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Die Würstchen sind frisch und schnell verspeist – Die Wertmarken sind noch einige Sommerabende gültig

Gut besucht sind die Sommerabende der Lydia-Gemeinde.

Gut besucht sind die Sommerabende der Ev. Lydia-Gemeinde. Fotos: Susanne Schulte

Von Susanne Schulte

Punkt sieben Uhr an diesem Abend meldete Kai Otto: „Alles ist gegrillt.“ Seine künftigen Verwandten konnten ihm noch einen Teller mit zwei Hähnchenflügeln zuschieben. Die verspeiste er mit Vergnügen.

Rätselraten um den Premierentag der beliebten Treffen in der Lydiagemeinde

Mit Mütze und Schürze: Grillmeister Kai Otto (Bildmitte).

Mit Mütze und Schürze: Grillmeister Kai Otto (Mitte).

Doch ein leerer Grill heißt bei den Sommerabenden der evangelischen Lydia-Gemeinde nicht, dass sich auch der Kirchgarten an der Hirtenstraße leert.

Bei den milden Temperaturen blieben die gut 50 Gäste gerne sitzen, gönnten sich einen Kuchen zum Nachtisch und redeten gerne mit Nachbarn am Biertisch.

Wie lange es die Sommerabende schon gibt, kann keiner mehr genau sagen. Zwischen acht und zwölf Jahren, so die Schätzungen.

„Auf jeden Fall fingen die erst nach dem letzten Gemeindefest der Lutherkirche an“, so Pfarrer Ekkard Brach, der mit seiner Kollegin Christine Dahms aus dem Bezirk der Pauluskirche zur Lutherkirche gekommen ist.

Das Bier ohne Kohlensäure – Der urlaubende Küster fehlt an allen Ecken

Geselligkeit geht im Mittelpunkt der Sommerabende in der Evangelischen Gemeinde.

Geselligkeit geht im Mittelpunkt der Sommerabende in der Evangelischen Nordstadt-Gemeinde.

Dahms zeigt auf die Wertmarken: „Die sind noch vom letzten Gemeindefest.“ Davon müssen also eine Menge gedruckt worden sein, denn die Sommerabende gibt es jedes Jahr sechs Mal in den Sommerferien.

Eine Gruppe aus der Lydiagemeinde, vom Kindergarten bis zum Bibelkreis, zeichnet stets für das Salatbüffet verantwortlich. Die Preise sind auch für Leute mit wenig Geld zu bezahlen.

Ekkard Brach steht am Zapfhahn. „Schreiben Sie bloß nicht, dass wir heute englisches Bier haben“, sagt er und meint: Bier ohne Kohlensäure. Woran es liegt, weiß er nicht. Küster Georg Geisler ist im Urlaub. „Wenn der Küster nicht da ist, bricht das Chaos aus.“

Die Gäste nehmen es gelassen und deklarieren jedes Glas Bier ohne Schaum als Apfelschorle. Aber es gibt ja auch noch Kaltgetränke ohne Alkohol, Wein und Weizen aus der Flasche.

Familientreffen am Bierzelttisch – Alte und neue Bekannte kommen leicht ins Gespräch

Ute und Richard Smolka haben in der Lutherkirche geheiratet und kamen mit Verwandten zum Gillen.

Ute und Richard Smolka haben in der Lutherkirche geheiratet und kamen mit Verwandten zum Gillen.

Kinder und SeniorInnen, aus der engen Nachbarschaft und aus der westlichen Gemeinde, lassen es sich heute Abend gut schmecken und kommen leicht ins Gespräch.

„Das sah doch früher ganz anders aus“, sagt Ute Smolka immer wieder und guckt sich die Kirche an. Sie ging hier zu Konfirmation, heiratete ihren Mann Richard und ist zusammen mit Schwägerin Karin Michalak, Nichte Tanja Smolka und künftigem Neffen Kai Otto, dem Grillmeister, nach Jahrzehnten wieder im Kirchgarten. „Seit 30 Jahren wohnen wir in Wickede“, erzählt sie.

Im Hoeschpark hat sie viele Stunden ihre Kindheit und Jugend verbracht, gibt im Wechsel mit der Schwägerin ihre Erinnerungen preis. Jetzt entdeckt sie den Norden wieder neu. Ihr nächster Termin: am 28. August das Still-Leben auf dem Borsigplatz. Ihre Nicht hat einen Tisch reserviert.

Der Pfarrer ist auch mal der Taxifahrer für Menschen und Nudelsalate

Ekkard Brach und Christine Dahms, Pfarrer und Pfarrerin in der Lydiagemeinde, im wesentlichen in Paulus unterwegs, kommen gerne in den Lutherkirchgarten.

Ekkard Brach und Christine Dahms, Pfarrer und Pfarrerin in der Lydiagemeinde.

Pfarrer Brach hat mittlerweile vom Zapfhahn, das Bier kommt nun mit Schaum ins Glas, zum Wertmarkenverkauf gewechselt. Zudem ist er noch für den Fahrdienst verantwortlich. Er brachte die Mitglieder des Bibelkreises aus Paulus samt Salaten zur Hirtenstraße und auch den Stammgast Rudi Banscherd, der immer kommt.

Am selben Abend hat Brach noch einen weiteren Termin. PfarrerInnen und Gemeindeglieder müssen heute flexibel und mobil sein. Sonst hält sich, gerade im Dortmunder Norden, kein evangelisches Gemeindeleben mehr.

Die Lydiagemeinde geht deshalb den internationalen Weg. Seit einem halben Jahr ist sie Internationale Gemeinde, sucht engeren Kontakt zu afrikanischen und tamilischen Gläubigen, feiert mit anderen christlichen Gruppen gemeinsame Gottesdienste und studiert die Bibel.

Ja, auch das normale Gemeindemitglied merke das, so Brach. So seien am vergangenen Sonntag beim Kaffeetrinken nach dem Gottesdienst in der Lutherkirche ein Mann aus China mit den DortmunderInnen ins Gespräch gekommen, ein Afrikaner aus dem Paulus-Bezirk und ein Palästinenser.

Noch dreimal wird gegrillt – Jeder und Jede ist im Kirchgarten willkommen

Und am zweiten Sommerabend in diesen Ferien hörten die Gäste Live-Musik: Der eigene Kirchenchor trat gemeinsam mit einem russischen Chor auf.

Für die nächsten Sommerabende kann zwar keine Live-Musik versprochen werden, außer man singt selbst, aber Büffet und Grill sind an den kommenden drei Dienstagabende wieder gut belegt. Jeweils um 17 Uhr ist jeder und jede im Kirchgarten an der Hirtenstraße willkommen.

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