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Die Arbeitslosenquote in Dortmund steigt auf 10,1 Prozent – Datennacherfassung sorgt für Anstieg in der Grundsicherung

Einen unerwarteten Anstieg gibt es im Mai 2019 bei der Arbeitslosigkeit in Dortmund. Grafik: AfADo

Im Mai ist die Arbeitslosigkeit in Dortmund leicht gestiegen. Gut 800 arbeitslose Frauen und Männer mehr als noch im April wurden gezählt, die Quote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 10,1 Prozent an. Zurückzuführen ist der Anstieg auf einen statistischen Effekt. In der Grundsicherung im Rechtkreis SGB II wurden die für die Erfassung der Arbeitslosigkeit relevanten Kundendateneinträge überprüft und fehlerhafte Einträge korrigiert. Um die Qualität der Daten dauerhaft zu verbessern, finden zukünftig diese Überprüfungen monatlich statt.

Die Arbeitsagentur vermeldet einen saisontypischen Rückgang der Arbeitslosigkeit um 1,4 Prozent

Annabelle Brandes, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Dortmund. Foto: AfA

Annabelle Brandes, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Dortmund. Foto: AfA

„Die Arbeitsmarktdaten sind durch die dargestellte Nacherhebung im Bereich der Grundsicherung verzerrt. Wichtig ist aber, dass trotz dieser Korrekturen der Dortmunder Arbeitsmarkt sich weiterhin stabil zeigt. Die saisonale Belebung ist auch im Mai spürbar. So sank im Bereich der Arbeitslosenversicherung die Arbeitslosigkeit saisontypisch um 1,4 Prozent“, sagt Annabelle Brandes, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Dortmund.

Insgesamt waren im Mai rund 217 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr. Die Arbeitslosigkeit liegt damit auf dem niedrigsten Niveau eines Mais seit zehn Jahren. „Dennoch könnten sich in Dortmund erste Anzeichen einer bundesweit abnehmenden Konjunktur bemerkbar machen. Die Chancen in Dortmund, in Arbeit zu kommen, sind aber weiterhin sehr gut“, so Brandes. 

Vielen lokalen Betrieben fehle es an qualifiziertem Personal und geeigneten Nachwuchskräften – das seien gute Voraussetzungen für Arbeit- und Ausbildungssuchende. „Auch unterstützt die Agentur für Arbeit die Weiterbildung und Qualifizierung von Beschäftigten. In einer sich schnell wandelnden Arbeitswelt kommt der beruflichen Weiterbildung eine immer wichtigere Bedeutung zu“, so Brandes. 

Saisonal untypischer Anstieg der Arbeitslosigkeit beim Jobcenter

Im Mai wurden 31.684 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 7.117 Personen bei der Arbeitsagentur und 24.747 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. 

Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 829 Personen oder 2,7 Prozent gestiegen. Im Vorjahresvergleich liegt die Arbeitslosigkeit um 217 Personen oder 0,7 Prozent niedriger.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Agentur für Arbeit) ist die Arbeitslosigkeit um 1,4 Prozent oder 98 Personen auf insgesamt 7.117 Personen gesunken. Den größten Anteil daran hat die Personengruppe der Unter-25-Jährigen. 50 Jugendliche weniger als im Vormonat sind im Mai arbeitslos gemeldet Im Vorjahr lag die Arbeitslosigkeit im Versicherungsbereich der Agentur für Arbeit bei 7.312 Personen. 

Das Jobcenter Dortmund, das für die Betreuung der Arbeitslosen im Rechtskreis des Zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II) zuständig ist, verzeichnet einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. 

„Im Monat Mai fällt die Zahl der Arbeitslosen in der Zuständigkeit des Jobcenters mit 927 Personen mehr, deutlich höher aus, als für einen Mai bei guter Konjunktur- und Arbeitsmarktlage zu erwarten gewesen wäre“, kommentiert der Geschäftsführer des Jobcenters Dortmund, Frank Neukirchen-Füsers.

Bundesrechnungshof hat Datenerfassung bei Jobcentern überprüft und Fehler aufgedeckt

Doch der Bundesrechnungshof hat bundesweit die korrekte Erfassung des ‚Arbeitslosen- bzw. Arbeitsuchendenstatus‘ überprüft und festgestellt, dass diese in bestimmten Fallkonstellationen nicht selten fehlerhaft sind. Die meisten Daten werden persönlich erfasst und händisch eingegeben. Der Großteil der Veränderungen des Status erfolgt dann automatisch. 

Frank Neukirchen-Füsers (Geschäftsführer Jobcenter Dortmund)

Frank Neukirchen-Füsers ist Geschäftsführer des Jobcenters in Dortmund. Foto: Alex Völkel

„Als diese Fehlerquelle bundesweit im März 2019 bekannt wurde, haben wir unmittelbar für Klarheit und Transparenz gesorgt und mit der Überprüfung dieser Fallkonstellationen begonnen. Dies hat sich im Mai 2019 nun erhöhend auf die Zahl der Arbeitslosen ausgewirkt“, erklärt Neukirchen-Füsers.

Die Problematik besteht darin, dass in einem komplexen System schwierige Sachverhalte abgebildet werden müssen. Bei der Statusüberprüfung handelt es sich um einen einmaligen Vorgang, der statistische Verschiebungen, aber keinerlei Nachteile für Kundinnen und Kunden des Jobcenters mit sich bringt. Rund 1.400 Datensätze wurden bereinigt, und etwa 280 weitere Überprüfungen veranlasst. 

Bundesweit bestehen die selben Schwierigkeiten. Nordrhein-Westfalen steht hinsichtlich der statistischen Auswirkungen im Bundesvergleich im Mittelfeld.  Zwei neue Updates laufen fortan monatlich über die Daten und sollen Korrekturbedarfe sofort erkennen lassen. 

Eine exakte Einschätzung der Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Mai 2019 ist aufgrund der vorgenannten Datenüberprüfung nicht möglich. Bei Betrachtung der positiven Gesamtentwicklung, der Mai-Werte zwischen 2015 und 2018 mit einem durchschnittlichen Rückgang um 345 Arbeitslose, einem Rückgang um 28 erwerbsfähige Leistungsberechtigte in Mai 2019 sowie einer weiterhin rückläufigen Bezugsdauer beim Arbeitslosengeld II, schätzt das Jobcenter die Gesamtentwicklung für diesen Monat grundsätzlich stabil ein. 

Jugendarbeitslosigkeit – Arbeitslosigkeit im Kontext von Fluchtmigration

Die Jugendarbeitslosenquote ist im Vergleich zum April um 0,1 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent gestiegen. Im Mai waren 2.706 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 80 Personen oder drei Prozent mehr als im Vormonat und 3,5 Prozent oder 92 Personen mehr als im Vorjahr. 

Im Mai waren 2.962 Personen im Kontext von Fluchtmigration arbeitslos gemeldet (Vormonat: 2.810), davon 2.091 Männer und 871 Frauen. Personen aus Syrien bilden hier mit 1.884 Meldungen die größte Gruppe. Es folgen 329 Personen aus dem Irak, 135 Personen aus Afghanistan und 92 Personen aus der Islamischen Republik Iran.

Geflüchtete Menschen stehen dem Arbeitsmarkt häufig aufgrund von notwendiger Förderung nicht unmittelbar zur Verfügung. Zur Einschätzung der statistischen Gesamtsituation ist es daher sinnvoll, die Unterbeschäftigung hinzuzuziehen. In der Unterbeschäftigung ist neben der Zahl der Arbeitslosen die Zahl der Personen enthalten, die zum Beispiel an Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen. 

Die Unterbeschäftigung von Personen im Kontext von Fluchtmigration belief sich im Februar (Die Daten werden mit einer dreimonatigen Wartezeit ermittelt) auf 4.761. Das sind 11 Personen weniger als im Vormonat und 260 Personen oder 5,8 Prozent mehr als im Vorjahr. 

Die Arbeitskräftenachfrage in Dortmund sinkt – die Unterbeschäftigung nimmt zu

An der Steinstraße in der Nordstadt in ist die Zentrale von Agentur für Arbeit und Jobcenter in Dortmund.

An der Steinstraße in der Nordstadt in ist die Zentrale von Agentur für Arbeit und Jobcenter in Dortmund.

Im Mai ist die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften zurückgegangen. Die Dortmunder Unternehmen und Verwaltungen meldeten im aktuellen Berichtsmonat 1.158 neue Stellen. Das sind 366 Stellen weniger als im April und 874 weniger als im Vorjahr. 

Der aktuelle Stellenbestand ist mit 6.654 offenen Stellen um 0,4 Prozent niedriger als im Vormonat. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden im Mai insbesondere im Bereich des Handels, im Gastgewerbe, im Bereich Verkehr und Lagerei, im Gesundheits- und Sozialwesen, sowie im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung gesucht. 

Die Unterbeschäftigung fiel im aktuellen Berichtsmonat mit 44.784 Personen um 866 Personen oder zwei Prozent höher aus als im Mai. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im Mai um 0,5 Prozentpunkte auf 71,2 Prozent gestiegen (Vorjahr: 71,3 Prozent). 

Die Unterbeschäftigungsquote steigt im Mai um 0,2 Prozent auf 13,7 Prozent gegenüber dem Vormonat an (Vorjahr: 13,9 Prozent). 

Ausbildungsmarkt:3311 betriebliche Ausbildungsstellen in Dortmund sind noch frei

In zwei Monaten, zum 1. August 2019, startet die erste große Welle in Ausbildung. Jugendliche, die noch in diesem Sommer eine Ausbildung beginnen möchten, und Arbeitgeber, die noch keine Nachwuchskraft gefunden haben, befinden sich in der heißen Phase. Sie suchen nun intensiv und nehmen dabei auch die Unterstützung der Agentur für Arbeit Dortmund in Anspruch. 

Im Mai wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Dortmund noch einmal 249 neue Ausbildungsstellen gemeldet. Die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen liegt damit aktuell bei 3.311. Dies sind im Vorjahresvergleich 21 Stellen weniger.

Seit Oktober 2018 meldeten sich 3.643 Jugendliche bei der Berufsberatung als Bewerber. Das sind 233 Jugendliche oder 6,0 Prozent weniger als im Vorjahr. Zum jetzigen Zeitpunkt sind davon noch 1.583 ohne Zusage. Weitere 532 haben sich schon eine Alternative gesucht, sind aber nach wie vor an Ausbildung interessiert.

Angebote gibt es unter anderem in folgenden Berufen: 

Altenpfleger/in (37), Elektroniker/in Betriebstechnik (39), Fachkraft Lagerlogistik (50), Fachkraft Schutz und Sicherheit (61), Fachverkäufer/in Lebensmittelhandwerk (47), Friseur/in (49), Handelsfachwirt/in (41), Kaufmann/frau Einzelhandel (104), Kaufmann/frau für Büromanagement (65), Kaufmann/frau  für Versicherungen und Finanzen (54), medizinische Fachangestellte (31),  Verkäufer/in (122), Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r (38).

Alle Zahlen und Fakten als PDF zum Download: Arbeitsmarktreport Mai 2019

AnsprechpartnerInnen:

  • für junge Erwachsene – Beratungsgespräch bei der Berufsberatung: Anmeldung telefonisch unter der kostenlosen Hotline-Nummer 0800 4 5555 00 oder online unter www.arbeitsagentur.de/beratungswunsch.
  • für ArbeitgeberInnen – Meldung freier Ausbildungsstellen über 0800 4 5555 20 (kostenlos) bzw. per E-Mail an Dortmund.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de. 
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