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Die ProFiliis Stiftung unterstützt das Kinderschutz-Zentrum in Dortmund: Hier können traumatisierte Kinder Hilfe finden

Thomas Schieferstein überreicht Monika Riemann einen symbolischen Scheck über 5.000 Euro  Fotos: Jennifer Pahlke

Das Wort Trauma bedeutet eigentlich nichts weiter als Wunde. Doch so einfach wie es klingt, ist es nicht. Ein Trauma ist ein Ereignis oder eine Situation, die von den Betroffenen nicht verarbeitet werden kann. Oftmals ist Trauma ein Ergebnis von Gewalt – egal ob physischer oder psychischer Art. Das Kinderschutz Zentrum Dortmund ist eine Anlaufmöglichkeit für Kinder und Jugendliche mit einem Trauma, um Hilfe zu bekommen.

Ein Trauma kann eine große Beeinträchtigung im alltäglichen Leben sein  

Monika Niemann ist Geschäftsführerin des Kinderschutz Zentrums in Dortmund.

Ein Trauma durch Gewalt, Vernachlässigung oder sexuellen Missbrauch bedeutet große Belastungen für Kinder und Jugendliche. Aber auch für ihre Angehörigen. Im weiteren Leben können sich körperliche und psychische Störungen entwickeln.

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So kann es sein, dass Kinder in ihrer normalen Entwicklung gestört werden, eine Lernbeeinträchtigung aufbauen oder sogar unter sozialen Störungen leiden würden. All das könne sich negativ auf das weitere Leben und auch die zukünftige berufliche Laufbahn auswirken.

„Um das zu verhindern, versuchen wir die Traumaberatung und Therapie so niederschwellig wie möglich anzubieten“, erklärt Martina Niemann, Geschäftsführerin des Kinderschutz Zentrums Dortmund. Es sei wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen eine unentgeltliche und auch, in einigen Fällen, anonyme Fachberatung erhalten würden. Die Anonymität ist oft nach sexueller Gewalt besonders wichtig.

Um ein Trauma zu bewältigen braucht man eine Fachberatung – die nicht von Krankenkassen bezahlt wird

Thomas Schieferstein ist Geschäftsführer der ProFiliis Stiftung, die 2008 gegründet wurde.

Insgesamt plant das Kinderschutz Zentrum 15 Termine ein, von denen zehn Traumatherapie und fünf Traumafachberatung sind. Natürlich können es im Einzelfall auch mehr oder weniger Sitzungen sein. Problematisch sei, dass die Krankenkassen oder die Jugendhilfe diese Sitzungen meist nicht übernehmen.

Damit die Kinder aber trotzdem Hilfe bekommen können ist das Zentrum auf Spenden angewiesen. Einer der Spender, der das Projekt unterstützt, ist die ProFiliis Stiftung, die 2008 gegründet wurde. „Es ist wichtig für die betroffenen Kinder und Jugendlichen zu wissen, dass sie Unterstützung haben“, sagt Thomas Schieferstein, Geschäftsführer der ProFiliis Stiftung.

ProFiliis unterstützt Kinder und Jugendliche im In- und auch im Ausland. Regelmäßig werden Projekte mit Hilfsorganisationen in Dritte Welt Ländern durchgeführt. Der Schwerpunkt liegt aber auf der Heimatstadt Dortmund. Im letzten Jahr wurden 47 Projekte von der Stiftung unterstützt – davon 45 in Dortmund.

Die meisten Kinder, die kommen, seien zwischen zehn und vierzehn Jahren alt. Bei sexueller Gewalt seien es häufiger Mädchen oder kleine Jungen. „Manchmal kommen ehemalige Patientinnen als junge Mütter wieder“, sagt Monika Niemann. Sie hätten besonders Angst, dass ihrem Kind etwas passieren könne.

Nach dem Ende der Therapie ist man nicht alleine, die Tür des Kinderschutz Zentrums steht immer offen

Logo Kinderschutz Zentrum Foto: KSZ Dortmund

Aber nicht nur Kinder und Jugendliche, die Opfer von sexueller Gewalt geworden sind, kommen in die Beratungsstelle. Auch die, die Gewalt durch Pflegeeltern oder Eltern, Partnergewalt oder Mobbing erfahren haben, suchen Hilfe im Zentrum. Da die Kinder aus schwierigen Verhältnissen kommen würden, sei es auch wichtig, erst einmal das Vertrauen zu gewinnen.

„Sie sollen verstehen, dass sie nicht alleine sind und auch Hilfe bekommen“, erklärt Monika Niemann. Wichtig sei, dass sie verstehen würden, in welcher Situation sie vom Trauma beeinflusst würden und in welcher nicht. Dieses Verständnis soll ein großer Schritt in der Therapie sein.

Natürlich möchten alle Beteiligten, dass die Kinder und Jugendlichen sich so wohl fühlen wie möglich, sich öffnen und sich auch helfen lassen. Besonders weil es in vielen Fällen an den Unterstützungsmöglichkeiten und Ressourcen in den Familien mangeln würde. „Uns ist wichtig allen zu vermitteln, dass unsere Tür immer aufsteht. Auch nach dem Ende der Therapie“, betont Monika Niemann.

Weitere Informationen:

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