Unterhaltsamer Einblick in das neue Programm der Spielzeit:

Eröffnungsgala im Schauspiel Dortmund

Los ging es auf dem Vorplatz des Schauspielhauses mit dem Sprechchor unter der Leitung von Ekkehard Freye.
Los ging es mit der Eröffnung auf dem Vorplatz des Schauspielhauses mit dem Sprechchor unter der Leitung von Ekkehard Freye. Foto: Djamak Homayoun für das Schauspiel Dortmund

Das Schauspiel Dortmund hat sich mit einer bunten Eröffnungsgala für das zahlreich erschienene Publikum aus der Sommerpause zurück gemeldet. Los ging es auf dem Vorplatz des Schauspielhauses mit dem Sprechchor unter der Leitung von Ekkehard Freye. Im Saal gab dann das Team um Intendantin Julia Wissert einen unterhaltsamen Einblick in das neue Programm der Spielzeit.

Kostproben aus den geplanten Premieren und Programmen

In zweieinhalb Stunden führten Antje Prust und Raphael Westermeier durch den Abend, der unter dem Motto „Postwütiges Paradies“ stand. Die Band Metromara mit der großartigen Sängerin Mara Minjoli sorgte für jazzige Musikeinlagen. Das Ensemble des Schauspiel Dortmund zeigte szenische Ausschnitte aus den ersten Premieren der Saison, „Woyzeck“, „Bakchen“ und „GRM“.

Das Ensemble des Schauspiel Dortmund zeigte szenische Ausschnitte aus den ersten Premieren der Saison, „Woyzeck“ (Foto), „Bakchen“ und „GRM“.
Das Ensemble des Schauspiel Dortmund zeigte szenische Ausschnitte aus den ersten Premieren der Saison, „Woyzeck“ (Foto), „Bakchen“ und „GRM“. Foto: Lisa Bunse für das Schauspiel Dortmund

Für die späteren Premieren gab es Kostproben von Lola Fuchs aus ihrem selbst geschriebenen Stück „Die Not steht ihr gut“ und von Linus Ebner zu „Onkel Wanja“ in einer herrlich komischen Aufstellung aller Figurenkonstellationen, die bei Tschechow bekanntermaßen komplex ausfallen.

Auch die Projekte des Jugendclubs wurden vorgestellt sowie die Festivalprogramme. Besonders bewegend zeigte sich auch der Sprechchor bei einem Ausschnitt aus seinem neuen Stück „Halbwache Geister“, das Regina Anacker zum Thema Demenz geschrieben hat und das im Mai oder Juni 2023 Premiere feiern wird.

Schauspiel sucht den stärkeren Kontakt zum Publikum

Im Vordergrund steht für das Schauspiel auch der stärkere Kontakt zum Publikum, der mit Stationen der kleinen, mobilen Ape(lina) im Stadtraum mit Kaffee und verschiedenem Programm sowie den regelmäßig stattfindenden Parties mit DJ Razzmatazz im Anschluss an alle Premieren im Institut, zu denen alle auch unabhängig vom Theaterbesuch willkommen sind, gefördert werden soll.

Alle Premieren im Schauspielhaus sind bereits im Vorverkauf. Karten dafür sowie für alle Vorstellungen im September und Oktober (ab 1.9. im Vorverkauf) gibt es an der Vorverkaufskasse im Kundencenter (Platz der Alten Synagoge), unter www.theaterdo.de und 0231/50-27222.

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Reaktionen

  1. „Rom*njaCity Reloaded“: Das „Djelem Djelem“-Festival zu Gast am Schauspiel Dortmund (PM)

    Das „Djelem Djelem“-Festival hat sich zum Ziel gesetzt, den Reichtum und die Kunst- und Kulturtradition der Roma bekannt zu machen, und ist inzwischen eine feste Größe in Dortmund. Das Rom*nja IN Power Theaterkollektiv zeigt im Rahmen dieses Festivals „Rom*njaCity reloaded. Stadt befreiter Menschen. Auf der Suche nach einer möglichen Welt“ am 20. und 21. September im Schauspiel Dortmund. Das Theaterstück erzählt die Geschichte von Rita Prigmore und ihrer Zwillingsschwester Rolanda. In den 1940er-Jahren führten Nazi-Ärzte Experimente an den Zwillingendurch – für ihre Versuche, „Herrenmenschen“ zu entwickeln. Das Stück ist eine Abrechnung mit der Vergangenheit, aber auch ein Blick in eine mögliche Zukunft. Dabei führt die Geschichte von Rita Prigmore und ihrer Schwester ins Zentrum von Romnja City, der Stadt der Freiheit. Das Stück entstand in Kooperation mit dem Romanosvato Theaterverein Wien und dem Rroma Aether Klub Theater sowie mit Unterstützung des Fonds Darstellender Künste. Karten für 15,- Euro (8,- Euro ermäßigt) gibt es an der Vorverkaufskasse im Kundencenter (Platz der Alten Synagoge), unter http://www.theaterdo.de und 0231/50-27222.

  2. Spielzeitstart im Kinder- und Jugendtheater wird „wild“ (PM)

    Das Kinder- und Jugendtheater eröffnet die neue Spielzeit mit der Premiere von „WiLd!“ am Freitag, 16. September. Das kraftvolle Stück von Evan Placey erzählt die Geschichte von Billy, der mit der Diagnose ADHS lebt. Trampolinspringen geht gut, Fußballspielen, Klettern und sich was ausdenken auch. Stillsitzen, zuhören, sich konzentrieren – das geht gar nicht. Für Billy ist das weniger ein Problem als für die Menschen um ihn herum.

    Seitdem sich „die Familiensituation“, wie es seine Mutter nennt, geändert hat, fällt es Billy noch schwerer, bei der Sache zu bleiben. Warum ist sein Vater weg und was wird aus dem Bienenstock, wenn er sich nicht mehr um ihn kümmert? Und warum ist Billys Leben so ein Chaos geworden?

    KJT-Schauspieler Thomas Ehrlichmann erzählt die Geschichte aus Billys Perspektive. Mit ihm auf der Bühne steht der Musiker Lukas Joachim, der ihn begleitet und unterbricht, aber auch mal als Spielpartner fungiert. Milan Gather inszeniert „WiLd!“ für ein junges Publikum ab 8 Jahren im Sckelly. Der junge Regisseur hat gerade den Mühlheimer KinderStückePreis 2022 gewonnen und arbeitet jetzt zum ersten Mal am Kinder- und Jugendtheater Dortmund. Ein Wiedersehen, denn als Jugendlicher sammelte Gather hier erste Erfahrungen im Jugendclub, bevor er seine Schauspielausbildung begann, selbst Theaterstücke schrieb und auch Regie führte.

    Die Premiere von „WiLd!“ am 16. September ist bereits ausverkauft, für die Folgevorstellungen am 18. September (16 Uhr), 21. und 23. September (beide 11 Uhr) gibt es noch Karten für 4,- Euro an der Vorverkaufskasse im Kundencenter (Platz der Alten Synagoge), unter http://www.theaterdo.de und 0231/50-27222. Bereits vor der ersten Premiere steht die erfolgreiche Produktion „Nathan“ ab kommenden Sonntag, 11. September, wieder auf dem Spielplan.

  3. Ein Rausch zwischen Musik, Tanz und Theater: „Bakchen“ in der Regie von Julia Wissert (PM)

    Was passiert, wenn ein über 2000 Jahre alter, weltbekannter Text über den Gott des Rausches auf aktuelle, sehr persönliche Worte junger Menschen aus dem Jahr 2022 trifft? Dramaturgin Sabine Reich kombiniert in ihrer Textfassung für „Bakchen – die verlorene Generation“, die in der Inszenierung von Intendantin Julia Wissert am Samstag, 17. September, im Schauspielhaus Premiere feiert, Euripides‘ antiken Stoff mit originalen Tagebuch-Texten von Jugendlichen, die auf der Plattform wattpad.com veröffentlicht wurden, und ermöglicht so eine aktuelle Lesart des antiken Stoffes.

    Nachdem er lange fort war, kehrt Dionysos nun in Menschengestalt in seine Heimatstadt zurück und kämpft um Anerkennung und Respekt. Er gilt als Fremder in der Stadt, doch eigentlich kommt er nach Hause, zurück zu seiner Familie. Dionysos ist das göttliche Kind, Spielender, Tanzender, eine Figur, die anders sieht und aus anderen Perspektiven auf die Welt schaut. Das macht ihn verführerisch und gefährlich. So sieht sich König Pentheus von ihm herausgefordert und lässt ihn verhaften, doch Dionysos befreit sich, und als er die Stadt triumphierend verlässt, folgen ihm die jungen Leute.

    Im Original der griechischen Tragödie sind es die Frauen der Stadt, die mit Dionysos in den Wäldern feiern, doch in der Dortmunder Fassung und in der Inszenierung von Julia Wissert machen sich die Jugendlichen auf den Weg. Sie befreien sich von den Zwängen und Erwartungen ihrer Eltern. Das Tagebuch einer jungen Person, das auf der Plattform wattpad.com veröffentlicht wurde und viele Kommentare von Jugendlichen, die ähnliches erleben und fühlen, ergänzen den antiken Stoff.

    In dem Tagebuch wird explizit über Depression und Suizid gesprochen. Die Jugendlichen sagen, sie halten das Leben und diese Gesellschaft nicht mehr aus. Empfindsam und sensibel erleben sie schmerzhaft die Brüche, Widersprüche und Leerstellen unserer Gesellschaft. Zwischen Leistungsdenken, Pandemie, Selbstoptimierung und „Germany’s Next Topmodel“ gehen sie unter in ihren Kinderzimmern, und die meisten Eltern verdrängen den stillen Aufstand der Kinder.

    Doch Dionysos führt sie hinaus, vor die Tore der Stadt, und bei ihm finden sie die Freiheit, sich selber zu finden. Nicht mehr zu gehorchen, nicht mehr zu funktionieren, nichts mehr leisten zu müssen. Sondern leben, schlafen, atmen. Das ist das Versprechen des Dionysos. Das ist die Sehnsucht. Regisseurin Julia Wissert setzt die Textkombination von Alt und Neu mit Musik und Tanz szenisch um, schafft mit Körperlichkeit, Bewegung und Bildern eine rauschhafte Welt.

    So stehen neben Alexander Darkow, Antje Prust, Adi Hrustemović und Valentina Schüler aus dem Schauspielensemble auch Studierende des Studiengangs „Physical Theater“ der Folkwang Universität der Künste auf der Bühne, choreografiert von Keelan Whitmore. Musik gibt es live von Yotam Schlezinger.

    Die Bühne hat Nicole Wytyczak entworfen, für die Kostüme zeichnet Mascha Mihoa-Bischoff verantwortlich und Video machen Daniela Sülwold und Tobias Hoeft. Karten (12,- bis 33,- Euro) für die Premiere am 17. September (19.30 Uhr) sowie für die weiteren Termine am 25. September, 1., 20. und 23. Oktober (9,- bis 23,- Euro) gibt es an der Vorverkaufskasse im Kundencenter (Platz der Alten Synagoge), unter http://www.theaterdo.de und 0231/50-27222.

  4. „Rom*njaCity Reloaded“: Das „Djelem Djelem“-Festival zu Gast am Schauspiel Dortmund (PM)

    Das „Djelem Djelem“-Festival hat sich zum Ziel gesetzt, den Reichtum und die Kunst- und Kulturtradition der Roma bekannt zu machen, und ist inzwischen eine feste Größe in Dortmund. Das Rom*nja IN Power Theaterkollektiv zeigt im Rahmen dieses Festivals „Rom*njaCity reloaded. Stadt befreiter Menschen. Auf der Suche nach einer möglichen Welt“ am 20. und 21. September im Schauspiel Dortmund.

    Das Theaterstück erzählt die Geschichte von Rita Prigmore und ihrer Zwillingsschwester Rolanda. In den 1940er-Jahren führten Nazi-Ärzte Experimente an den Zwillingen durch – für ihre Versuche, „Herrenmenschen“ zu entwickeln. Das Stück ist eine Abrechnung mit der Vergangenheit, aber auch ein Blick in eine mögliche Zukunft. Dabei führt die Geschichte von Rita Prigmore und ihrer Schwester ins Zentrum von Romnja City, der Stadt der Freiheit. Das Stück entstand in Kooperation mit dem Romanosvato Theaterverein Wien und dem Rroma Aether Klub Theater sowie mit Unterstützung des Fonds Darstellender Künste. Eintritt und Platzwahl für die Vorstellungen am 20. und 21. September sind frei.

  5. Herbstlabor „Yourtopia“ startet am Schauspiel (PM)

    Das Herbstlabor am Schauspiel Dortmund steht in diesem Jahr unter dem Motto „Yourtopia“ und lädt Jugendliche zwischen 14 und 24 Jahren in den Herbstferien zum kreativen Ausprobieren in verschiedenen Workshops rund um Utopien und Zukunft ein. Das Festival dauert vom 3. bis 7. Oktober und findet in Kooperation mit dem Dietrich Keuning Haus und dem Tiny Music House statt.

    Die neun Workshops – Parkour, Performance, Fotografie, Kreatives Schreiben, TheaterGameDesign, Spoken Word, Improvisation, Kreativ sein mit dem IPad und Playing up Gender – haben noch freie Plätze und finden vormittags von 10 bis 14 Uhr statt. Im Anschluss gibt es täglich ein gemeinsames Mittagessen sowie eine Auszeit an der Ape(lina) des Schauspiels.

    Wer mitmachen möchte, kann sich bei der Theatervermittlerin Sarah Jasinszczak, die das Festival künstlerisch leitet, anmelden unter junges-schauspiel@theaterdo.de. Weitere Infos gibt es auf dem Blog des Schauspiel Dortmund: https://blog.schauspieldortmund.de/herbstlabor-2022/

    Eingerahmt werden die Workshops von der Eröffnungsperformance „No Future for Us“ vom Import Export Kollektiv aus Köln am Montag, 3. Oktober, um 18 Uhr und der Abschlusspräsentation am Freitag, 7., Oktober, um 17 Uhr in der Jungen Oper. Diese beiden Veranstaltungen sind für alle Interessierten offen, unabhängig vom Herbstlabor. Wer also am 3. oder 7. Oktober vorbeischauen möchte, kann sich für diese beiden Termine ebenfalls unter junges-schauspiel@theaterdo.de anmelden.

  6. Drei Stücke wieder im Programm des Schauspiel Dortmund (PM)

    Nach der ersten Premiere der Spielzeit, „Woyzeck“, feiert das Studio des Schauspiel Dortmund einige Wiederaufnahmen von Stücken der vergangenen Saison. „Cherchez la Femme“ kommt am 15. September (20 Uhr) und 25. September (18.30 Uhr) wieder und beschäftigt sich spielerisch mit dem Femininen, die vier Schauspieler*innen schlüpfen in die Rollen von bekannten Persönlichkeiten wie Eartha Kitt, Josephine Baker und Hannah Arendt, in „Ödipus auf dem Mars“ (ab 18. September, 18 Uhr) geht das Ensemble mit dem Sprechchor der berühmten griechischen Geschichte um den Herrscher von Theben nach, der vergeblich versuchte, seinem Schicksal zu entgehen, und Sartres Klassiker „Das Spiel ist aus“ steht als romantische Komödie ab dem 22. September (20 Uhr) wieder auf dem Spielplan. Karten gibt es für 15,- Euro (8,- Euro ermäßigt) an der Vorverkaufskasse im Kundencenter (Platz der Alten Synagoge), unter 0231/50-27222 oder http://www.theaterdo.de.

  7. Der Vorverkauf für das Weihnachtsmärchen im Kinder- und Jugendtheater (KJT) hat begonnen (PM)

    Die ersten Stollen liegen in den Supermärkten, das ist der Startschuss für den Vorverkauf des Weihnachtsmärchens. In diesem Jahr gibt es wieder einen wunderbaren Klassiker der Weltliteratur zu sehen für ein junges Publikum ab sechs Jahren: „Alice im Wunderland“ feiert am Freitag, 11. November, um 19 Uhr im Schauspielhaus Dortmund Premiere.

    Die Bühnenfassung von KJT-Intendant Andreas Gruhn nimmt sich Lewis Carrolls berühmten Text zur Vorlage: Alice folgt dem kleinen, weißen Kaninchen und fällt in den Kaninchenbau. Als sie am anderen Ende heraus purzelt, ist sie in einer anderen Welt. Dort erlebt sie überraschende Abenteuer mit verrückten Teepartys, grinsenden Katzen und seltsamen Begegnungen.

    Andreas Gruhn führt auch Regie, für die Ausstattung ist Oliver Kostecka verantwortlich, für die Musik Michael Kessler und für das Video Peter Kirschke. Auf der Bühne stehen Andreas Ksienzyk, Bianka Lammert, Rainer Kleinespel, Thomas Ehrlichmann, Johanna Weißert und Jan Westphal aus dem KJT-Ensemble sowie Malin Kemper und Sar Alina Scheer als Gäste.

    Karten für 11,- Euro (6,- Euro ermäßigt) gibt es im Kundencenter (Platz der Alten Synagoge), unter 0231/50-27222 und http://www.theaterdo.de. Es gibt zahlreiche Vorstellungen für Schulen am Vormittag sowie für Familien am Wochenende. Ein Tipp für die Weihnachtstage: Am 25. Dezember (17 Uhr) und 26. Dezember (11 Uhr) gibt es noch viele Karten.

  8. Nächste Premiere für Kinder- und Jugendtheater: „Gleich anders“ im Fritz-Henßler-Haus (PM)

    Mit seiner zweiten Premiere begibt sich das Kinder- und Jugendtheater Dortmund an einen anderen Ort: Die mobile Produktion „Gleich anders“ feiert am Freitag, 23. September, um 19 Uhr im Fritz-Henßler-Haus (in der Geschwister-Scholl-Straße 33) Premiere. Die Stückentwicklung in der Regie von Martina van Boxen versucht, sich dem großen Thema Diversität in kultureller, biologischer und vor allem gesellschaftlicher Betrachtung anzunähern.

    In Kooperation mit dem Jugendring Dortmund entsteht eine mobile Produktion, die in verschiedenen Einrichtungen von Dortmunder Jugendverbänden gastiert. Was passiert, wenn Menschen mit verschiedenen Hintergründen miteinander umgehen und sich gegenseitig beeinflussen? Wie kann eine perfekte Welt ohne Diskriminierung aussehen?

    Sprachenvielfalt lässt neue Denkräume entstehen. Mit dem Türkischen und Yoruba bekommen die Kategorien von Nationalität und ethnischer Herkunft der Spielenden Zeynep Topal und Jubril Sulaimon eine konkrete Kontur. Die drei Darstellenden – neben Topal und Sulaimon auch Sar Adina Scheer – machen sich Gedanken um die Themen Geschlecht und Geschlechtsidentitäten, die aufgebrochen werden. Das Gefühl vom Anders-Sein spielt gerade im Heranwachsen eine übergeordnete Rolle.

    In episodenhafter Erzählung werden verschiedene Formate ausprobiert, Fragen gestellt, Antworten gesucht und wieder verloren. Den Sound dazu liefert Manuel Loos. Märchen, Interviews (Video: Peter Kirschke) und Social Media sind dabei gleichermaßen Anstoß zur Auseinandersetzung. Identitäten sind genauso vielfältig wie wandelbar. Was Kleidung mit Zuordnungen zu tun hat, neben Aussehen, (sozialer) Herkunft oder Geschlecht, führt Ausstatter Toumas Kiiliäinen in schnellen Kostümwechseln facettenreich vor Augen. Buchung und Kartenbestellung der mobilen Produktion sind unter juleica@jugendring-do.de oder unter Tel. 0231/50 16 16 1 möglich.

  9. Mit Sibylle Berg in die nächste Premierenrunde: „GRM. Brainfuck“ am Schauspiel Dortmund (PM)

    Nach „Bakchen“ feiert ein preisgekrönter Roman als Theaterstück Premiere im Dortmunder Schauspielhaus: „GRM. Brainfuck“ steht ab 8. Oktober auf dem Programm. Sybille Berg hat aus ihrem Roman selbst eine Theaterfassung mit dem Untertitel „Das sogenannte Musical“ gemacht, die 2021 am Thalia Theater in Hamburg uraufgeführt wurde.

    Schonungslos, zornig und zynisch macht das Stück auf all die ausbeuterischen Strukturen unserer Gesellschaft aufmerksam, die der neoliberale Kapitalismus für alle bereit hält. Im Zentrum der Erzählung stehen vier an den Rand der Gesellschaft gedrängte Jugendliche. Früh auf sich selbst gestellt, bilden sie eine aus der Not geborene Ersatzfamilie. Ihr Ziel: nie mehr verletzt werden! Sie verschwinden von zu Hause und machen sich auf den Weg nach London mit der Hoffnung auf ein besseres Leben.

    Doch dort angekommen, werden alle Bürger*innen aufgerufen, sich einen Chip mit allen persönlichen Daten einpflanzen zu lassen. Die vier tauchen in einer leeren Fabrikhalle unter und suchen nach Strategien des (Über)Lebens. In einer benachbarten Halle treffen sie auf eine Gruppe Hacker*innen und suchen nach Möglichkeiten, ihre Geschichten und die Zukunft selbst mitzuschreiben. Zwischen Racheplänen und dem Selbstfindungsprozess beim Erwachsenwerden sind Don, Hannah, Karen und Peter auf der Suche nach sich und nach Gerechtigkeit in einer Gesellschaft, die Menschen wie sie systematisch unterdrückt.

    Der Titel „GRM“ bezieht sich auf die größte musikalische Revolution aus Großbritannien seit dem Punk: Grime. Für Don, Hannah, Karen und Peter ist Grime ein Zufluchtsort, ein Versprechen, aber auch ein Mittel, die eigene Wut zu spüren und nach außen zu tragen.

    Regisseur Dennis Duszczak inszeniert „GRM. Brainfuck – Das sogenannte Musical“ in Dortmund exzentrisch, bunt und mit viel Spielfreude! Und natürlich mit Musik – von Lutz Spira, der schon mehrfach in Dortmund mit Dennis Duszczak zusammengearbeitet hat.

    Auf der Bühne stehen neben den Schauspielenden Lola Fuchs, Christopher Heisler, Sarah Yawa Quarshie, Nina Karimy, Linus Ebner und Mervan Ürkmez auch die Musiker Malte Viebahn, Christoph Helm und Emilia Golos. Für die Bühne zeichnet Thilo Ullrich verantwortlich, die Kostüme hat Frederike Marsha Coors entworfen, für Video ist Tobias Hoeft zuständig. Dramaturgin der Produktion ist Hannah Saar.

    Für die Premiere am Samstag, 8. Oktober, um 19.30 Uhr gibt es noch Karten für 12,- bis 33,- Euro, für die weiteren Termine am 9. Oktober (18 Uhr), 26. Oktober und 19. November (beide 19.30 Uhr) kosten die Karten 9,- bis 23,- Euro und sind an der Vorverkaufskasse im Kundencenter (Platz der Alten Synagoge), unter 0231/50-27222 oder http://www.theaterdo.de erhältlich.

    „GRM. Brainfuck“ ist nach „La Chemise Lacoste“, „5G“ und „Depeche Mode“ die vierte Arbeit von Dennis Duszczak am Schauspiel Dortmund. „Depeche Mode“ nach dem Roman des ukrainischen Autors Serhij Zhadan, der im Sommer 2022 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, feierte Ende der letzten Spielzeit Premiere und steht ab 24. September (19.30 Uhr) wieder auf dem Spielplan.

  10. Zwei Orte, zwei Sprachen, zwei Menschen: „Lysis – Structure“ überwindet 4000 Kilometer (PM)

    Für das Theaterprojekt „Lysis – Structure“, das am Freitag, 14. Oktober, wieder im Fletch Bizzel zu sehen ist, haben die Regisseurinnen Ayşe Kalmaz und Zelal Angay zwei über 4000 Kilometer entfernte Orte miteinander verbunden: Dortmund und Batman im Südosten der Türkei. Die Schauspielerinnen Melanie Lüninghöner und Pelda Bal spielen zeitgleich an diesen weit entfernten Orten in zwei Sprachen (Deutsch und Kurdisch mit Übertiteln) Szenen aus den beiden Theaterstücken „Lysistrata“ von Aristophanes und „Die Revolte der Frauen“ von Nazim Hikmet Ran.

    Ihre Aufgabe ist, Heldinnen aus verschiedenen Zeiten und Orten miteinander kommunizieren zu lassen. Über eine zentrale Frage, die seit Menschengedenken ihre Aktualität nicht verloren hat und sich im Laufe der Inszenierung in ihrem vollen Spektrum entfaltet: Was sind die sogenannte Rolle und die Möglichkeiten der Frauen, eine Welt, die bisher männlicher Strukturgebung folgt, aufzulösen und neu zu gestalten? Wie sähe eine „weibliche” Weltstruktur aus? Das Herzensprojekt war für die Künstlerinnen ein langer, aufregender Weg zwischen Virtualität und körperlicher Präsenz, mit Kontakt in Echtheit, der räumliche Distanz und Sprachbarrieren überwunden hat.

    Ayşe Kalmaz und Zelal Angay haben entlang des Schreibprozesses versucht, herauszuarbeiten, was die beiden Orte in Bezug auf das sehr weite Thema „Frau Sein” miteinander verbindet und auch voneinander trennt. Eine interaktive Plattform, auf der dokumentiertes Material von Frauen aus verschiedenen Teilen der Welt sichtbar ist, lädt dazu ein, sich an dem Thema zu beteiligen (auf INSTAGRAM: lysis_feminin_voices).

    Alle User*innen sind aufgefordert, in Form eines Selfie-Videos auf zentrale Fragen der Inszenierung zu antworten und am Diskurs einer „weiblicheren“ Welt zu partizipieren. Für die Filmaufnahmen in Dortmund kooperierte Ayşe Kalmaz mit dem Sprechchor Dortmund. Der Chor ist 2010 als Projekt am Schauspiel Dortmund entstanden und wirkt seitdem jede Spielzeit in Produktionen des Hauses mit, kooperiert mit der freien Theaterszene und verwirklicht eigene Stückentwicklungen.

    Außerdem wird das Projekt in Kooperation mit der Akademie für Theater und Digitalität realisiert. Durch die Unterstützung der Akademie wurde es möglich, die virtuelle Bühne herzustellen und beide Bühnen simultan miteinander zu verschalten. Erstmalig wurde die Produktion Anfang September im Fletch Bizzel gezeigt.

    Für den nächten Termin am Freitag, 14. Oktober, 20 Uhr, im Fletch Bizzel (Humboldstraße 45) gibt es noch Karten für 17,- Euro (8,- Euro ermäßigt) unter 0231/142525. In Köln gastiert die Produktion am 22. Dezember im Studio Trafique. Weitere Termine sind in Planung. Das Projekt „Lysis-Structure“ wurde gefördert von Kulturbüro Dortmund, Landesbüro für freie Darstellende Künste, NRW Kultursekretariat, Interkultur Ruhr und LWL Kulturabteilung.

    Es spielen: Melanie Lüninghöner und der Dortmunder Sprechchor in Dortmund und Pelda Bal in Batman • Produktionsleitung & Regie Fletch Bizzel: Ayşe Kalmaz • Regie Yeni Sahne: Zelal Angay • Digitale Bühne und Visual Artist: Alexander Hügel Kostüm & Bühne: Turgut Kocaman

  11. „Die Kartoffelsuppe“ feiert Premiere im KJT Dortmund (PM)

    Aller guten Dinge sind drei: „Die Kartoffelsuppe“ ist die dritte Produktion, die im Kinder- und Jugendtheater im September Premiere feiert und den Spielzeitstart einläutet. Außerdem ist es für die Inszenierung von KJT-Intendant Andreas Gruhn der dritte Startschuss, denn wegen Corona und Erkrankung musste die Produktion in der vergangenen Spielzeit verschoben werden. Jetzt kommt das Solo für Schauspielerin Bettina Zobel am kommenden Freitag, 30. September, um 19 Uhr im KJT Dortmund in der Sckellstraße auf die Bühne.

    Das Stück von Marcel Cremer und Helga Schaus richtet sich an ein junges Publikum ab sechs Jahren und erzählt von Lene, die auf dem Land aufwächst und zum Geburtstag ein kleines Schwein geschenkt bekommt. Die beiden werden beste Freundinnen. Doch dann kommt der Krieg und nimmt den Menschen alles weg. Nahrungsmittel sind keine Selbstverständlichkeit mehr, wie Lene lernen muss. Erzählt wird Lenes Geschichte von ihrer Tochter, die nun schon erwachsen und Köchin geworden ist. Während sie das Publikum auf die Reise in die Vergangenheit mitnimmt, bereitet sie mit vielen köstlichen Zutaten eine Kartoffelsuppe zu – und die können alle gemeinsam am Ende des Stückes probieren.

    Die Premiere am Freitag ist ausverkauft, es gibt aber noch Vorstellungen am 2. Oktober (17 Uhr), 18. Oktober (11 Uhr) und 30. Oktober (17 Uhr). Die Karten kosten 4,- Euro und sind an der Vorverkaufskasse im Kundencenter (Platz der Alten Synagoge), unter 0231/50-27222 und http://www.theaterdo.de erhältlich.

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