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Flüchtlinge müssen von den Ehrenamtlichen in der ehemaligen Hauptschule Eving Abschied nehmen – Umzug nach Mengede

Flüchtlinge aus der ehemaligen Hauptschule Osterfeldstraße übergaben Briefe an Birgit Zoerner.

Flüchtlinge aus der ehemaligen Hauptschule Osterfeldstraße übergaben Briefe an Birgit Zoerner.

In diesem Tagen heißt es in der ehemaligen Hauptschule an der Osterfeldstraße in Eving Abschied zu nehmen. Nach rund 1,5 Jahren wird das Gebäude nicht mehr als Übergangseinrichtung benötigt. Die letzten verbliebenen Flüchtlinge sollen zum überwiegenden Teil in die neue Einrichtung in der Breisenbachstraße nach Mengede umziehen.

Flüchtlinge in Eving haben Briefe an die Stadtspitze geschrieben

Davon sind viele der bisherigen BewohnerInnen nicht begeistert. Dutzende Flüchtlinge standen daher im Rathaus und winkten mit Briefen. Sie wollten sie an OB Ullrich Sierau übergeben, weil sie den geplanten Umzug ablehnen. Stellvertretend nahm Sozialdezernentin Birgit Zoerner die Briefe entgegen.

Flüchtlinge aus der ehemaligen Hauptschule Osterfeldstraße übergaben Briefe an Birgit Zoerner.

Flüchtlinge aus der ehemaligen Hauptschule Osterfeldstraße übergaben Briefe an Birgit Zoerner.

„In der Deutschstunde haben die TeilnehmerInnen auf eigenen Wunsch, da wir Briefeschreiben geübt haben, jeweils Briefe an der Oberbürgermeister geschrieben“, erklärt die ehrenamtlich tätige Deutschlehrerin Sigrid Czyrt den ungewöhnlichen Ortstermin.

In den Schreiben bringen Sie für ihre jeweiligen Familien oder für sich als Einzelpersonen den Wunsch zum Ausdruck, nach langer Wartezeit schnell eine Wohnung beziehen zu können. „Vor allem
für die großen Familien bis zu sechs Kindern ist die Situation besonders dringend“, so Czyrt.

Die Forderung der Flüchtlinge: Sie wollen nicht erneut in eine Zwischenunterkunft ziehen, sondern – sollten sie umziehen – dann in Wohnungen. Denn so lebt eine der Familien bereits seit der Eröffnung der Übergangseinrichtung in der Evinger Schule. Auch eine andere Großfamilie lebt bereits seit fast einem Jahr dort, nachdem sie bereits vorher in einer anderen Übergangseinrichtung gelebt hat.

Ihnen reißt der Geduldsfaden, weil es auch in ihren Asylverfahren keine Fortschritte gibt. Sie können daher auch keine Integrationsangebote wahrnehmen.

Ihre Skepsis ist aber auch deshalb groß, weil sie ihre bewährten Hilfestrukturen verlieren. Denn die zahlreichen Ehrenamtlichen in Eving haben Unterricht, begegnungs- und Betreuungsangebote sowie die Auszugshilfe organisiert.

Für diese ehrenamtlich organisierten Angebote bedankten sich sowohl Birgit Zoerner als auch Bezirksbürgermeister Oliver Stens bei den zahlreichen Ehrenamtlichen in Eving, die sich sieben Tage pro Woche um die Angekommenen gekümmert haben.

Stadt Dortmund appelliert an Vermieter, freie Wohnungen zu melden

Schreib- und Spielmaterialien brachte die AWO den Familien im Flüchtlingsheim in Eving.

Viele Ehrenamtliche und Ortsvereine haben die Familien im Flüchtlingsheim in Eving unterstützt.

Die Flüchtlinge fürchten nun, dass sie nun in der Breisenbachstraße diese Unterstützungen nicht mehr bekommen. Sie möchten daher sofort in eigene Wohnungen umziehen. Diesen Wunsch kann die Sozialdezernentin nur zu gut verstehen.

Ihre Maxime ist es, die Flüchtlinge möglichst in Wohnungen unterzubringen. Bei 4000 von 7000 Flüchtlingen ist dies bereits gelungen.

Allerdings wird es immer schwieriger, entsprechende Wohnungen zu bekommen. Vor allem bezahlbare kleine und sehr große Wohnungen sind knapp.

Der Fachbereich Liegenschaften der Stadt freut sich daher über Wohnungsangebote privater Vermieter. Wer die Integration der Neu-Dortmunder unterstützen möchte und eine Wohnung zu vermieten hat, kann sich telefonisch melden unter (0231) 50 -2 37 00 oder auch per Mail: wohnungen-fuer-fluechtlinge@stadtdo.de

Auf den Webseiten der Stadt Dortmund können sich Interessierte über die Voraussetzungen und weitere Details informieren: www.fluechtlinge.dortmund.de

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