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Aktionsbündnis Fairer Handel in Dortmund: Das Interesse an Produkten aus Entwicklungsländern steigt ständig

Das Aktionsbündnis „Fairer Handel“ präsentierte das Programm für das 2. Halbjahr. Foto: Joachim vom Brocke

Das Aktionsbündnis „Fairer Handel“ präsentierte das Programm für das 2. Halbjahr. Foto: Joachim vom Brocke

Von Joachim vom Brocke

Längst ist der Faire Handel raus aus dem Nischendasein. Ob Blumen, Kaffee, Textilien, Öl oder selbst Holzkohle zum Grillen – das Interesse an Produkten aus Entwicklungsländern steigt und findet mehr und mehr Kunden. „Die Nachfrage ist unglaublich angezogen“, weiß Markus Kaluza vom Handelsverband NRW Westfalen-Münsterland. Umsatzsteigerungen gebe es in allen Produktgruppen.

Feinkost aus befreitem Mafialand – Über 70 Partner gehören Aktionsbündnis an

Italienische Feinkost und Weine von befreitem Mafialand bietet zum Beispiel unter anderem der Weltladen Aplerbeck an. „Ein wenig teurer zwar“, sagt Jens Vierling, „doch immer noch konkurrenzfähig“. Familien in Mexiko und jetzt auch auf Honduras werden vom Kolpingwerk, Bezirksverband Dortmund, unterstützt.

Vornehmlich ist Kaffee im Angebot, der immer mehr zufriedene Abnehmer findet. Ute Kersting brachte einen Strauß Rosen mit – fair gehandelt aus Ecuador. Schon lange ist die Floristin dem „Fairen Handel“ verbunden und bedauert, dass heute immer noch Weihnachtssterne angeboten werden, „die einem Chemiekraftwerk“ ähneln.

Dem Aktionsbündnis „Fairer Handel“ gehören inzwischen über 70 Partner an. Darin engagieren sich Schulen und Bildungseinrichtungen, Kirchen- und Weltgruppen, Verbraucherzentrale, Vertreter des Handels und die Stadtverwaltung.

Gemeinsames Ziel: den fairen Handel fördern, für das alltägliche Konsumverhalten zu sensibilisieren und den Zusammenhang zu den Produzenten in den Entwicklungsländern herauszustellen. Seit 2003 gibt es das Aktionsbündnis, als Dortmund zur „Hauptstadt des Fairen Handels“ ausgezeichnet wurde.

Programm für das zweite Halbjahr vorgestellt – Messe „Fair Friends“ im September in den Westfalenhallen

Zum Fairen Handel gibt es erneut umfangreiche Angebote in Dortmund. Archivbild: Alex Völkel

Zum Fairen Handel gibt es umfangreiche Angebote in Dortmund. Archivbild: Alex Völkel

Vom Aktionsbündnis wurde das Programm für das zweite Halbjahr vorgestellt. Es reicht von der Verbrauchermesse über Poetry Slam, Ausstellungen bis zum konsumkritischen Stadtrundgang. Für ein ansprechendes, neues Design sorgten Armin Hingst und Arndt Weiß von der Gestaltmanufaktur.

Einige Höhepunkte aus dem Aktionsprogramm: Die Messe „Fair Friends“ vom 1. bis 3. September in den Westfalenhallen. Erstmals werden die Themen „Neue Lebensmodelle“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ in den Mittelpunkt gerückt.

Auf die Besucherinnen und Besucher wartet u.a. eine faire Kochschau sowie zwei Fachtagungen mit Foren zu Themen wie „Kommunen in der Einen Welt“ oder „Nachhaltige Beschaffung“.

Das Kindermuseum „Mondo Mio!“ im Westfalenpark lädt vom 21. August bis 6. November zu einer UNICEF-Ausstellung zum Thema Kinderrechte ein. mondo mio! fragt: Wie geht es Kindern in anderen Ländern der Welt und wie sieht es vor unserer Haustür aus? Die Inhalte der Ausstellung vermittelt auch ein Familien-Workshop.

Engel aus unterschiedlichen Materialien

Im Weltladen Aplerbeck eröffnet am 27. November die Ausstellung „Engel wohnen im Himmel …. und gleich nebenan“. Sie präsentiert im Rahmen der „offenen Georgskirche“ Engel aus unterschiedlichen Materialien und verschiedenen Ländern, natürlich fair gehandelt.

Faire Weihnachtsgeschenke können im November und Dezember zum Beispiel auf dem Christkindlmarkt des Weltladens Brackel, auf dem Nikolausmarkt auf dem Kirchplatz der ev. Kirche in Brackel oder beim fairen Weihnachtsmarkt auf dem Propsteihof gekauft werden.

Konsumkritischer Stadtrundgang von OpenGlobe

Die Verbraucherzentrale NRW, der Weltladen Aplerbeck oder mondo mio! machen das ganze Jahr über Bildungsangebote für Schülerinnen und Schüler. So bekommen Kinder und Jugendliche bei einem Schuko-Workshop spielerisch Informationen zur fairen Schokolade. Ergänzt wurde das Angebot in diesem Jahr um einen Workshop für Kinder im Vorschulalter.

Mein T-Shirt kommt aus Pakistan und ist trotzdem billiger als eine Fahrt nach Bochum? Was hat mein Steak mit der Rodung des Regenwaldes zu tun? Auf einem konsumkritischen Stadtrundgang der OpenGlobe Dortmund Gruppe sollen anschaulich Hintergründe von Globalisierung und westlichem Konsumverhalten aufgezeigt sowie Alternativen vorgestellt werden. Termine dafür stehen noch nicht fest.

Agenda-Siegel Preisverleihung am 6. Dezember

Die Agenda-Siegel Preisverleihung findet am 6. Dezember von 18 bis 20 Uhr im Rathaus statt. Die Stadt Dortmund, so Christoph Struß vom Agenda-Büro, verleiht das Siegel als Auszeichnung für bürgerschaftlichen Projekte und Ideen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung, u.a. Projekte des Fairen Handels. Für die vorbildlichsten Projekte werden Geldpreise ausgeschrieben, die von der Höhe der jeweiligen Spendengelder abhängen. Bewerben können sich Interessierte nach den Sommerferien für die Dauer von zwei Monaten. Danach berät eine Jury.

Mehr Informationen:

Das detaillierte Halbjahresprogramm gibt es unter www.fairtradestadt-dortmund.de

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