Das Jobcenter Dortmund fördert die Maßnahme für zunächst zwei Jahre

Comeback ins Berufsleben: DSW21 stellt fünf Langzeitarbeitslose als Busbegleiter:innen ein

 Tobias Kromat (DSW21 – Personalmanagement), Susanne Gutt und Andreas Lipke freuen sich auf die Zusammenarbeit mit den fünf neuen Kolleg:innen.
Tobias Kromat (DSW21 – Personalmanagement), Susanne Gutt und Andreas Lipke freuen sich auf die Zusammenarbeit mit den fünf neuen Kolleg:innen. Foto: DSW21

Sie haben alle einen Beruf und sie hatten alle mal einen Job. Einer war Immobilienmakler, eine ist ausgebildete Busfahrerin, einer war selbstständig. Einer ist Sozialwissenschaftler mit Diplom. Zuletzt aber waren sie alle arbeitslos. Und zwar lange. Jetzt haben sie alle eine neue Chance. Die Dortmunder Stadtwerke geben sie ihnen. Im Rahmen einer vom Jobcenter Dortmund geförderten Maßnahme stellt DSW21 zum 1. November 2022 fünf Langzeitarbeitslose als Busbegleiter:innen ein. Zunächst für zwei Jahre – doch das Ziel ist klar definiert: eine unbefristete Weiterbeschäftigung!

30 Interessierte kamen zur Info-Veranstaltung im Jobcenter

Tobias Kromat ist Mitarbeiter im Personalmanagement bei DSW21. Auf der Suche nach qualifizierten Mitarbeitenden gehen er und seine Kolleg:innen viele neue Wege. Der Fachkräftemangel setzt Unternehmen nicht nur zu – er macht auch kreativ. Und so griff man an der Deggingstraße die Idee eines Aufsichtsratsmitglieds, Langzeitarbeitslosen auf Grundlage des Teilhabechancengesetzes eine Chance zu geben, gerne auf.

„Wir haben einen echten Bewerbungsprozess gestartet und aus den Interessent:innen diejenigen ausgewählt, bei denen beide Seiten das Gefühl hatten: Passt!“ 30 Interessierte kamen zur Info-Veranstaltung im Jobcenter. Ein Speed-Dating schloss sich unmittelbar an. Zwölf Bewerbungsgespräche folgten. Fünfmal lautete das Ergebnis: Match! Zwei Frauen und drei Männer, einer von ihnen mit Migrationshintergrund, erhielten einen Vertrag. Zwischen Mitte 40 und Mitte 50 sind die neuen DSW21-Beschäftigten alt.

Zur Vorbereitung auf den Dienstantritt Anfang November lud DSW21 sie zu einem Praktikum ein. „Die Idee war Gold wert“, sagt Susanne Gutt. „So konnten wir die neuen Kolleginnen und Kollegen schon einmal kennenlernen, eine persönliche Bindung auf- und die anfängliche Schüchternheit abbauen.“ Gemeinsam mit ihrem ebenfalls erfahrenen Kollegen Andreas Lipki wird Susanne Gutt die Langzeitarbeitslosen betreuen, intensiv schulen und weiterqualifizieren.

Vormals Arbeitslose jetzt mit Einkommen und neuer Lebensperspektive

Als Busbegleiter:innen werden sie (vor allem älteren) Fahrgästen beim Ein- und Aussteigen helfen, sie zum Sitzplatz führen, ihnen ggf. mit dem Rollator, aber auch Eltern mit dem Kinderwagen helfen. Perspektivisch werden sie dann auch Fahrplanauskünfte geben und die Möglichkeit haben, sich durch eine zielgerichtete Qualifikationsroute in Richtung Fahrausweisprüfer:in oder – warum nicht?! – für den Fahrdienst zu qualifizieren.

„Der erste Eindruck“, sagt Andreas Lipki, „ist richtig gut. Man merkt, wie die neuen Kolleginnen und Kollegen mit jedem Tag mehr auftauen.“ Und Tobias Kromat ergänzt: „Es ist unglaublich, mit wie viel Begeisterung und Motivation sie sich ihren neuen Aufgaben widmen.“

32 Stunden in der Woche beträgt die Arbeitszeit. Bezahlt wird, selbstverständlich, nach Tarif. Die reinen Entgeltkosten übernimmt das Jobcenter. Wenn’s gut läuft, entsteht eine Win-Win-Win-Situation: Die fünf vormals Arbeitslosen hätten ihr eigenes Einkommen und eine neue Lebensperspektive. DSW21 hätte fünf neue Mitarbeiter:innen mit einer wahrscheinlich ziemlich hohen Bindung zum Unternehmen. Und das Jobcenter hätte fünf Kund:innen weniger.

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