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Dortmund bekennt Farbe – „Day Orange“-Demonstration macht auf das fortgesetzte Sterben im Mittelmeer aufmerksam

Die „Seebrücke“ setzt auf Willkommenskultur . Über 200 TeilnehmerInnen werden erwartet. Archivbild: Alex Völkel

Der  4. August ist der Jahrestag der Festsetzung des Rettungsschiffs „Juventa“ in Italien. Anlässlich dessen veranstaltet die Organisation „Seebrücke“ im Rahmen der Aktion „Day Orange: Das Sterben im Mittelmeer beenden“ eine Demonstration für sichere Fluchtwege, die Ausweitung der Seenotrettung sowie für die Freisetzung von festgesetzten Rettungsschiffen und die Entkriminalisierung der Helfer, die in Seenot geratenen Flüchtlingen Hilfe leisten. Die Veranstaltung startet um 12 Uhr an der Kleppingstraße 37 und endet am Gauklerbrunnen um ungefähr 14 Uhr.

„Wir können nicht länger tatenlos zusehen“ – die Bewegung „Seebrücke“ setzt sich für sichere Fluchtrouten ein

Die Bewegung „Seebrücke“ setzt sich für sichere Fluchtwege und Ausweitung der Seenotrettung ein.

Die internationale Bewegung Seebrücke tritt für sichere Häfen und eine humane Flüchtlingspolitik für den Seeraum im Mittelmeer ein.

„Wir solidarisieren uns mit allen Menschen auf der Flucht und fordern von der deutschen und europäischen Politik sichere Fluchtwege, eine Entkriminalisierung der Seenotrettung und eine menschenwürdige Aufnahme der Menschen, die fliehen mussten oder noch auf der Flucht sind.“, so beschreibt „Seebrücke“ ihre Motivation und Ziele.

In den letzten Jahren sind im Mittelmeer mehr Menschen als jemals zuvor ertrunken. Allein im Monat Juni dieses Jahres haben 629 Flüchtende ihr Leben in den Wellen des Meers gelassen. Ursache für die erschreckenden Zahlen sind für die Organisation eine mangelhafte Flüchtlingspolitik seitens Europas. Und das möchten sie ändern. „Wir können nicht länger tatenlos zusehen“, so ein Flyer der „Seebrücke“.

Die Bewegung ist ein Netzwerk aus Hilfsorganisationen für Flüchtlinge, die über die Mittelmehrroute versuchen, nach Europa zu gelangen, und soll als Plattform für AktivistInnen fungieren. Ziel ist, sich zu organisieren und effizientere wie zahlreichere Aktionen, wie zum Beispiel Demonstrationen oder „Flashmobs“, zu veranstalten.

Dortmund zeigt Solidarität – über 200 TeilnehmerInnen werden am kommenden Samstag erwartet

Sie möchten so die Aufmerksamkeit von PolitikerInnen auf sich ziehen und für einen Wandel im Umgang mit Geflüchteten auf mediterranen Fluchtrouten zu sorgen. Geplant für die Demonstration in Dortmund ist ein Protestmarsch vom Stadthaus an der Kleppingstraße 37 bis zum Gauklerbrunnen im Stadtgarten.

Zum Abschluss werden 629 orangenfarbene Schwimmkerzen angezündet – zum Andenken an die im Juni verstorbenen Flüchtenden im Mittelmeer. Zudem werden Reden von Betroffenen und Aktivisten zum Thema gehalten, mit einer anschließenden Schweigeminute.

Es werden mindestens 200 TeilnehmerInnen erwartet, doch weitere Unterstützung der Aktion ist immer gerne von den Veranstaltern gesehen. Wer nun also Lust bekommen hat, teilzunehmen, kann das gerne tun. Die einzige Voraussetzung hierbei ist es, Orange zu tragen. Am Startplatz gibt es dann eine genauere Übersicht und Einführung in weitere Details der Aktion.

 

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2 Gedanken über “Dortmund bekennt Farbe – „Day Orange“-Demonstration macht auf das fortgesetzte Sterben im Mittelmeer aufmerksam

  1. DiE LINKE NRW

    DIE LINKE NRW ruft auf zum DAY ORANGE

    In den letzten Wochen waren fast 50.000 Menschen als Teil der Seebrücke – Schafft sichere Häfen Kampagne auf den Straßen. Für den kommenden Samstag, den 04. August, ruft die Seebrücke den Day Orange aus. Auch in NRW wird es mehre Aktionen geben. Anlass ist der Jahrestag der Festsetzung des Rettungsschiffes „Juventa“ des Berliner Vereins „Jugend rettet“ in Lampedusa. An dem Tag selbst sollen bei den Aktionen, von denen auch mehrere in NRW stattfinden, die Symboliken von Brücken und Wasser sowie die Farbe Orange im Vordergrund stehen.

    Die NRW-Linke ruft auf sich an den Aktionen zu beteiligen.

    „In vielen Städten Nordrhein-Westfalens werden Menschen mit Protesten und kreativen Aktionen für die Seenotrettung demonstrieren. Wir unterstützen diese Aktionen. Die Oberbürgermeister aus Köln, Düsseldorf und Bonn haben in einem offenen Brief Angela Merkel aufgefordert sich für die Seenotrettung einzusetzen und angeboten weitere Geflüchtete aufzunehmen. Viele weitere Kommunen in NRW sollten diesem Beispiel folgen und sich der Forderung anschließen.“, erklärt Landessprecherin Inge Höger.

    Igor Gvozden, Mitglied im Landesvorstand DIE LINKE NRW ergänzt:

    „Alleine im Juni sind über 600 Menschen bei ihrer Flucht im Mittelmeer ertrunken. Seenotrettung zu kriminalisieren und Geflüchtete ertrinken zu lassen ist gewissenlos und unmenschlich. Vor einem Monat erklärten einige Bundesländer, dass sie Geflüchtete der Lifeline aufnehmen würden. Nordrhein-Westfalen war nicht darunter. Wir fordern die Landesregierung auf, sich für eine solidarische Flüchtlingspolitik einzusetzen und NRW als sicheren Hafen zu deklarieren. Wir brauchen endlich sichere Fluchtwege, eine Ausweitung der Seenotrettung und die Entkriminalisierung der privaten Seenotretter*innen.“

    Aktionen zum Day Orange am Samstag in NRW
    (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

    11:00 in Köln:
    Stoppt das Sterben im Mittelmeer​

    11:00 in Wuppertal:
    Flashmobs für fällige Fluchtwege​

    12:00 in Dortmund:
    Day Orange – Stoppt das Sterben im Mittelmeer

    13:13 in Aachen:
    Nass gegen Hass am Day Orange

    14:00 in Solingen:
    Stoppt das Sterben im Mittelmeer-Seebrücke schafft sichere Häfen​

    14:00 in Duisburg:
    Seebrücke Duisburg Day Orange: Stoppt das Sterben im Mittelmeer​

  2. Grünen-Fraktion Dortmund

    Flüchtlinge aus dem Mittelmeer aufnehmen –
    Dortmund soll sich Düsseldorf, Bonn und Köln anschließen

    In einem gemeinsamen Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel haben die Städte Düsseldorf, Köln und Bonn der Bundesregierung angeboten, in Not geratene Flüchtlinge aufzunehmen. Dabei geht es insbesondere um die Menschen, die im Mittelmeer vor dem Ertrinken gerettet werden, aber aktuell keinen Aufnahmeort finden. Die GRÜNEN im Rat sind der Auffassung, dass sich Dortmund an der Initiative aus Köln, Düsseldorf und Bonn beteiligen sollte,

    Ingrid Reuter, Fraktionssprecherin der GRÜNEN:
    „Das ist ein starkes Zeichen für Humanität, für das Recht auf Asyl und für die Integration geflüchteter Menschen. Wir wollen, dass sich Dortmund diesem Zeichen anschließt. Und Dortmund kann das auch. Die Stadt und ihre Bürger*innen haben in den letzten Jahren bewiesen, zu was sie bei der Aufnahme von Flüchtlingen in der Lage sind. Inzwischen ist die Zahl der aufgenommenen Menschen stark gesunken. Auf unsere Anfrage hat die Verwaltung in der letzten Sitzung des Sozialausschusses mitgeteilt, dass Dortmund in diesem Jahr bis Ende Mai 635 Flüchtlinge zugewiesen worden sind. Das ist ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren. Insgesamt stehen in den Übergangseinrichtungen zur Unterbringung von Flüchtlingen 1.345 Plätze zur Verfügung. Davon waren Anfang Juni 385 nicht belegt. Wir haben also den Platz. Bei der Aufnahme der geretteten Menschen aus dem Mittelmeer geht es darüber hinaus nur um eine vergleichsweise geringe Zahl. Und je mehr Städte sich an ihrer Aufnahme beteiligen, desto kleiner wird die Zahl für jede beteiligte Stadt. Dortmund war immer eine solidarische Stadt, wenn Menschen in Not waren. Deshalb würden wir es begrüßen, wenn wir uns dieser Initiative anderer Städte anschließen.“

    Seit Anfang des Jahres sind mehr als 1.400 Menschen an den Grenzen der Europäischen Union gestorben. Allein im Juni ertranken 629 Menschen auf dem Weg über das Mittelmeer – unter anderem als unmittelbare Folge der Behinderung und Kriminalisierung von privaten Initiativen zur Seenotrettung. In ihrem Schreiben an die Bundeskanzlerin halten die Oberbürgermeister*innen aus Köln, Düsseldorf und Bonn fest, dass es eine europäische Lösung für die Aufnahme, die Asylverfahren sowie die Integration oder die Rückführung von Geflüchteten geben muss. Bis dahin sei es dringend geboten, die Seenotrettung im Mittelmeer wieder zu ermöglichen und die Aufnahme der geretteten Menschen zu sichern. Wörtlich heißt es: „Unsere Städte können und wollen in Not geratene Flüchtlinge aufnehmen – genauso wie andere Städte und Kommunen in Deutschland es bereits angeboten haben. Wir wollen uns damit gegen die vermeintlich herrschende Stimmung stellen, dass Zäune und Mauern statt eines gerechten europäischen Verteilsystems die Not der Geflüchteten lösen können.“

    Ingrid Reuter: „Immer mehr Menschen wollen der Tragödie im Mittelmeer nicht mehr tatenlos zusehen. Die Aktion „Seebrücke“ hat in vielen Städten bereits sichere Häfen für Flüchtlinge gefordert. Am 4. August findet dazu auch hier in Dortmund eine Aktion statt. Dortmund sollte wie viele andere Städte in Deutschland und Europa ein solcher sicherer Hafen sein. Wir bitten deshalb den Oberbürgermeister, sich der Initiative seiner Amtskolleg*innen anzuschließen.“

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