Zwei Ensembles bringen Geschichten über Herkunft und Akzeptanz auf die Bühne

ICH zu Gast im Kinder- und Jugendtheater Dortmund

Das POUR ENSEMBLE.
POUR ENSEMBLE Das Wuppertaler POUR ENSEMBLE und die Kölner Company NEXT GENERATION! ROYAL bringen drei künstlerische Perspektiven auf Identität, Selbstbestimmung und Gemeinschaft nach Dortmund.

Wie finden junge Menschen ihren Platz in einer Gesellschaft, die von Unterschieden geprägt ist? Eine gemeinsame Theaterproduktion aus Wuppertal und Köln geht dieser existenziellen Fragestellung im Kinder- und Jugendtheater Dortmund nach. Drei miteinander verflochtene Episoden thematisieren die Suche nach Zugehörigkeit, persönlicher Selbstbestimmung und echter Gemeinschaft auf der Bühne.

Drei künstlerische Handschriften beleuchten das Thema Identität

Die Regiearbeit des ersten Teils übernimmt Lioba Ullrich, eine junge Künstlerin mit Down-Syndrom, die damit ihr Debüt gibt. Als Ausgangspunkt dient ihr die bekannte Bildergeschichte „Karlinchen“ von Annegret Fuchshuber. Die Titelfigur verliert darin ihre Eltern und erfährt auf der Suche nach einem Ort des Willkommenseins zunächst nur bittere Zurückweisung, bis eine überraschende Begegnung alles verändert.

Einen tänzerischen Zugang wählt der Choreograf und Tänzer Kenji Takagi für den zweiten Teil des Abends. Auf der Bühne treffen fünf völlig unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinander, deren Dynamik über feine Bewegungsmuster erforscht wird. Die Inszenierung geht der Frage nach, wie diese Darsteller:innen miteinander in Kontakt treten und welche Verbindungen wachsen können, wenn eigene Pfade aufeinandertreffen.

Der dritte Handlungsstrang greift die traditionsreiche Figur des Lügenbarons Münchhausen auf und wurde von Regisseur Jakob Fedler erarbeitet. Hier wird Identität als ein schöpferischer Akt verstanden, der stark von Einbildungskraft und persönlicher Behauptung abhängt. Münchhausen erschafft sich durch seine eigenen Erzählungen eine Realität, in der er unbeirrt zu seinem inneren Wesen steht.

Vielfalt und Zusammenhalt stehen im Mittelpunkt der Aufführung

Das Werk widmet sich intensiv der Frage, wie Individuen ihren Platz finden können, ohne sich dafür verstellen zu müssen. Im Mittelpunkt stehen das Ringen um Selbstbestimmung, das Erleben von Akzeptanz und das zutiefst menschliche Bedürfnis nach Nähe. Die Produktion verfolgt dabei das Ziel, die bestehende Vielfalt anzuerkennen, anstatt vorhandene Unterschiede künstlich aufzulösen.

Die Kooperation zweier Ensembles verdeutlicht eindringlich, wie gelebte Inklusion auf künstlerischer Ebene gelingen kann. Die Wuppertaler Gruppe POUR ENSEMBLE und die Kölner Company NEXT GENERATION! ROYAL vereinen dafür ihr schauspielerisches Können. Beide Gruppen zeigen, dass künstlerische Zusammenarbeit von wechselseitigem Respekt lebt und Reibungspunkte produktiv macht.

Für das POUR ENSEMBLE bedeutet der Dortmunder Auftritt eine Rückkehr an eine vertraute Wirkungsstätte. Bereits in der vergangenen Spielzeit war das Ensemble mit der Inszenierung von „Orpheus und Eurydike“ am Kinder- und Jugendtheater zu erleben. Das Publikum vor Ort darf sich somit auf eine Fortführung der fruchtbaren Partnerschaft mit dem Theaterhaus freuen.

Der Ticketverkauf für den Dortmunder Spieltermin hat begonnen

Die Aufführung von „ICH – Drei Episoden über Identität und Gemeinschaft“ findet am Samstag, 21. November 2026, um 20.00 Uhr statt. Spielort ist die Spielstätte des KJT an der Sckellstraße 5–7 im Dortmunder Stadtgebiet. Besucher:innen erwartet ein anregender Theaterabend, der generationsübergreifend zum Nachdenken über gesellschaftliche Teilhabe anregt.

Interessierte Zuschauer:innen sowie begleitende Theaterpädagog:innen können ihre Plätze ab sofort im Vorverkauf reservieren. Der Veranstalter empfiehlt aufgrund des begrenzten Platzangebots eine frühzeitige Buchung der Eintrittskarten über die offiziellen Vorverkaufsstellen. Karten sowie weiterführende Angaben zum Abendprogramm stehen auf der Internetseite des Theater Dortmund zur Verfügung.


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