Friedensfest von „lokal Willkommen“ lockte viele Besucher:innen auf dem Kurt-Piehl-Platz

„Frieden, Vielfalt und Zusammenhalt“ und Zuckerwatte

Viele Menschen an den Ständen des Festes.
Das Friedensfest war gut besucht. Jannis Iffland | Nordstadtblogger

Unter dem Motto „Frieden, Vielfalt und Zusammenhalt“ fand am Freitag das Friedensfest des Integrationsnetzwerks „lokal Willkommen“ auf dem Kurt-Piehl-Platz in der Dortmunder Nordstadt statt. Bei sonnigem Wetter und Live-Musik konnten Besucher:innen sich kennenlernen, austauschen oder bei diversen Aktivitäten mitmachen. Neben vielen Angeboten für Kinder konnten Interessierte sich über die Arbeit der Kooperationspartner:innen informieren.

Buntes Mit-Mach-Angebot für Kinder

Von 13 bis 17 Uhr gab es vor allem für die Kleinen ein abwechslungsreiches Programm. Besonders beliebt war bei ihnen der Zuckerwattestand von „lokal Willkommen“. Aber auch sportliche Aktivitäten kamen gut an. Auf einem Pop-up-Spielplatz, organisiert von den „Jungen Humanist:innen“ und den Falken (SJD), konnte ausgelassen getobt werden.

Kinder und Jugendliche warten auf ihre Zuckerwatte.
Der Zuckerwattestand kam besonders gut an. Jannis Iffland | Nordstadtblogger

Am Stand der Grünbau gGmbH gab es Dosenwerfen und Glitzer-Tattoos. Der Verein „Train of Hope“ veranstaltete eine kleine Tombola mit Glücksrad. Die Diakonie war mit der Beratungsstelle „Seelenpflaster“ vertreten.

Hier konnten Kinder kreativ werden und bemalten kleine „Stärken-Steine“, die sie anschließend mitnehmen konnten.

Erfolgreiche Projekte und eine besondere Würdigung

Der VMDO (Verbund der sozial-kulturellen Migrantenvereine in Dortmund) war ebenfalls an der Organisation des Festes beteiligt. Souhayla Mouhajer berichtete vom Projekt KULSA (Kultursensible Seniorenarbeit). „Wir arbeiten mit Senioren mit Migrationshintergrund“, erklärte sie. „Wir haben 13 Gruppen mit verschiedene Nationalitäten, machen Ausflüge, halten Vorträge und begleiten die Menschen zu Seniorenbüros.“

Neun Menschen schauen in die Kamera und präsentieren Broschüren.
Der Stand des VMDO auf dem Friedensfest. Jannis Iffland | Nordstadtblogger

Sogar Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier habe das Projekt einmal besucht. Zum Ehrenamtstag habe er zusammen mit den Mitarbeiter:innen von KULSA ein Frühstück für 60 Personen mit vorbereitet, berichtete Mouhajer stolz, während sie Fotos von dem Ereignis präsentierte.

An dem Friedensfest nahmen eine vietnamesische, eine kurdische und eine arabische Seniorengruppe des Vereins teil. Mit einer Stuhl-Yoga-Aktion und Musik machten sie direkt zu Beginn des Festes auf sich aufmerksam.

Ihre Kollegin Haifaa Abdulaziz, ebenfalls vom VMDO, warb für die Interkulturelle Clearingstelle, einer Kooperation mit dem Jobcenter. Hier helfe und unterstütze man Frauen mit Migrations- oder Fluchthintergrund bei der Arbeitssuche. Für Interessierte bewarb sie eine Jobmesse am 18.11.2026 im Dietrich-Keuning-Haus. Eine Anmeldung sei nicht erforderlich.

Vertrauen durch Spaß und Dialog

Mit vier Vertreter:innen und zwei Polizeiautos war die Polizei Dortmund vor Ort und suchte den Kontakt zu den Menschen. Wer wollte, konnte sich in Polizeiuniform hinter das Steuer eines Polizeiwagens setzen, sich gemeinsam mit den Beamt:innen fotografieren lassen oder Fingerabdrücke nehmen.

Polizist:innen im Gespräch mit Bürger:innen.
Auch die Dortmunder Polizei war vertreten. Jannis Iffland | Nordstadtblogger

„Es geht natürlich darum, dass die Kinder sehr niedrigschwellig einen Zugang zur Polizei finden und Spaß haben“, erklärte Peter Bandermann von der Polizei Dortmund. So solle Vertrauen in die Polizei hergestellt und gestärkt werden. Viele Migrant:innen hätten in ihren Herkunftsländern oder auf der Flucht schlechte Erfahrungen mit der Polizei gemacht. Deshalb verstehe er, dass das Misstrauen oft hoch sei.

„Diese Menschen sollen spüren, dass die Polizei für alle da ist“, so Bandermann. Gelingen könne dies nur durch Dialog. „Wir sprechen mit ihnen und wir lernen sehr viel von ihnen“, erklärte er. Der Austausch sei letztendlich eine Bereicherung für alle Seiten.

Zehn Jahre erfolgreiche Integrationsarbeit

Ursprünglich als Pilotprojekt gestartet, ging „lokal Willkommen“ bereits nach einem Jahr in den Regelbetrieb über. Seit mittlerweile zehn Jahren unterstützt das Netzwerk der Stadt Dortmund Zugewanderte dabei, in der Stadtgesellschaft anzukommen.

In Kooperation mit freien Träger der Wohlfahrtspflege und zivilgesellschaftlichen Akteur:innen und Vereinen vor Ort werden Hilfsangebote bereitgestellt und die Zusammenarbeit koordiniert. Über die Jahre sind so insgesamt sieben Anlaufstellen im gesamten Stadtgebiet entstanden.


Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!

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