Der Hafenspaziergang geht in die 14. Runde: 50 Türen. 80 Erlebnisse. Ein Quartier

Einmal quer durch den Dortmunder Hafen: Musik, Kultur, Begegnungen

Auf dem Bild sieht man die verschiedene Akteure des Hafenspaziergangs 2026. Sie stehen. vor einem Gebäude und halten verschiedene Banner in die Luft.
Die vielen verschiedene Akteur:innen des Hafenspaziergangs 2026 freuen sich auf das kommende Fest. Foto: Lennart Neuhaus für die Stadt Dortmund

Einmal durch die Hafentore, über die Speicherstraße und entlang der Wasserwege: Am 29. August 2026 wird der Dortmunder Hafen wieder zum Veranstaltungsort. Zum 14. Hafenspaziergang öffnen mehr als 50 Orte ihre Türen. Vereine, Unternehmen, Initiativen und Kultureinrichtungen zeigen, ein vielfältiges Programm, für klein und groß. Offiziell eröffnet wird die Veranstaltung am Samstag um 14 Uhr auf der Stadtteilbühne. Reges Treiben wird es dann auch im Kulturort Depot geben, der zum „Open House“ einlädt. Auch die Nordstadtblogger:innen freuen sich dann wieder auf Besuch.

Vom kleinen Nachbarschaftsfest zum großen Stadtteilfest

Der Hafenspaziergang hat sich seit seiner ersten Ausgabe vor 14 Jahren deutlich vergrößert. „Klein hat es damals angefangen mit nur drei bis vier Orten“, erinnert sich Theresa Ramlau (Quartiersmanagement Nordstadt). Inzwischen beteiligen sich mehr als 50 Vereine, Initiativen, Unternehmen und weitere Akteure.

Der Hafenspaziergang nähert sich zum 14. mal und wächst immer mehr auch die Potonbrücke wird auch in diesem Jahr wieder Teil des „Hafenspaziergangs“. Foto: Julius Obhues

Mehr als 80 verschiedene Veranstaltungen stehen auf dem Programm, zusammengestellt von Akteur:innen aus den Bereichen Kunst, Kultur, Soziales und Wirtschaft und das wie immer kostenlos.

Von Livemusik, über Baustellenführungen des ICE-Werkes bis hin zur Krabbel-Ralley, ist für jeden, ob Kind oder Erwachsen etwas dabei. Ein Highlight dieses Jahr, Lindypott´s Social Dance: Zusammen Lindy Hop tanzen.

Außerdem unterstützt eine Web-App bei der Orientierung und bei der Zusammenstellung einer individuellen Route. Wer aber Papier präferiert, braucht sich nicht zu sorgen, denn Flyer sind ebenfalls kostenlos erhältlich.

Das Gebiet erstreckt sich vom Hafen hinunter bis zur Schützenstraße. Die komplette Speicherstraße wird für Autos gesperrt, sodass Besucher:innen die Veranstaltung bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad besuchen können. Zusätzlich fährt während der Veranstaltung ein kostenloser Shuttlebus im 15-Minuten-Takt.

Ein Fest welches die Menschen verbinden soll

Auch finanziell wird die Veranstaltung unterstützt. Die Sparkasse Dortmund und die Sparkasse Dortmund Stiftung begleiten den Hafenspaziergang bereits seit einigen Jahren. Über das Förderprogramm „Gut für Dortmund“ fließen nach Angaben von Sebastian Junker, Vorstandsmitglied der Sparkasse Dortmund, 40.000 Euro in die Veranstaltung.

Theresa Ramlau (Quartiersmanagement), Kathy Keinemann (Stadtteil-Schule), Hannah Rosenbaum (Bezirksbürgermeisterin), Didi Stahlschmidt (Stadt)), Sebastian Kröger (Stadterneuerung), Sebastian Junker (Sparkasse) Foto: Lennart Neuhaus für die Stadt Dortmund

Für ihn ist der Hafenspaziergang vor allem ein Fest der Begegnung. „Es ist ein super Nachbarschaftsfest“, sagt Junker. Gleichzeitig mache die Veranstaltung die Nordstadt einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und zeige, „wie toll Dortmund zusammenstehen kann“.

Auch Bezirksbürgermeisterin Hannah Rosenbaum sieht im Hafenspaziergang eine Möglichkeit, unterschiedliche Menschen zusammenzubringen.

„Gerade in Zeiten, wo Menschen sich immer mehr auseinanderleben, braucht es mehr Orte, wo verschiedene Menschen sich begegnen und kennenlernen können, denn nur so kann man Verständnis füreinander entwickeln“, sagt Rosenbaum.

Auch Theresa Ramlau ist positiv gestimmt. „Es freuen sich alle immer auf den Hafenspaziergang“, sagt sie. Für den Veranstaltungstag hat sie einen einfachen Wunsch: „25 Grad, Sonne und eine leichte Hafenbrise.“ Vor allem aber sollen die Besucher:innen den Tag entspannt verbringen.

Großes Krabbeln beim „Open House“ im Depot zum Hafenspaziergang

Zum Hafenspaziergang lädt der Kulturort Depot zum „Open House“ ein. Von 15 bis 20 Uhr öffnen Ateliers, Theater, Italienverein und Nordstadtblogger-Redaktion ihre Türen und geben Einblicke in ihre Arbeit. Passend zum Motto dreht sich vieles um Insekten und andere Krabbeltiere: Bei der „Kribbel-Krabbel-Rallye“ können Kinder die Insektenwelt und das Depot bei einem Spielparcours erkunden.

Zum Hafenspaziergang lädt der Kulturort Depot zum „Open House“ ein. Foto: Alex Völkel für Nordstadtblogger.de

Die Künstler:innen Susanne Grytzka, Christiane Heetmann und Wolfgang Niehoff zeigen parallel in der Mittelhalle die Ausstellung „alles berechenbar“ aus der Reihe „laborARTdepot“.

Sie untersuchen mit Grafik, Malerei und Skulptur die Verbindungen zwischen Kunst und Mathematik. Laborstationen laden zum Mitforschen ein. Das Sticky Fragments Kollektiv wiederum zieht mit seinen hybriden Figuren als Walking Act „Strolling Dronetales“ durch das Haus und die Umgebung. Für den passenden Soundtrack sorgen die Shiva-Shivas mit ihrer Plattensammlung.

Zahlreiche offene Workshops laden von 15 bis 20 Uhr zum Mitmachen ein. Susanne Beringer widmet sich mit „Summen, Wachs und Farbe“ der Welt der Bienen und verbindet Beobachtungen am Schaukasten und per VR-Brille mit experimentellen Wachsbildern.

Von 15 bis 20 Uhr öffnen Ateliers, Theater, Italienverein und Nordstadtblogger-Redaktion ihre Türen und geben Einblicke in ihre Arbeit. Leopold Achilles | Nordstadtblogger

Im Atelier 15.1 können Besucher:innen ab zehn Jahren bei Bärbel Thier-Jaspert und Michael Jaspert eigene Drucke herstellen. Pia Orfanidis verwandelt mit den Teilnehmenden Stoffreste, Draht und Perlen in Zecken, Schaben, Flöhe und andere kleine Figuren.

Das Physical Theatre Netzwerk lädt mit der Künstlerin Milena Cestao Kolbowski beim Angebot „Move Like Kritters“ Menschen aller Altersgruppen dazu ein, Bewegungen und Geräusche von Insekten spielerisch mit Masken, Sound und Physical Theatre nachzuempfinden.

Auch die Lebenswelt der Wildbienen steht auf dem Programm: Esther Saalmann und Uwe König vom Lehrbienenstand im Rombergpark erklären im Innenhof, warum die Tiere für viele Pflanzen unverzichtbar sind, welche Lebensräume sie benötigen und wodurch sie bedroht werden. Anschließend können eigene Nisthilfen entstehen. Wer mehr über den Kulturort selbst erfahren möchte, kann sich um 15.30 oder 16.30 Uhr einer etwa einstündigen Staffelführung anschließen. Die im Depot ansässigen Akteur:innen führen dabei durch die ehemalige Straßenbahnwerkstatt und geben Einblicke hinter die Kulissen.


Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!

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