Veranstaltungen von „Begegnung VorOrt“ werden gut angenommen

Dorfgeschichten aus Lanstrop: Rundgang mit schönen Aussichten und tiefen Einsichten

Start des geführten Rundgangs durch Lanstrop war – wie gehabt – vor dem Haus Wenge. Fotos: Susanne Schulte Foto: Susanne Schulte

Selbst wer in Lanstrop aufgewachsen ist, ist irgendwann dabei: Die Spaziergänge, die Matthias Hüppe und Meinolf Schwering jetzt zum dritten Mal exklusiv für die AWO/Begegnung VorOrt führten, machen mittlerweile immer mehr Menschen neugierig. „Selbst die katholischen Frauen haben gefragt, ob ich mal eine Tour durch Lanstrop für sie machen kann“, so Hüppe. „Was soll ich denen denn erzählen?“ Doch darum sollten er und Meinolf Schwering sich keine Gedanken machen. Niemand weiß alles über den Ort, in dem er oder sie lebt. Auch er, seit vielen Jahren Vorsitzender der örtlichen Siedlergemeinschaft mit Schwering als Stellvertreter, bekommt immer Neues oder besser Altes von den Tour-Teilnehmer*innen berichtet.

Viel Geschichte und Geschichten bei den Touren zu sehen und zu erleben

In der ältesten Straße Lanstrop, der Michaelstraße, erklärt Matthias Hüppe die Geschichte einiger Höfe. Foto: Susanne Schulte

Beim Rundgang durch den ampellosen Ort in Dortmunds äußerstem Nordosten hören die Gäste am Start vor dem Haus Wenge, dem Sitz des gleichnamigen Adelsgeschlechts, dass dieses Gebäude mit seiner Konstruktion des Dachstuhls einzigartig in Nordrhein-Westfalen ist; lernen in der Kirche St. Michael zwei Pfarrer kennen, die sich vehement einsetzten für Glauben und Gemeinde, und erfahren an der Kreuzung Michaelstraße mit der Steinhofstraße von einem erfolgreichen Autohaus mit guter Werkstatt, so dass halb Lanstrop Autos derselben Marke fuhr.

Erfolgreiche Sportler*innen von Teutonia Lanstrop fehlen in den Ausführungen von Hüppe und Schwering genauso wenig wie die Erwähnung der ehemaligen Obdachlosensiedlung Am Burhag, der Bau der Neuen-Heimat-Siedlung mit 1400 Wohnungen und der entspannte Umgang der Lanstroper*innen mit geflüchteten Menschen. Und wie überall sind Wirtschaften ein Quell von Geschichten, weil sie, wie der Gasthof Brockhaus, als Kneipe und Kino, als Betsaal und Schule dienten, oder, wie die Alte Post, als Telefonzelle, da dort einst der einzige Fernsprechapparat des Ortes stand.

Meinolf Schwering erzählt die Geschichte des ehemaligen Schneidermeisters des Ortes, der acht Kinder hatte. Foto: Susanne Schulte

Auch Künstler*innen fühlten sich in dem Ort immer wohl. Die Bildhauerin Liesel Bellmann, die im alten Schulhaus ihr Atelier hatte, wie auch der Autor Max von der Grün, lebten und arbeiteten gerne hier. Tana Schanzara unterhielt freundschaftliche und verwandtschaftliche Beziehungen zu Lanstrop und von der Bremsstraße ist es nur ein Schritt auf die Brücke vom Traumschiff.

Günter König aus der Bäckerfamilie König/Hartig kommandierte als Kapitän Jens Braske in der ersten Staffel der Fernsehserie in den 1980er Jahren die Geschicke an Bord des Urlaubsdampfers. Auch eine weitere Lanstroperin arbeitete zehn Jahre lang auf der MS Deutschland, weiß Hüppe zu berichten. Die gelernte Hotelfachfrau bekam zwar viele Drehs mit, war aber selbst wohl nie in den Folgen zu sehen.

Unterhalb des Wasserturms erläutern Matthias Hüppe (r.) und Meinolf Schwering (2.v.r.) die einstige Bedeutung des Speichers für Lanstrop und die Nachbarschaft. Foto: Susanne Schulte

Nicht ganz so berühmt wie das Traumschiff, aber schon weit über Dortmunds Grenzen hinaus bekannt ist das Lanstroper Ei, der mehr als 100 Jahre alte Wasserturm, der auf Greveler Gemarkung steht.

Auch über ihn und die Vorhaben rund um das denkmalgeschützte Wahrzeichen sind Matthias Hüppe und Meinolf Schwering bestens im Bilde und wissen zu sagen: Bislang ist nicht klar, was aus dem Wasserturm einst werden wird.

Aber auch so ist er sehenswert und der Blick von der Höhe auf den See und weiter entfernt, auf Cappenberg, ist den Aufstieg wert. Das fanden auch die knapp 20 Frauen und Männer, die sich, ganz begeistert von Lanstrop und den beiden Ortsbilderklärern, nach fast zweieinhalb Stunden wieder auf den Heimweg machten.

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