Holocaust–Gedenkort für Sinti und Roma geschändet

„Bündnis Dortmund gegen Rechts“ erstattet Anzeige wegen Volksverhetzung

Das große Wandbild an der Weißenburger Straße – hier kurz vor der Fertigstellung – war erst Anfang August 2021 zum europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma eingeweiht worden. Foto: Klaus Hartmann für Nordstadtblogger.de

Ein antiziganistischer Vorfall auf den Gedenkort für die ermordeten Sinti und Roma an der Weißenburger Straße (Ecke Gronaustraße) ereignete sich mutmaßlich am Montag (22.November 2021). Der Schriftzug Sinti und Roma wurde mit der rassistischen Hetzparole „Zigeuner!!!“ beschmiert. Das „Bündnis Dortmund gegen Rechts“ und der Landesverband der Sinti und Roma verurteilen den politisch motivierten Vandalismus aufs Schärfste und haben Strafanzeige erstattet.

Wandbild war erst im August eingeweiht worden

Gedenkveranstaltung am 2. August 2021 Archivfoto: Klaus Hartmann für Nordstadtblogger.de

Die Mauer hinter dem Gedenkstein an der Weißenburger Straße war auf Initiative des „Bündnis Dortmund gegen Rechts“ mit einer großflächigen Malerei gestaltet und am 2. August 2021, dem europäischen Gedenktag für die Sinti und Roma, bei einem festlichen Akt der Öffentlichkeit übergeben worden – unter Beteiligung des Vorsitzenden des Landesverbands der Sinti und Roma, des 1. Bürgermeisters der Stadt Dortmund und der Bezirksbürgermeisterinnen von Innenstadt Ost und Nord (siehe angehängten Artikel).

Das Kunstwerk erinnert an die Deportation hunderter Sinti und Roma, die vom ehemaligen Ostbahnhof nach Auschwitz in den Tod getrieben wurden. Der mit Motiven von Picasso eingefasste Schriftzug zitiert Worte des Gedenksteins: „Den Lebenden zur Mahnung! Den ermordeten Sinti und Roma zum Gedenken!“

Das „Bündnis Dortmund gegen Rechts“ und der Landesverband der Sinti und Roma protestieren aufs Schärfste gegen den antiziganistischen Anschlag. Sie haben Strafanzeige erstattet.

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Kommentare

  1. Nordstadtblogger-Redaktion

    Inzwischen ist die rassistische Schmiererei an dem Gedenkort für die ermordeten Sinti und Roma zumindest beseitigt worden – im ersten Zugriff wohl von Seiten der Antifa – und anschließend ist das Bild im Auftrag der Stadt Dortmund gereinigt worden. Am Wochenende wird die Künstlerin, die dieses Bild erstellt hat, den ursprünglichen Zustand wiederherstellen, im städtischen Auftrag wird danach eine Versiegelung vorgenommen werden.

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