alle“ zu bieten – bezahlbar und der Nachfrage entsprechend. Wir wissen: Gutes und bezahlbares Wohnen ist ein wichtiger Standortfaktor und Stütze für den erfolgreichen Strukturwandel. Heute ist die Wohnraumförderung in Dortmund so wirtschaftlich wie nie. Zudem verfügen wir über ein umfangreiches Flächenangebot für den Wohnungsneubau.

Und ehemalige Industriestandorte und andere Konversionsflächen bieten noch große Entwicklungspotenziale für Wohnen, Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft. Dazu zählen beispielsweise die Entwicklung des Hafenquartiers Speicherstraße oder das Projekt „Smart Rhino“ auf der ehemaligen HSP-Fläche, das als urbanes Quartier Natur, Nachhaltigkeit und Technologie verbinden wird.

Positive Entwicklungen bei Arbeitsmarkt und Wirtschaftskraft

OB Ullrich Sierau

OB Ullrich Sierau

Allen Skeptikern zum Trotz wächst Dortmund aber nicht nur bei der Bevölkerung, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt. Immer mehr Arbeitsplätze führen zu einer sinkenden Arbeitslosenquote: Sie lag im November 2019 mit 9,9 Prozent endlich wieder unter der 10 Prozent-Marke.

Damit zusammen hängt auch die positive Entwicklung der Beschäftigtenzahlen in Dortmund: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen ist deutlich gestiegen, sie lag im Mai 2019 bei knapp 247.000. Das bedeutet, dass wir nach dem Ende des Strukturwandels in den letzten 20 Jahren wieder fast 70.000 neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigte hinzugewonnen haben – das ist ein toller Erfolg.

Damit gibt es auch immer mehr hochqualifizierte Arbeitsplätze in unserer Stadt. Denn Dortmund festigt seinen Status als attraktiver Wirtschaftsstandort weiter. Traditionsunternehmen expandieren, bauen aus, stellen ein. So errichtet etwa thyssenkrupp Steel auf der Westfalenhütte eine zweite Feuerbeschichtungsanlage und führt damit die Stahl-Tradition unserer Stadt mit innovativen Technologien in die Zukunft.

Aber auch viele neue nationale wie internationale Wirtschaftsunternehmen, Firmen und Einrichtungen lassen sich hier nieder. So wird zum Beispiel World of Walas aus Kanada den Hochofen auf PHOENIX West zu einem Innovationszentrum umbauen.

Wissenschaftsstadt Dortmund

Wesentliche Erfolgsfaktoren sind darüber hinaus auch der Wissenstransfer, wie etwa im TZDO, das sich als „Kind des Strukturwandels“ zum europaweit führenden Technologiezentrum entwickelt hat. Oder unsere im wahrsten Sinne des Wortes „ausgezeichnete“ Forschungs- und Wissenschaftslandschaft: So hat eine externe Gutachterkommission unseren „Masterplan Wissenschaft“ mit „sehr gut“ beurteilt.

Was uns in Dortmund auf unserem Weg zur Wissenschaftsstadt ausgemacht hat, ist die enge Kooperation zwischen Wissenschaft, Forschung, Unternehmen, Verwaltung und weiteren Partnern. Gemeinsam ist es gelungen, in zentralen Wissenschaftsbereichen zum Top-Standort in Deutschland, aber auch in Europa zu werden. Die Dortmunder Forschung spielt in der Champions League. Aktuellster Beweis ist Prof. Dr. Andrea Musacchio vom Max-Planck-Institut für Molekulare Physiologie in Dortmund, der mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis 2020 ausgezeichnet wurde. Das bedeutet bis zu 2,5 Millionen Preisgeld für seine Forschung.

Lebens- und liebenswert für Einheimische und Gäste

Aber nicht nur hinsichtlich Wirtschaft und Wissenschaft ist Dortmund top. Die hohe Lebens- und Freizeitqualität führt nicht nur dazu, dass wir nun konstant über 600.000 Einwohnerinnen und Einwohner haben. Auch die Zahlen aus dem touristischen Bereich sind mehr als erfreulich: Wir rechnen in diesem Jahr mit erstmals über 1,4 Millionen Übernachtungen in den gewerblichen Beherbergungsbetrieben. Zudem hat die Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus“ ergeben, dass der touristische Bruttoumsatz in Dortmund bei knapp 1,5 Milliarden liegt.

Und nicht nur aus dem Tourismussegment empfangen wir Menschen aus aller Welt mit offenen Armen in Dortmund. Das E-Bike-Festival war auch 2019 wieder ein voller Erfolg, im Sommer hat die Bewegung „Fridays for future“ ihr Sommercamp in Dortmund veranstaltet und aktuell zieht die „Dortmunder Weihnachtsstadt“ wieder hunderttausende Besucherinnen und Besucher in ihren Bann.

Die Stadt Dortmund ist darüber hinaus gerne Gastgeberin für wichtige nationale, europäische und internationale Veranstaltungen wie zum Beispiel für die Europaministerkonferenz im März, für die 40. Hauptversammlung des Deutschen Städtetages und den evangelischen Kirchentag im Juni, „Pokémon GO“ im Juli oder die Connective Cities Dialogveranstaltung zu „Klimawandelangepasster Stadtentwicklung“ Anfang September.

Digitales Dortmund

OB Ullrich Sierau

OB Ullrich Sierau

Ende Oktober hat die Bundesregierung den nationalen Digitalgipfel in Dortmund ausgerichtet. Dafür hätte sie sich wohl auch kaum einen passenderen Ort aussuchen können. Denn wir in Dortmund haben verstanden, dass wir uns trotz aller Erfolge weiter bewegen müssen, um uns für die Digitalisierung nicht nur zu wappnen, sondern diese auch zu gestalten. Ziel ist es, uns mithilfe der Digitalisierung im Sinne unserer Bürgerinnen und Bürger zu verbessern. Akzeptanz ist auch ein wichtiges Stichwort, wenn wir über digitale Plattformen und damit den Umgang mit Daten sprechen. Wir haben daher ein „Daten-Stadtwerk“ gegründet, dass diese Aufgabe übernimmt: Die „DOdata GmbH“ als 100 prozentige Tochter der DEW21.

Unser Chief Information/Innovation Office (CIO) vernetzt die unterschiedlichen Ansätze und Masterpläne zur Digitalisierung in Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft und entwickelt eine Gesamtstrategie „Smarte Stadt“. Zusammen mit dem „nordwärts“-Projekt ist das CIO Schnittstelle der Stadt Dortmund zur Dialog- und Projektplattform Allianz Smart City als Zusammenschluss von mittlerweile mehr als 150 Unternehmen, Institutionen und wissenschaftlichen Einrichtungen.

Dortmund ist „ausgezeichnet“

Unsere Bemühungen bleiben nicht unbemerkt: Auch der Bitkom hat erkannt, dass Dortmund in Sachen Digitalisierung bestens aufgestellt ist: Im kürzlich veröffentlichten Smart City Index haben wir als Standort Dortmund den 9. Platz unter Deutschlands Großstädten erreicht, die Stadtverwaltung sogar den 4. Platz belegt.

Auch unsere Allianz Smart City Dortmund konnte abermals einen großen Erfolg verzeichnen und siegte im Januar 2019 beim Wettbewerb „Stadt.Land.Digital“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Aber wir sind nicht nur in Sachen Digitalisierung spitze. Wir räumen Preise in vielen Sparten ab. Besonders stolz macht uns, dass wir es beim „iCapital 2019 – Europäische Innovationshauptstadt“ in Brüssel unter die besten 12 Städte Europas geschafft haben. Das ist für uns der Beleg, dass wir gute Arbeit machen und ein Ansporn, diesen Weg entschlossen weiterzugehen.

Und auch die kleinsten Dortmunderinnen und Dortmunder finden „ausgezeichnete“ Bedingungen vor: So haben die FABIDO-Kita Bornstraße und das Netzwerk „IN-Familie Hannibal- und Brunnenstraßenviertel“ für ihre großartige Arbeit in diesem Jahr den Deutschen Kita-Preis bekommen.

Ausgeglichener Haushalt ermöglicht Investitionen

Immer wieder werden wir in Dortmund gefragt: „Wie macht ihr das?“ Dass wir hier in Dortmund in vielen Bereichen so gut aufgestellt sind, haben wir auch unseren relativ soliden Stadtfinanzen zu verdanken. Es gelingt uns nun regelmäßig, einen genehmigten Haushalt aufzustellen. Wir sind – anders als viele andere Großstädte in unserer Umgebung – keine Stärkungspaktkommune. Wir stemmen unseren Haushalt ohne millionenschwere Stützen des Landes NRW aus eigener Kraft.

Und weil wir nicht auf diesen Stärkungspakt angewiesen sind, müssen unsere Bürgerinnen und Bürger auch keine massiven Einschnitte hinnehmen. Und für unsere Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger fallen keine zusätzlichen Steuerbelastungen an.

Im Gegenteil: Wir können dank des nahezu ausgeglichenen Haushaltes zahlreiche Maßnahmen wie geplant umsetzen und mit wichtigen Investitionen das Leben in unserer Stadt noch lebenswerter machen. Dazu zählen unter anderem auch freiwillige Leistungen etwa im Sport- oder Kulturbereich. Wir investieren in Kitas und Schulen. Wir investieren in Sportvereine und Sportanlagen. Wir investieren in Kultureinrichtungen und Bildungsangebote.

All das ist nur möglich, weil wir handlungsfähig sind und bleiben. Grundlage dafür ist der Ratsbeschluss vom 12. Dezember 2019 zum Doppelhaushalt 2020/21, der hoffentlich wieder schnell vom Regierungspräsidenten genehmigt wird.

Starkes Fundament für stürmische Zeiten

Wir fahren Erfolge ein, die wir einer innovativen Planungskultur und einer weitsichtigen strategischen Neuausrichtung verdanken. Unser Ziel war es immer, den Strukturwandel möglichst sozial verträglich zu gestalten. Und – in der „Mitmachstadt Dortmund“ selbstverständlich – unter Einbeziehung unterschiedlichster Kooperationspartner, aber auch der Bürgerinnen und Bürger.

„Partizipation“ ist für uns keine leere Worthülse, sondern Kerngedanke unseres täglichen Handelns. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir in Dortmund Bewährtes bewahren, mit Neuem kombinieren und so die besten Grundlagen für eine gute Zukunft haben. Der Wandel von der Montanstadt zur Wirtschafts- und Dienstleistungsmetropole ist uns gelungen. Dennoch haben wir unsere Wurzeln nicht gekappt. Die Stärken der Vergangenheit nehmen wir mit in die Zukunft. Wir haben in den letzten Jahren hart gearbeitet und ein solides Fundament erbaut, auf dem unsere Stadt stabil steht und robust genug ist, den Stürmen zu trotzen, die sich angesichts globaler Entwicklungen zusammenbrauen mögen.

Mit Zuversicht ins neue Jahr

OB Ullrich Sierau

OB Ullrich Sierau

Somit schaue ich voller Zuversicht in das neue Jahr 2020 und auch in die weitere Zukunft unserer Stadt. Dortmund wird weiter wachsen. Wirtschaftliche Eintrübungen können wir kompensieren durch eine robuste Wirtschaft, eine starke Gründerszene und innovative Start-Ups. Große Ereignisse wie die Welt Roboter Olympiade 2021, die Fußball-EM 2024 oder die Internationale Gartenausstellung IGA 2027 senden bereits ihre Strahlen voraus.

Auch in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz werden wir weiter vorangehen. Dortmund wird Fahrradstadt werden. Wir wollen ein Verkehrsmodell entwickeln, das Umweltverträglichkeit sicherstellt und den Rad- und E-Bike-Verkehr massiv fördert. Wir orientieren uns bei diesen Themen weiterhin am sogenannten „Nachhaltigkeitsviereck“ bestehend aus den Dimensionen Ökonomie, Ökologie, Soziales und Zivilgesellschaft. An diesen Grundpfeilern richten wir unsere nachhaltige Stadtentwicklung aus – und das übrigens nicht erst seit es die 17 Nachhaltigkeitsziele gibt, sondern schon lange davor. Denn wir fühlen uns nicht nur dem eigenen Wohlergehen verpflichtet, sondern auch einem starken Europa und einer gerechten Welt.

Nur wenn es uns gelingt, auch in Zukunft auf eine nachhaltige Entwicklung und eine vielfältige Stadtgesellschaft zu setzen, werden wir weiter erfolgreich sein. Manchen Menschen machen die rasanten Umbrüche unserer Zeit und unserer Gesellschaft Angst. Aber Abgrenzung und Ausgrenzung sind keine guten Strategien. Im Gegenteil: Vielfalt – oder „Diversität“ – ist ein entscheidender Standortfaktor für eine erfolgreiche Zukunft. Wer sich dem verschließt, wird abgehängt. In Zeiten des Wandels ist es daher unabdingbar, positive Ideen und tragfähige Perspektiven für eine gerechte und nachhaltige Zukunft für alle zu entwickeln.

Auch 2020 ist immer was los

Freuen wir uns gemeinsam darauf, was das neue Jahr bringt. Sicher ist schon jetzt: Dortmund wird auch 2020 viel zu feiern haben. Denn anders als manche denken, ist in Dortmund immer was los. Wir setzten auf neue Formate und große Treffen ebenso wie bewährte Highlights und gute Traditionen – vom E-Bike-Festival über das Stadtfest DORTBUNT! bis hin zu den Cityring-Konzerten.

Und wir freuen uns auf außergewöhnliche Ereignisse wie den „Deutschen Braumeistertag“ oder den „Beethoven-Marathon“. Höhepunkt in Sachen ökonomischer Transformation wird sicherlich die Eröffnung des neuen WILO-Campus im April sein, ebenso wie die Übergabe der Nortkirchenstraße.

Am 13. September 2020 steht mit den Kommunalwahlen noch ein weiteres wichtiges Ereignis an: Beteiligen Sie sich daran und bringen Sie sich demokratisch ein. Geben Sie denjenigen Ihre Stimme, bei denen Sie die Zukunft Dortmunds in den besten Händen wissen.

Für mich persönlich bedeutet das neue Jahr 2020 auch einen Einschnitt. Ich freue mich auf viele Möglichkeiten des Austauschs und bin sicher, dass Dortmund die besten Voraussetzungen für eine gute Zukunft hat. Mein ausdrücklicher Dank gilt an dieser Stelle all jenen Menschen, die mit viel Leidenschaft und Herzblut dazu beitragen, dass Dortmund lebens- und liebenswert ist und bleibt.

Sie engagieren sich für den Umweltschutz, helfen Geflüchteten, sind in der freiwilligen Feuerwehr oder Kulturvereinen unterwegs, machen sich stark gegen Rassismus und Extremismus, unterstützen Kinder, Arme oder alte Menschen und vieles vieles mehr. Sie packen die Dinge an und leisten so einen zentralen Beitrag zum Zusammenhalt unserer Stadtgesellschaft. Danke dafür!

Ihnen allen, liebe Dortmunderinnen und Dortmunder, wünsche ich nur das Beste für das neue Jahr 2020, viel Erfolg im Privaten wie Beruflichen, viel Glück und Gesundheit.

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Ein Gedanke zu “Gastbeitrag: Grußwort von Ullrich Sierau, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, zum Jahreswechsel 2019/2020

  1. Arthur Winkelbach

    Mal schauen, wie es 2020 mit Sierau`s „smart City“ weitergeht.

    „Smart City Dortmund?“
    Gegen die Überwachung und Kontrolle der «intelligenten Stadt»
    Donnerstag, 16.01.2019, 19 Uhr, Nordpol (Münsterstr. 99, 44145 Dortmund)

    „Wir.machen.Zukunft“ frohlockt die „Allianz Smart City Dortmund“ auf ihrer Homepage. Dieser Zusammenschluss von Technologie Firmen, staatlichen Institutionen, universitären Einrichtungen und Lobbyverbänden der Wirtschaft strebt an Dortmund nach ihren Vorstellungen zu einer „intelligenten“, zu einer „smarten Stadt“ umzubauen. Der Hype rund um das Thema «Smart Citys» hat in den letzten Jahren weltweit rasant an Bedeutung gewonnen. Techriesen wie Cisco, die maßgeblich auch in Dortmund aktiv sind, träumen von zukünftigen Milliarden Gewinnen weltweit. Denn Daten sind im digitalen Kapitalismus das neue Öl, das neue Gold. Und bei „Smart Citys“ geht es zentral um unsere Daten. Mit einer Vielzahl von Sensoren, Kameraüberwachung und der Vernetzung von Menschen, Infrastrukturen, Haushalten und Verwaltung sollen städtische Abläufe von der Ampelschaltung über die Müllabfuhr bis hin zur Kriminalitätsbekämpfung digitaler und damit „effektiver“ gestaltet werden.

    In dieser „smarte“ Dystopie verwandeln sich die Einzelnen nicht nur zum „gläsernen Bürger“, sondern die technologische Aneignung und Umformung der alltäglichen Lebensprozesse strebt danach die Bevölkerung zu gehorsamen Datenlieferant*innen und Konsument*innen zu dressieren, die ihre verlorene Freiheit im Glück des Erwerbs verschiedener vordefinierter Produkte und Apps verdrängen.

    Das die „Zukunft“, wie sie sich die „Allianz Smart City Dortmund“ vorstellt, mit der gewaltsamen Verdrängung alles Unangepassten und Delinquenten aus dem städtischen Leben einhergehen wird, zeigt ihr Pilotprojekt der Dauerüberwachung der Münsterstraße mittels Videokameras.

    Unsere Veranstaltung soll eine Einführung in die Kritik der „Smart City“ Ideologie geben und an verschiedenen Beispielen aus den USA , China wie auch den aktuellen „Smart City Dortmund“ Projekt aufzeigen, dass sich unsere Kritik gegenüber spezifischen technologischen Innovationen an einem anzustrebenden Abbau von Macht, Ungleichheit und Fremdbestimmung orientiert.
    Vortrag und Diskussion mit Lars von Capulcu
    https://capulcu.blackblogs.org

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