Tag des Ehrenamtes: NRW-Ministerpräsident Wüst kündigt weiteren Bürokratieabbau an

Die IHK verabschiedet ihren langjährigen Präsidenten Dustmann

Rund 140 geladene Gäste haben sich im großen Saal der IHK versammelt um das Ehrenamt zu würdigen. IHK zu Dortmund/Schütze

Nach zehn Jahren an der Spitze der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund ist Heinz-Herbert Dustmann am Freitagabend offiziell verabschiedet worden. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst würdigte den ehemaligen IHK-Präsidenten für dessen langjähriges Engagement und seinen Einsatz für Wirtschaft und Standort. Gleichzeitig nutzte Wüst die Veranstaltung, um für eine engere Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft sowie einen weiteren Abbau von Bürokratie zu werben. Im Mittelpunkt des Abends stand zudem das ehrenamtliche Engagement von rund 3.000 Aktiven der Dortmunder IHK.

IHK würdigt ihren ehemaligen Präsidenten Heinz-Herbert Dustmann

Am vergangenen Freitag kamen rund 140 geladene Gäste im Großen Saal der IHK zu Dortmund zusammen, um das ehrenamtliche Engagement in der Kammer zu würdigen. Einen besonderen Platz nahm dabei Heinz-Herbert Dustmann ein, der im März nach zehn Jahren an der Spitze der IHK aus dem Amt des Präsidenten ausgeschieden ist.

IHK-Präsident Klein würdigt die ehrenamtlich Engagierten und den Einsatz seines Amtsvorgängers. IHK zu Dortmund/Schütze

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch seinen Nachfolger Roland Klein. Der in diesem Jahr neu gewählte Präsident zeigte sich besonders erfreut über die Anwesenheit von Ministerpräsident Hendrik Wüst. Dieser war nach Dortmund gekommen, um Dustmann persönlich für sein langjähriges Engagement zu danken.

Dustmann habe die IHK zu Dortmund über viele Jahre geprägt und sei dabei nicht nur Präsident, sondern auch eine Symbolfigur der Kammer gewesen, erklärte Klein. Besonders dessen Fairness im Umgang, seine Kompromissfähigkeit und seine Leidenschaft für die Sache hätten ihn ausgezeichnet. „Dafür möchte ich Ihnen Danke sagen“, betonte der neue Präsident.

Wüst würdigt Dustmann als prägende Figur der Dortmunder Wirtschaft

Auch Hendrik Wüst fand deutliche Worte für den ehemaligen IHK-Präsidenten. „Heinz-Herbert Dustmann hat Wirtschaftsgeschichte geschrieben“, betonte der Ministerpräsident. Über viele Jahre habe dieser die IHK zu Dortmund geprägt und sich für die Wirtschaft und das Land eingesetzt.

Ministerpräsident Hendrik Wüst würdigt den Einsatz von Dustmann für die Dortmunder Wirtschaft. IHK zu Dortmund/Schütze

Dabei habe Dustmann auch in schwierigen Zeiten den Kurs gehalten. Wüst verwies unter anderem auf die Corona-Pandemie und die Energiepreiskrise. Als erfahrener Kaufmann und Taktiker habe Dustmann auch in diesen Situationen Verantwortung übernommen. Besonders hob der Ministerpräsident dessen ehrliches Interesse an den Menschen sowie seine offene und sachorientierte Interessenvertretung hervor.

Dustmann selbst zeigte sich von den zahlreichen Würdigungen sichtlich beeindruckt. „Ich bin so gerührt, ich weiß gar nicht, wie ich das in Worte fassen soll“, erklärte er im anschließenden Gespräch mit Moderatorin Britt Lorenz. Auf die Frage nach seinen persönlichen Höhepunkten verwies er vor allem auf die zahlreichen Gespräche mit Vertreter:innen aus Politik und Wirtschaft. Diese hätten zu einem besseren Verständnis zwischen beiden Seiten beigetragen.

Dustmann blickt mit Optimismus auf die Zukunft

Als persönliches Anliegen nannte Dustmann darüber hinaus die Förderung von Start-ups. Die Herausforderungen seiner Amtszeit habe er zudem nicht ausschließlich als Belastung verstanden. Schwierigkeiten könnten auch Chancen bieten, erklärte er. Als Beispiel nannte er den Umgang mit der Corona-Pandemie. Insgesamt könne man stolz darauf sein, wie Land und Wirtschaft die Krise bewältigt hätten.

Heinz-Herbert Dustmann blickt optimistisch in die Zukunft. IHK zu Dortmund/Schütze

Gleichzeitig gebe es weiterhin Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort. Insbesondere bei der Infrastruktur bestehe Handlungsbedarf. Dustmann verwies unter anderem auf die veralteten Ampelanlagen auf der B1 und die sanierungsbedürftige Brücke auf der A45.

Insgesamt blickt der ehemalige Präsident jedoch optimistisch in die Zukunft. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt freue er sich insbesondere darauf, wieder mehr Zeit mit seiner Familie verbringen zu können. Seiner Frau sprach Dustmann dabei ausdrücklich seinen Dank aus: „Ohne dich wäre das nicht möglich gewesen.“

Rund 3.000 Ehrenamtliche engagieren sich für die IHK in Dortmund

Neben der Verabschiedung Dustmanns stand auch das Ehrenamt im Mittelpunkt des Abends. Rund 3.000 Menschen engagieren sich nach Angaben der IHK ehrenamtlich für die Kammer. Sie sind unter anderem in der Vollversammlung, Ausschüssen und Arbeitskreisen sowie als Prüfer:innen tätig.

Moderatorin Lorenz im Gespräch mit Präsident Klein und dem ehemaligen Präsidenten Dustmann. IHK zu Dortmund/Schütze

„Ohne dieses Engagement wäre die IHK nicht das, was sie heute ist“, erklärte Präsident Klein. Besonders die persönliche Erfahrung und die Expertise der Unternehmer:innen seien für die Arbeit der Kammer unersetzbar. Die Arbeit der IHK lebe davon, dass ihre Mitglieder ihre Erfahrungen einbrächten.

Zum Abschluss wandte sich auch Dustmann noch einmal direkt an die ehrenamtlich Engagierten. „Das Ehrenamt ist unbezahlbar und ausgesprochen wichtig für unsere Wirtschaft und Gesellschaft“, erklärte er. Ohne die Ehrenamtler:innen gehe es nicht. Klein schloss sich dem Appell an und forderte die Anwesenden auf: „Probiert es aus!“

Wüst kündigt spürbaren Abbau von Bürokratie zum Jahresende an

Wüst nutzte den Abend auch um für seine Wirtschaftspolitik zu werben. Die Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft sei wichtig, um auch in Zeiten harter politischer Debatten sachlich über die richtigen Entscheidungen beraten zu können. So nannte er unter anderem den Ausbau der Infrastruktur sowie eine aktive Wirtschafts- und Energiepolitik als zentrale Herausforderungen.

Ministerpräsident Wüst nutzt den Abend um für stärkeren Bürokratieabbau und Zusammenarbeit zu werben. IHK zu Dortmund/Schütze

Gleichzeitig räumte der Ministerpräsident Verbesserungsbedarf beim Thema Bürokratie ein. Viele Vorschriften und Regelungen seien in den vergangenen Jahrzehnten mit guten Absichten entstanden. Für Unternehmen bedeuteten sie heute jedoch teilweise unnötige Einschränkungen.

Das Land wolle deshalb weiter gegensteuern. Besonders die Berichts- und Dokumentationspflichten stehen dabei im Fokus. Nach den Plänen der Landesregierung sollen ab dem 31. Dezember 2026 alle landesrechtlichen Berichts- und Dokumentationspflichten entfallen. Wüst betonte darüber hinaus, dass die Politik auch in anderen Bereichen liefern müsse.

So verwies er auf Investitionen in die Infrastruktur sowie in Schule, Bildung und Ausbildung. Die Zusammenarbeit mit den Kammern solle dabei auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Gerade deren Verbindung aus wirtschaftlicher Expertise und ehrenamtlichem Engagement sei für die Landespolitik von großer Bedeutung.


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