
Das Gymnasium Wambel und die Gesamtschule im Norden sollen zum Schuljahr 2027/28 mit dem Unterricht beginnen, zunächst in Interimsgebäuden aus Containermodulen. Beide Schulen starten mit dem fünften Jahrgang und wachsen danach jährlich um einen weiteren Jahrgang. Parallel werden die dauerhaften Schulgebäude geplant und gebaut. Die Schulen gehören zum Sofortpaket „Weiterführende Schulen“, mit dem die Stadt zusätzliche Schulplätze schaffen will. Der Rat hatte am 1. Oktober die nächsten Schritte beschlossen.
Zwei Standorte, 679 Container: Wo die Schulen zunächst unterkommen
Das Gymnasium Wambel startet an der Pothecke (Wambel Schleife) im Osten der Stadt. Das zweigeschossige Interimsgebäude bietet Platz für die ersten drei Jahrgänge einer sechszügigen Schule. Die Stadt baut dort nach eigenen Angaben 315 Containermodule mit rund 5.670 Quadratmetern auf. Der dauerhafte Standort soll an der Sendstraße entstehen.

Die Gesamtschule im Norden beginnt in Derne am Standort der ehemaligen Hauptschule an der Altenderner Straße 54. Das zweigeschossige Interimsgebäude hat rund 4.158 Quadratmeter und bietet Platz für drei Jahrgänge mit jeweils sechs Klassen. Die Stadt nennt für Derne außerdem 364 Container mit einer Fläche von 6.560 Quadratmetern. Nach dem Aufbau der Schule ist der Umzug an den dauerhaften Standort an der Preußischen Straße im Stadtbezirk Eving vorgesehen.
Die Interimsquartiere bestehen aus drei mal sechs Meter großen Containern. Es soll Lehrküchen, Mensen und Fachräume für Kunst, Musik, Chemie und Physik geben. Gebaut wird auf Schraubfundamenten, die einen schnellen Auf- und Rückbau ohne große Bodeneingriffe ermöglichen. Die Arbeiten sollen im Januar 2027 beginnen, der Einzug ist für den Spätsommer vorgesehen.
Was die Stadt zur Qualität der Container sagt
Nach Angaben von Schuldezernentin Monika Nienaber-Willaredt sind die Interimsstandorte ein erster Schritt für einen frühen Start. Sie seien so geplant, dass sie mit den Jahrgängen mitwachsen können und einen reibungslosen Übergang in die dauerhaften Standorte ermöglichen.

„Wer an Schulcontainer denkt, denkt oft an spartanisch ausgestattete, unpersönlich eingerichtete Zweckräume. Doch dieses Bild stammt aus der Vergangenheit und ist längst überholt“, betont Baudezernent Arnulf Rybicki.
Moderne Container seien hell, freundlich und technisch gut ausgestattet, und ein Klassenraum darin stehe einem normalen Raum kaum nach. Von außen lassen sie sich mit farbigen Elementen gestalten. Wie die Räume tatsächlich wirken, wird sich erst nach dem Einzug zeigen.
Selbstständig lernen im Ganztag: Das Konzept des Gymnasiums Wambel
Die pädagogischen Konzepte entstanden nach Angaben der Stadt in den vergangenen sechs Monaten gemeinsam mit multiprofessionellen Teams aus Lehrkräften, Schulaufsicht und Fachbereich Schule. Auch die Sichtweisen umliegender Grundschulen flossen ein.

Das Gymnasium Wambel setzt auf selbstreguliertes und selbstorganisiertes Lernen, individuelle Förderung und Verantwortung für den eigenen Lernprozess. Lehrkräfte begleiten die Schüler:innen als Lerncoaches.
Als gebundene Ganztagsschule verbindet es Lernzeiten mit Bewegung, Erholung, gemeinsamer Mahlzeit sowie Beratungs-, Kultur- und Sportangeboten. Hinzu kommen Kooperationen mit Grundschulen, Vereinen, Institutionen, Hochschulen und Unternehmen.
Gemeinsames Lernen für alle: Das Konzept der Gesamtschule im Norden
Die Gesamtschule im Norden stellt das gemeinsame Lernen und die Vielfalt der Schüler:innen in den Mittelpunkt. Unterschiedliche Bildungswege und Lerngeschwindigkeiten sollen innerhalb einer Schule möglich sein. Zum Konzept gehören selbstreguliertes Lernen, Projektarbeit und eine erweiterte Feedback- und Leistungskultur mit Kompetenzrastern, Lernentwicklungsberichten, Coaching und Portfolios. Die Schule will eng mit Einrichtungen, Vereinen und Initiativen im Stadtteil zusammenarbeiten.
Im November sollen die beiden Schulen und ihre Konzepte bei Informationsveranstaltungen vorgestellt werden. Termine und weitere Informationen will die Stadt rechtzeitig bekanntgeben.

