Unterstützung für hör- und sprachbeeinträchtigte Hilfesuchende

Bundes-Notruf-App NORA geht an den Start

Gerit Klaus von der Feuerwehr Dortmund präsentierte neue NoraApp.
Gerit Klaus von der Feuerwehr Dortmund präsentiert die neue NoraApp, die auf Android- oder IOS-Handys verfügbar ist. Foto: Feuerwehr Dortmund

Zum offiziellen Start der Bundes-Notruf-App geht diese auch in der Leitstelle der Feuerwehr Dortmund in Betrieb. Die App ist ab sofort für alle Android- oder IOS-Nutzer:innen verfügbar. Mit Hilfe der App kann jede:r einen Notruf absetzen ohne direkt mit den Leitstellen von Polizei und Feuerwehr zu sprechen. Dies soll eine Unterstützung für hör- oder sprachbeeinträchtigte Bürger:innen sein, die sich sonst nicht richtig am Telefon verständigen können oder noch das Notruffax der Feuerwehr Dortmund genutzt haben.

Je nach Ersuchen landet man bei Leitstelle der Polizei oder der Feuerwehr

Auch werden in der Anwendung durch Piktogramme und einfache Sprache dem Notrufersuchenden eine Hilfestellung bei dem Absetzten des Notrufes gegeben. Im ersten Schritt muss der Nutzer sich mit seinen Daten anmelden und seine Handynummer eintragen. Im Anschluss befindet sich die App im scharfen Betriebszustand und kann bei jedem Notfall genutzt werden.

Je nach Notrufersuchen landet man in der Leitstelle der Polizei oder der Feuerwehr. Durch eine Standortübertragung und einen Abfrageschema werden die bekannten fünf W-Fragen direkt in die Leitstelle übermittelt und der Disponent kann durch eine Chatfunktion weitere Fragen oder Anweisungen an den Notrufteilnehmenden senden. Alle Leitstellen in Deutschland, die sogenannten Notrufannahmestellen, sind an das Nora-System angebunden und können Notrufe der App auswerten.

Die Leitstelle der Feuerwehr Dortmund wurde durch weitere Hardware an die Bundes-Notruf-App angebunden und alle 92 Mitarbeiter:innen speziell für die Anwendung geschult. Der Start in Dortmund wurde wie in ganz Deutschland durch das Bundesamt für Bevölkerungs- und Katastrophenhilfe (BBK) durchgeführt. Dieses ist war federführend in der Einrichtung der App.

Weitere Informationen zur Nora-App auf der Internetseite: nora-notruf.de/de-as/startseite

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Reaktionen

  1. Minister Reul: Ein passgenauer Notruf mit wenigen Klicks – das ist vor allem für unsere sprach- und hörbehinderten Mitmenschen eine richtig gute Nachricht (PM)

    Ob Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienste: Von nun an sind alle auch per App in Notsituationen erreichbar – „nora“ macht es möglich. Die bundesweite Notruf-App ist unter Federführung des nordrhein-westfälischen Innenministeriums entstanden und steht ab sofort in den App-Stores zum kostenlosen Download bereit. Innenminister Herbert Reul hat nora am heutigen Dienstag (28. September 2021) vorgestellt.

    Minister Reul: „Ein barrierefreier Notruf ist enorm wichtig für die Teilhabe und das Sicherheitsempfinden jeder und jedes Einzelnen in unserem Land. In erster Linie richtet sich nora an Menschen, die z.. B. aufgrund einer Sprach- oder Hörbehinderung nicht oder nicht gut telefonieren und deshalb den Sprachnotruf über die 110 und 112 nicht nutzen können. Grundsätzlich ist nora jedoch eine App für alle Menschen in Deutschland.“

    Menschen mit Sprach- und Hörbehinderungen standen bisher ein Notruf-Fax und ein Gebärdendolmetscherdienst (TESS-Relay) zur Verfügung. Der Dolmetscherdienst stellt die Kommunikation zwischen den Notrufenden und der jeweiligen Einsatzleitstelle her und übersetzt. Das Notruf-Fax muss von einem Standort mit Faxgerät versendet werden und lässt Rückfragen der Einsatzleitstelle nur unter großem Aufwand zu.. Ein mobiler Notruf ist über dieses System in der Regel nicht möglich.

    „Nora schließt hier eine Lücke. Die App ergänzt die bestehenden Notrufsysteme um eine mobile Komponente. Wir bieten unseren Mitmenschen ein großes Stück mehr Sicherheit und Selbstbestimmung und auf dieses Ergebnis bin ich stolz. Der Start der App ist jedoch nur ein erster Schritt. Wir werden nora in den kommenden Jahren weiterentwickeln, um sie noch besser zu machen“, so Reul.

    Die App ist so aufgebaut, dass in Notsituationen ganz ohne zu sprechen und auch mit geringen Sprachkenntnissen ein Notruf abgesetzt werden kann. In diesem Notruf per App sind dann die wichtigsten Informationen enthalten wie unter anderem persönliche Daten, der Notfall-Ort und die Art des Notfalls. Die persönlichen Daten bleiben auf dem Smartphone gespeichert und werden nur bei einem Notruf an die Einsatzleitstellen übermittelt. Es können Angaben wie Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen und Behinderungen auf freiwilliger Basis hinterlegt werden.

    Informationen zur konkreten Notsituation werden über maximal fünf aufeinanderfolgende Fragen abgefragt. Dabei helfen Symbole, Texte in leichter Sprache und eine intuitive Nutzerführung. In bedrohlichen Situationen, in denen der Notruf möglichst unbemerkt bleiben soll, ist auch ein „stiller Notruf“ möglich. Der Notfall-Ort wird über das Mobilfunkgerät ermittelt und zusammen mit den anderen Angaben an die zuständige Einsatzleitstelle übermittelt. Der App-Notruf für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste kann im ganzen Bundesgebiet genutzt werden. Neben Deutsch ist die App auch in englischer Sprache verfügbar.

  2. Möglichkeit zum Download der Notruf-App „nora“ wegen hoher Abrufzahlen vorübergehend eingestellt – App für bereits Registrierte weiterhin funktionsfähig (PM) Ministerium des Inneren NRW)

    Das nordrhein-westfälische Innenministerium hat am Donnerstagvormittag (30. September) vorübergehend die Möglichkeit zum Download der Notruf-App „nora“ eingestellt.

    Durch den Ausfall der Notrufnummern 110 und 112 am gestrigen Tage und der begleitenden Medienberichterstattung kam es Abend (29. September) in kurzer Zeit zu sehr hohen Downloadzahlen der App. In der Spitze haben sich die Zugriffszahlen mehr als verzehnfacht. Die anschließende hohe Anzahl an Registrierungen führte zu einer starken Auslastung der Server, die bis jetzt andauert.

    Um die Server zu entlasten und die Funktionsfähigkeit der App weiter zu gewährleisten, hat das Innenministerium die Möglichkeit zum Download vorübergehend pausiert. Für alle bereits registrierten Nutzerinnen und Nutzer bleibt die App voll funktionsfähig und weiterhin nutzbar. In den nächsten Stunden kann es jedoch aufgrund der anhaltenden Belastung noch zu Einschränkungen kommen.

    Für die Hauptzielgruppe von „nora“, Menschen mit Sprech- und Hörbehinderungen, hat das Innenministerium bereits einen alternativen Zugang zum Download und zur Registrierung der App geschaffen
    ..
    Die Betroffenen können sich unter http://www.nora-notruf.de/hilfe https://www.nora-notruf.de/hilfemelden und ihren Zugang zur App anfordern.

  3. Ein Jahr „nora“: erste Bilanz zur bundesweiten Notruf-App – Reul: „Mehr als eine Viertelmillion Downloads zeigen, dass wir da einen Nerv getroffen haben“ (PM)

    Seit genau einem Jahr bietet die App „nora“ eine echte Alternative zum konventionellen Notruf. Dazu hat das nordrhein-westfälische Innenministerium eine erste Bilanz veröffentlicht: Seit dem Start im September 2021 gab es bundesweit fast 275.000 Registrierungen; über 10.000 Mal haben Nutzerinnen und Nutzer über die App einen Notruf abgesetzt.

    Die „nora“-App erfüllt bundesweite Standards im Bereich der Barrierefreiheit. Ganz besonders nützlich ist sie für Menschen mit Hör- oder Sprachbehinderungen. „Aus zahlreichen Rückmeldungen wissen wir, dass die App das persönliche Sicherheitsempfinden vieler Menschen positiv beeinflusst. Schließlich bietet sie die Möglichkeit, ganz ohne zu sprechen einen Notruf abzusetzen. Auch bei stotternden Menschen ist sie nach unseren Erkenntnissen sehr beliebt. Mehr als eine Viertelmillion Downloads zeigen, dass wir da einen Nerv getroffen haben“, bilanziert Innenminister Herbert Reul.

    Über „nora“ kann jeder und jede einen Notruf absetzen – in ganz Deutschland. Dazu müssen bis zu fünf aufeinanderfolgende Fragen zur konkreten Notsituation beantwortet werden. Symbole, Texte in leichter Sprache und eine intuitive Nutzerführung helfen dabei. In bedrohlichen Lagen, in denen der Notruf möglichst unbemerkt bleiben soll, ist auch ein „stiller Notruf“ möglich. Über das Smartphone ermittelt „nora“ den genauen Notfall-Ort. Weitere Informationen wie zum Beispiel Vorerkrankungen können in der App gespeichert und mit dem Notruf an die Einsatzleitstellen gesendet werden.

    Das Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen hat „nora“ für alle 16 Bundesländer entwickelt und für alle Belange rund um die Notruf-App eine Geschäfts- und Koordinierungsstelle eingerichtet. Seit der Einführung im September 2021 werden das System kontinuierlich verbessert und neue Funktionen entwickelt. So tauscht sich die Geschäfts- und Koordinierungsstelle beispielsweise regelmäßig mit anderen Projekten und Anbietern hinsichtlich einer möglichen Gebärden-Dolmetschung und weiteren Vernetzungen aus.

    Über „nora“ können Menschen überall in Deutschland einfach und schnell einen Notruf absetzen und die örtlichen Einsatzleitstellen von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst erreichen.. Dazu sind lediglich das Herunterladen und die Installation der Notruf-App auf einem Smartphone oder anderem mobilen Endgerät sowie die Bestätigung einer Rufnummer erforderlich. Die App wird dazu kostenlos in den App-Stores von iOS und Android angeboten.

    Den Jahresbericht von nora finden Sie hier https://www.im.nrw/system/files/media/document/file/220920-jahresbericht-nora-notruf-app-system.pdf.

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