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„Angekommen“ in der Nordstadt: Präventionsprojekt im Treff Stollenpark ging in die zweite Runde

Fotoausstellung läßt Integrationsprojekt im Jugendtreff Stollenpark Revue passieren. Imdat zeigt ein Bild das er während des Projektes geschossen hat.

Fotoausstellung läßt Integrationsprojekt im Jugendtreff Stollenpark Revue passieren. Imdat zeigt ein Bild das er während des Projektes geschossen hat.

„Die Portraits gefallen mir nicht so gut, die Gruppenfotos sind viel besser“, übt die junge Türkin Zehra Kritik an der technischen Ausführung der Abbildungen von Einzelpersonen. „Mit dem Handy klappt das nicht so gut wie mit der Kamera“, ergänzt sie.

Zum erstenmal sind in diesem Jahr auch Mädchen beim Projekt dabei

Fotoausstellung läßt Integrationsprojekt im Jugendtreff Stollenpark Revue passieren

Fotos dokumentieren das Projekt. Foto: Projektteilnehmer

Die sechzehnjährige kommt mit Freundinnen aus Eving in den Jugendtreff Stollenpark. „Seit dem die Einrichtung mehr Programm für Mädchen anbietet, kommen die häufiger“, stellt Mitarbeiter Marcus Dreier fest.

Und so nahmen an der zweiten Ausgabe des Integrationsprojektes auch zum ersten Mal Mädchen teil. Seinen Abschluss fand es in einer Fotoausstellung.

„Angekommen“ hieß die diesjährige Aktion vom Treff Stollenpark und dem Verein „Die Brücke, Dortmund e. V.”.

Das Projekt wurde im Jahr 2013 zum ersten Mal erfolgreich praktiziert

Fotoausstellung läßt Integrationsprojekt im Jugendtreff Stollenpark Revue passieren

Mit Spaß dabei: Teilnehmer des Integrationsprojektes. Foto: Projektteilnehmer

Als 2013 immer mehr Jugendliche aus Bulgarien und Rumänien in der Freizeiteinrichtung unweit der Bornstraße auftauchten und dies zu Spannungen mit den „alteingesessenen Jugendlichen führte, entschloss man sich mit einem – jeden Donnerstag stattfindenden – Treff, Druck aus dem Kessel zu lassen.

Eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Jugendlichen sollte mit Teambuilding-Maßnahmen und Kooperationsspielen die Vorurteile untereinander abbauen und Freundschaft miteinander schließen.

Das gelang, und sprach sich unter den Jugendlichen herum. „Einige von denen, die dieses Mal mitgemacht haben, kamen auf Empfehlung ihrer älteren Geschwister, die im letzten Jahr teilgenommen haben“, freut sich der beteiligte Sozialarbeiter Malte.

Die Ausflüge sind Belohnung für die regelmäßige Teilnahme an den Treffen

Fotoausstellung läßt Integrationsprojekt im Jugendtreff Stollenpark Revue passieren

Bild aus der Ausstellung. Foto: Projektteilnehmer

Wie auch 2013 war eine regelmäßige Teilnahme Pflicht, um an den kostenlosen und begehrten Ausflügen zum Moviepark, auf die Eisbahn oder ins Kino teilnehmen zu können. Und die Jugendliche nahmen diese Verpflichtung ernst.

„Wer mal nicht konnte, hat sich vorher telefonisch für sein Fernbleiben entschuldigt“, sagt Marcus Dreier. Das kam aber nicht so oft vor, zumal es jeden Donnerstag eine leckere Mahlzeit für die sechzehn teilnehmenden Jugendlichen gab.

Dabei in der Gruppe ist auch der fünfzehnjährige Imdat, der vor sieben Jahren mit seiner Familie aus Bulgarien in der Nordstadt eingetroffen ist. „Natürlich hat es auch mal Streit gegeben, aber der ging über das normale Maß nicht hinaus“, beschreibt der Junge, der Türkisch und Deutsch spricht, die kooperative Atmosphäre, die sich in der Maßnahme entwickelte.

Imdat geht seit gut eineinhalb Jahren in den Treff Stollenpark und besucht die Hauptschule am Hafen. In der Ausstellung zeigt er ein Foto, das er von seinen Kumpels mit dem Handy gemacht hat. Die Fotografien, die in dem Treff zu sehen sind, haben die Jugendlichen und Betreuer geschossen und dokumentieren das Zusammenwachsen der kunterbunten Truppe, die seit September an dem Projekt teilnimmt.

Die Jugendlichen aus den Neuzuwanderer-Familien haben sich mittlerweile im Treff etabliert

Fotoausstellung läßt Integrationsprojekt im Jugendtreff Stollenpark Revue passieren

Auch Mädchen haben zum ersten Mal teilgenommen. Foto: Projektteilnehmer

Neben einigen deutschen und türkischen Jugendlichen sind es vorwiegend Bulgaren, die im diesem Jahr dabei waren. „Bei den Rumänen ist im Vergleich zu den Bulgaren die Fluktuation höher“, sagt Marcus Dreier. „Da kann es passieren, dass einer, der gestern noch im Treff war, heute schon in Spanien ist.“

Ungefähr 20 bis, in der Spitze, 60 Jugendliche besuchen den Treff an den Werktagen. „Die Jugendlichen haben sich mittlerweile im Treff etabliert und alle gehen zur Schule“, freuen sich Marcus Dreier und Malte Körte. Angekommen!

Träger der Einrichtung sind der „Planerladen“, die „Stadtteilschule Dortmund“, die Jugendberatungsstelle „Zoff“ und „Die Brücke Dortmund e. V.“. Der Verein Brücke e. V. hat sich das Ziel gesetzt, der Jugendkriminalität präventiv durch Beratungs- und Betreuungsangebote und Sozialkompetenztrainings in Jugendzentren und Schulen zu begegnen.

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