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Arbeitslosenquote mit 12,2 Prozent konstant: Immerhin noch 36.425 Menschen in Dortmund ohne Arbeit

Die Bauarbeiten für die Berufskollegs im Union-Viertel sollen bis 2016 abgeschlossen sein. Foto: Völkel

Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bleibt eine große Baustelle. Foto: Völkel

Von Joachim vom Brocke

Die Arbeitslosenquote bleibt bei 12,2 Prozent. 36.425 Arbeitslose gibt es in Dortmund, 316 weniger als im Dezember 2013. Die Jugendarbeitslosigkeit ist auf dem niedrigsten Stand seit drei Jahren. Kerndaten aus dem aktuellen Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit.

Chefin Astrid Neese, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, bilanziert „ein gutes Jahr nach zwei schwachen Jahren“. Auf das Gesamtjahr 2014 gesehen nach Einschätzung von Astrid Neese „ein schöner Jahresausklang“.

Jugendarbeitslosigkeit in Dortmund auf niedrigstem Niveau seit drei Jahren

Arbeitsagentur 2015-01-07 um 15.21.13

Mit 3130 arbeitslosen Menschen unter 25 Jahren bewegt sich die Jugendarbeitslosigkeit auf dem niedrigsten Niveau seit drei Jahren. Doch Ziel der Arbeitsagentur ist es, junge Menschen in Ausbildung und danach in Arbeit zu bringen oder sie darauf vorzubereiten.

Vermieden werden soll damit das Nachwachsen in die Arbeitslosigkeit. „Verschiedene Projekte“, kündigte Astrid Neese an, „sind in Vorbereitung und werden im Frühjahr vorgestellt“. Durch gemeinsame Anstrengungen und Ausschöpfen aller Möglichkeiten gelte es, hier Akzente zu setzen.

Im Dezember waren 36.425 Menschen arbeitslos gemeldet. Davon waren 6500 Personen bei der Arbeitsagentur und 29.925 beim Jobcenter Dortmund registriert. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen hat im Vergleich zum Vormonat um 60 Personen oder 0,2 Prozent zugenommen. Im Vorjahresvergleich liegt die Arbeitslosigkeit um 316 Personen oder 0,9 Prozent niedriger.

Zum Jahresende legte die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften zu

In der Stadt Dortmund wurden im Dezember 6180 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert, 336 Personen weniger als im Vormonat. Davon kamen 1671 Personen aus einer Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt, 47 Personen oder 2,9 Prozent mehr als im Vormonat.

Arbeitsagentur 2015-01-07 um 15.15.02

6136 Personen meldeten sich im zurückliegenden Monat bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab (Vormonat 7055). Davon konnten 1285 Menschen wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt ihre Arbeitslosigkeit beenden, 171 Personen oder 11,7 Prozent weniger las im November.

Zum Jahresende legte die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften zu. Es wurden 1264 Stellen neu gemeldet. Das sind 70 Stellen oder 5,9 Prozent mehr als im November und 27 Stellen oder 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Zurzeit stehen 4781 Stellen zur Besetzung offen, das sind 495 Stellen oder 11,5 Prozent mehr als im Dezember 2013.

Das Jobcenter Dortmund, das für die Betreuung der Arbeitslosen im Rechtskreis des Zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II) zuständig ist, meldet ebenfalls einen marginalen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Waren im November noch 29.902 Personen arbeitslos gemeldet, so sind es im Dezember 29.925 – 23 Personen oder 0,1 Prozent mehr. Im Vorjahresvergleich zu Dezember 2013 ist die Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung um 145 Personen oder 0,5 Prozent gesunken.

Nachwachsen in die Langzeitarbeitslosigkeit vermeiden

Astrid Neese, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, bilanziert „ein gutes Jahr nach zwei schwachen Jahren“. Foto: J.v.Brocke

Astrid Neese bilanziert „ein gutes Jahr nach zwei schwachen Jahren“. Foto: J.v.Brocke

In der Jahresbilanz der Arbeitsagentur für 2014 lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei 12,8 Prozent (2013: 13,2 Prozent), damit waren im Jahresschnitt 37.956 Dortmunder arbeitslos. Für Arbeitsamtschefin Astrid Neese bleiben die Herausforderungen bestehen: Denn „von dieser günstigen Entwicklung konnten Arbeitslose noch nicht in dem Maß profitieren, wie wir es uns wünschen“. Gleichzeitig gelte es, das Nachwachsen in die Langzeitarbeitslosigkeit zu vermeiden.

16.202 Stellen haben Dortmunder Unternehmen und Behörden dem Arbeitgeber-Service von Januar bis Dezember 2014 gemeldet, davon 90,7 Prozent sozialversicherungspflichtig. Das sind 570 Stellen oder 3,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Der durchschnittlich gemeldete Stellenbestand lag bei 4622 Stellen; im Vorjahr waren es 4487.

Die meisten Stellen im Jahresdurchschnitt waren für folgende Berufsbereiche gemeldet: Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung (944 Stellen, minus 5,8 Prozent im Vorjahresvergleich). Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (916 Stellen minus 8,5 Prozent). Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit (890 Stellen plus 26 Prozent). Kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus (681 Stellen minus 3,7 Prozent).

Unternehmen aus den Bereichen Pflege, Gastronomie, Metallbau suchen Fachkräfte

Arbeitsagentur 2015-01-07 um 15.14.45Weiter an Bedeutung gewinnt das Thema Fachkräftesicherung, auch wenn bislang kein genereller Mangel an Fachkräften in Dortmund besteht.

Engpässe und Besetzungsschwierigkeiten gebe es jedoch in folgenden Berufsgruppen: Pflege, Energietechnik, Gastronomie, Metallbau und Schweißtechnik, Klempnerei sowie Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik.

Ein wichtiges Ziel ist das Nachwachsen in die Langzeitarbeitslosigkeit zu verhindern. Im letzten Jahr setzten sich Agentur für Arbeit und Jobcenter verstärkt für die Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit ein. Die Schwerpunktsetzung war erfolgreich. So lag die durchschnittliche Arbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen bei 3516 und damit auf dem niedrigsten Stand seit drei Jahren.

Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt haben sich 2014 mäßig entwickelt. Es meldeten sich um 4778 Bewerbern etwas weniger (minus 2,2 Prozent), das Plus bei den 3503 betrieblichen Ausbildungsstellen (plus 4,3 Prozent) konnte den Rückgang des Vorjahres ausgleichen, reichte aber nicht für jeden ausbildungsinteressierten jungen Menschen.

Bewerbermangel: Wettbewerb um Nachwuchskräfte wird härter

Betriebsausbilder Michael Dorawa kümmert sich gerne um seinen engagierten Azubi Naqibullah Mohammadi.

Ausbilder Michael Dorawa kümmert sich gerne um seinen engagierten Azubi Naqibullah Mohammadi.

„Es wird zunehmend schwieriger, Jugendliche und Ausbildungsstellen zusammen zu bringen. Der demographisch bedingte Ersatzbedarf an Fachkräften in den nächsten Jahren zeichnet sich ab, scheint aber noch nicht jedem Arbeitgeber präsent zu sein.

Da insbesondere die Schulabgängerzahlen im Umland sinken, wird der Wettbewerb um Nachwuchskräfte in der Region allerdings härter.

Ausbildungsbetriebe, die ihre Auswahlkriterien überdenken und unsere Unterstützungsangebote wie Nachhilfe oder Langzeitpraktika nutzen, können so die Fachkraft von morgen gewinnen“, so Astrid Neese zur Bilanz des Ausbildungsmarktes 2013/2014.

Ziel ist eine abgeschlossene Berufsausbildung

In Dortmund verfügen fast zwei Drittel der Arbeitslosen über keine abgeschlossene Berufsausbildung. Mit 60,7 Prozent liegt dieser Wert um rund vier Prozentpunkte höher als im Landesvergleich. Lediglich rund 15 Prozent aller in Dortmund gemeldeten Arbeitsstellen richten sich an Helfer.

Dagegen richten sich rund zwei Drittel aller Fachkräfte sowie jeweils rund zehn Prozent an Spezialisten und Experten. „Bei Fortbildungen setzen wir daher sehr stark auf abschlussorientierte Qualifizierungen, die einem arbeitslosen Menschen nach erfolgreicher Prüfung  eine bessere Position auf dem Arbeitsmarkt verschaffen“, betont Astrid Neese.

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