Die erste Haltestelle für den „Walking Bus“ ist offiziell eingerichtet

Das Elterntaxi war gestern – jetzt kommt der laufende Linienbus zur Kreuz-Grundschule

Hintere Reihe (v.l.n.r.): Vera Gelissen (Schulleiterin), Fabian Menke (Fuß- und Radverkehrbeauftragter), Raja Bussmann-Brügge (Fuß- und Radverkehrsplanung), Mirjam Schultewolter (Projektteam Emissionsfreie Innenstadt), Andreas Meißner (Teamleiter Emissionsfreie Innenstadt). Vordere Reihe: Die Kinder der dritten Klasse der Kreuzgrundschule mit Maskottchen Edgar. Dortmund-Agentur / Roland Goreck

Per Pedes statt Mercedes: Der „Walking Bus“ soll eine klimafreundliche Alternative zum „Elterntaxi” bieten. Eltern können ihre Kinder an der nächsten „Walking-Bus“-Haltestelle absetzen – von dort aus gehen die Grundschüler:innen, begleitet von einem oder mehreren Erwachsenen, den restlichen Weg zur Schule. Auf diesem Weg geht die Gruppe – wie ein Linienbus – feste Haltestellen ab. An der Kreuz-Grundschule wurde jetzt im Rahmen des EU-Förderprojektes „Emissionsfeie Innenstadt“ die erste offizielle „Walking-Bus“-Haltestelle an der Kuithanstraße, Ecke Neue Tremoniastraße beschildert.

,,So läuft das“: Der laufende Linienbus bis vor die Schultür

Um den Autoverkehr an Grundschulen zu reduzieren, wurden im Rahmen des Projektes „Emissionsfreie Innenstadt“ insgesamt neun Grundschulen ausgewählt, die an dem Programm „So läuft das“ teilnehmen.Im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche wurde jetzt die erste „Walking-Bus“-Haltestelle an der Kreuz-Grundschule eingeweiht.

Das „Walking Bus“-Maskottchen Edgar.

Hier ist das Problem mit den „Elterntaxis“ besonders groß: Denn nicht nur die Schüler:innen der Kreuz-Grundschule, sondern auch dreier weiterer Schulen werden von Eltern mit den Autos gebracht – in einem ohnehin schon viel zu engen Umfeld.

Eltern befänden sich in einem Zwiespalt, da sie auf Grund des erhöhten Verkehrsaufkommens – was sie letztendlich mit verursachen – Angst um die Sicherheit ihrer Kinder haben, berichtet Vera Gelissen, Schulleiterin der Kreuz-Grundschule.

Kern des Mobilitätsmanagements an Grundschulen sind Beratungen zu Schulwegplänen und Hol- und Bringzonen. „Jedes einzelne Auto weniger ist ein großer Erfolg“, betont Andreas Meißner, stellvertretender Bereichsleiter Mobilitätsplanung im Stadtplanungsamt. 

,,So läuft das“: Der laufende Linienbus bis vor die Schultür

Das Mobilitätsmanagement wurde bisher an 16 Grundschulen in Dortmund eingeführt – darunter auch an der Kreuz-Grundschule im Kreuzviertel. Das Konzept des „Walking Bus“ soll dazu beitragen, dass Kinder ihren Schulweg selbstständig und sicher bewältigen und der Hol- und Bringverkehr vor den Grundschulen reduziert wird. Damit ist der laufende Bus ein Baustein des in Dortmund entwickelten Programms.

Der Walking Bus auf den letzten Metern des Schulwegs – nur die Zebrastreifenmarkierung fehlt noch. Kyra Usielski für nordstadtblogger.de

„Wir wollen die Eigenverantwortung der Kinder fördern, so dass sie nicht mehr nur einfach blind ihren Eltern hinterher laufen, sondern selbst und als Gruppe lernen auf den Verkehr zu achten“, erklärt Vera Gelissen.

Das zeigt Früchte, wie Martha aus der dritten Klasse unter Beweis stellt: „Das Schild für den Zebrastreifen ist schon da, die Markierungen fehlen aber. Die Autos fahren einfach alle weiter.“ Aber Entwarnung für alle besorgten Eltern: Fehlen sollen die Markierungen nicht mehr lange – Grund dafür war lediglich die Erneuerung des Fahrbahnbelags.

Neu ist das laufende Konzept jedoch nicht – früher trafen sich die Schüler:innen an Gullydeckeln oder anderen vorher vereinbarten Stellen – so laufen die Schüler:innen bereits seit zwölf Jahren mit dem „Walking Bus“ zur Schule. Jedoch gab es bis her keine beschilderten Haltestellen. Um die Haltestellen im Straßenraum sichtbar zu machen, äußerte die Grundschule während des Mobilitätsmanagements den Wunsch nach einer Beschilderung. „So können alle, aber auch vor allem die Eltern von neuen Schüler:innen, direkt erkennen, an welchen Stellen der Walking Bus hält“, so die Schulleiterin.

„Zaubersterne“ für alle Schüler:innen, die zu Fuß zur Schule kommen

16 Grundschulen wurden bereits unter die Arme gegriffen – jedoch soll dieses Programm an allen Grundschulen on Dortmund ankommen. „Es ist also noch viel zu tun“, so Andreas Meißner. Viele Grundschulen haben jedoch bereits eigene Initiativen gegründet um den Kindern einen sicheren Schulweg zu ermöglichen.

„Zaubersterne“ gibt es für jedes Kind, welches von dieser Haltestelle zu Fuß weiter zur Schule geht. Wurde genügend gesammelt, gibt es eine Belohnung. Kyra Usielski für nordstadtblogger.de

Das Projekt sei außerdem nur eine Hilfestellung, welche den Schulweg zeigt, der für Kinder am Sichersten ist – die Schüler:innen, Eltern und Lehrkräfte, wissen letzendlich aber immer noch am Besten, was sich für das eigene Projekt  eignet. Daher ist der Erfolg des Projekts maßgeblich abhängig von der Inititiative der Eltern“, so Andreas Meißner.

Auch die Schüler:innen ziehen „Profit“ aus der Sache. Natürlich ist die Sicherheit der größte Nutzen. Da die Kinder dies vielleicht aber gar nicht so wahrnehmen, hat sich die Kreuz-Grundschule ein Konzept der Belohnung überlegt: „Es gibt die Möglichkeit ,Zaubersterne‘ zu sammeln, wenn man zu Fuß zur Schule kommt. Kinder bitten ihre Eltern deshalb sogar darum, den Walking Bus zu nehmen zu können. Bei einer gewissen Anzahl an Zaubersternen, gibt es beispielsweise eine längere Hofpause. Gesammelt wird gemeinsam als Klasse“, erklärt Raja Bussmann-Brügge von der Fuß- und Radverkehrsplanung der Stadt Dortmund das Konzept.

Das Programm „So läuft das“ findet im Rahmen des Projektes Emissionsfreie Innenstadt – betrifft daher auch nur Schulen, die sich in der Innenstadt befinden. Weitere Grundschulen in Eichlinghofen, Hombruch, Aplerbecker Mark, Kirchhörde und Neuasseln werden vom Tiefbauamt betreut. Das Auto ist nicht immer zwingende die einzige Möglichkeit, es gibt viele Alternativen, sie müssen nur geschaffen werden“, so betont Mobilitätsplaner Andreas Meißner.

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Reaktionen

  1. Norbert

    Es werden immer mehr Autos. Die Lösung der Stadt: Kinder disziplinieren und in hässliche Westen stecken (Nebeneffekt: Erhöhtes Risiko für Straßenarbeiter etc., weil man vor lauter Westen deren Warnkleidung nicht mehr als Warnung wahr nimmt.) Wer zu Fuß gehen mit hässlichen Westen verbindet, freut sich schon auf’s Autofahren.

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