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Borsigplatz-Quartier eröffnet vier Frauen „Hoffnungsräume“ – Performativer Rundgang der KünstlerInnen-Gruppe „vier.D“

Vier Frauen stehen im Mittelpunkt von „you can visit me“. Foto: Lion Sternik

Hoffnung ist das Thema der Inszenierung: Welche Farbe hat die Hoffnung? Ist sie rot wie Blut? Foto: Lion Sternik

Von Laura Sommer

Hoffnung begleitet alle Menschen auf ihren Lebenswegen. Die KünstlerInnengruppe „vier.D“ nimmt in ihrer neuen Inszenierung „You can visit me“ („Du kannst mich besuchen“) das „Prinzip Hoffnung“ unter die Lupe. In wie weit hat Hoffnung Auswirkungen auf persönliche Lebensentwürfe in einer diversen Welt? Darstellende und KünstlerInnen kreieren in drei Wohnungen und einem Hinterhof im Borsigplatz-Quartier in der Nordstadt einen künstlerisch-perfomativen Rundgang durch weibliche „Hoffnungsräume“.

„You can visit me“ – ein künstlerisch-performativer Rundgang in der Nordstadt

Hier geht's demnächst lang – Richtung künstlerisch ausgestalteter Gästewohnungen. Das Straßenschild am Borsigplatz stammt von dem Projekt „public residence: die chance“, 2015. Foto: Guido Meinke.

Hier geht’s lang – Richtung künstlerisch ausgestalteter Gästewohnungen von appARTment.ruhr Foto: Guido Meinke.

Vier Frauen, vier unterschiedliche Biografien, vier Mal die Hoffnung darauf, endlich ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Das ist das, was Nahid, Linda, Johanna und Kim vereint.

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Allerdings könnten Ihre Geschichten nicht unterschiedlicher sein: Flucht vor der eigenen Familie und religiöse Zwänge, Flucht vor der Regierung, Fremdbestimmung auf Grund von Behinderungen, Verzweiflung darüber, nicht in ein zweigeschlechtliches System zu passen.

Aus Gesprächen und Recherchen sind Texte, Schauspiel- und Tanz-Performances entstanden. In Form eines künstlerisch-performativen Rundgangs werden die Künstlerinnen Tanz, Schauspiel und „Physical Theatre“ verbinden.

Da die Lebensgeschichten nicht frei erfunden sind, wurde darauf geachtet, dass nicht ein „bloßes Bedienen der Geschichten“ stattfindet, erzählt die Choreografin Birgit Götz. Die Menschen, die die Biografien lieferten, wurden immer wieder mal zur Probe eingeladen, um die Echtheit der Geschichten zu wahren.

Performance führt vom Chancencafé zu einem Hinterhof unweit des Borsigplatzes

Vier Frauen stehen im Mittelpunkt von „you can visit me“. Foto: Lion Sternik

Auf der Suche nach Hoffnung. Foto: Lion Sternik

Die Performance startet zunächst bei der „Machbarschaft Borsig 11“ (Treffpunkt ist die Adresse Borsigplatz 9). Dann führt die Tour zum Chancen-Café 103 (Oesterholzstraße 103)  unweit der Westfalenhütte. Anschließend geht es durch die Wohnungen des Projekts „appARTment.ruhr“. Zum Abschluss geht es in ein Hinterhof.

Die Proben lockten bereits viele Menschen an die Fenster des Hinterhofes. Hoffnung gibt es aber überall – deshalb wird der Rundgang zukünftig auch an anderen Orten außerhalb der Nordstadt stattfinden.

Aber warum als Spiel-Ort der Borsigplatz in der Nordstadt? „Man spürt die Hoffnung im Quartier. Die AnwohnerInnen sind unsere ,HoffnungsträgerInnen‘ und der Standort ist unser Spielpartner“, erklärt Konzeptionistin und Choreografin Birgit Götz.

Regisseurin Nina de la Chevallerie lebt normalerweise in Göttingen und ist keine gebürtige Dortmunderin. Für die Inszenierung, Probe und Anleitung von „You can visit me“ lebt sie derzeit in einer der Wohnungen, die als Bühne für den Rundgang genutzt werden. „Gerade wenn man nicht aus Dortmund kommt, spürt man die hoffnungsvolle Energie des Quartiers“, berichtet die Regisseurin.

Die AnwohnerInnen des Quartiers werden zu „HoffnungsträgerInnen“

ZuschauerInnen werden bei dem Rundgang mal zu Gästen, mal zu Eindringlingen. Audio-visuell untermalt wird das Ganze von einem Medienkünstler und zwei Szenografinnen. Auch AnwohnerInnen der Schauspiel-Orte sind in die Performance von „You can visit me“ integriert: Sie führen als „HoffnungsträgerInnen“ die Rundgänge an.

15 ZuschauerInnen können pro Rundgang teilnehmen. An jedem Standort gibt es eine Performance von circa 20 Minuten. Die komplette Rundgang hat eine Dauer von circa zwei Stunden.

Die Inszenierung „You can visit me“ ist eine Kooperation von „vier.D“, „Machbarschaft Borsig 11“, und dem Projekt „appARTment.ruhr“ und feiert am 29. August 2019 um 20 Uhr Premiere. Startpunkt der Performance ist der Sitz der Nachbarschafts-Initiative „Machbarschaft Borsig 11“ (Borsigplatz 9 , 44145 Dortmund).

Weitere Aufführungen finden am 1. September (11 und 16 Uhr), 14. September (20 Uhr) und 15. September (11 und 16 Uhr) statt. Tickets erhält man im Vorverkauf für 12 Euro (9 Euro ermäßigt) oder an der Abendkasse für 14 Euro (11 Euro ermäßigt).

Reservierungen sind per Email unter vier.D@online.de oder per Telefon 0176 46034717 möglich. Drei von fünf Orten des Rundgangs sind nicht barrierefrei zugänglich.

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