
Ohne sie würde Phoenix West nicht wie Phoenix West aussehen: Die Gasgebläsehalle, das Pumpenhaus und der Gasometer stammen noch aus der Zeit des Hochofenwerks in Dortmund-Hörde. Für die drei denkmalgeschützten Bauwerke suchen die Stadt Dortmund und die Landesgesellschaft NRW.Urban nun nach Investor:innen. Bewerben kann man sich bis zum 24. Juli 2026.
Die Bewerbung läuft über die Landesgesellschaft NRW.Urban bis Juli
Ausgeschrieben ist ein Bieter:innenwettbewerb für die ehemalige Gasgebläsehalle, das Pumpenhaus und den Gasometer. Die Grundstücke gehören der landeseigenen Stadtentwicklungsgesellschaft NRW.Urban, die die Verkaufsverhandlungen in Abstimmung mit der Stadt Dortmund führt.
Gesucht werden Interessierte, die die Bauwerke im Einklang mit der Gesamtentwicklung von Phoenix West neu nutzen wollen.
Wer sich für eines oder mehrere der Grundstücke interessiert, kann sich bis Freitag, 24. Juli 2026, per E-Mail bei NRW.Urban melden. Anschließend erhalten die Interessierten nach Angaben der Stadt Informationen zu den Grundstücken, zu den städtebaulichen Zielvorstellungen und zum weiteren Verfahren.
Drei denkmalgeschützte Bauwerke aus der Zeit des Hochofenwerks
Die Gasgebläsehalle stammt aus dem Jahr 1937 und wurde bis 1957 erweitert. Sie steht auf einem 13.617 Quadratmeter großen Grundstück, auf dem laut Ausschreibung zusätzlich ein weiterer Baukörper zulässig ist.

Das Pumpenhaus wurde 1951 errichtet. Auf dem 9.335 Quadratmeter großen Grundstück stehen auch zwei markante Kühlturm-Gerüste aus Stahl. Ergänzende Bauten sind hier grundsätzlich möglich.
Der Gasometer ist mit seiner Stahlstruktur weithin sichtbar. Auf dem 8.027 Quadratmeter großen Grundstück ist ebenfalls eine ergänzende Bebauung möglich. Die Stadt hält das Bauwerk unter anderem für eine Umnutzung als Event-, Ausstellungs- oder Erlebnis-Immobilie für geeignet.
Phoenix West gilt inzwischen als nahezu vollständig vermarktet
Phoenix West im Stadtteil Hörde ist aus dem früheren Hochofenwerk hervorgegangen. Auf 114 Hektar haben sich rund 120 Firmen mit mehr als 5.700 Beschäftigten angesiedelt, die Schwerpunkte liegen bei Mikro- und Nanotechnologie, IT und Produktionstechnologie.

Größte Arbeitgeber sind der Stromnetzbetreiber Amprion und das IT-Unternehmen Materna. Mit der MST-Factory und dem ZfP sind zudem zwei Kompetenzzentren des Technologiezentrums Dortmund (TZDO) vor Ort.
Die Flächen auf Phoenix West gelten inzwischen als nahezu vollständig vermarktet. Damit gewinnt die Nachnutzung bestehender Gebäude wie der drei Denkmäler an Bedeutung.
Die Ausschreibung kommt zu einem Zeitpunkt, bei dem in der Dortmunder Politik um die weitere wirtschaftliche Flächenstrategie gerungen wird. So besteht ein Ratsbeschluss aus dem Sommer 2025 fort, der die Ausweisung neuer Wirtschaftsflächen deutlich einschränkt: Neue Flächen sollen erst dann entwickelt werden, wenn bestehende Altflächen vollständig vermarktet sind. Aus Sicht vieler Akteur:innen aus Wirtschaft und dem Oberbürgermeister Alexander Kalouti (CDU) komme dies einem faktischen Planungsstopp gleich.
Kalouti hatte bereits angekündigt, das Thema wieder auf die politische Tagesordnung setzen zu wollen. Bislang fehlt ihm dafür aber die Mehrheit im Rat. Für die drei Bauwerke aus der Hochofen-Zeit beginnt damit ein neuer Anlauf. Interessierte haben bis zum 24. Juli Zeit, sich bei NRW.Urban (info@nrw-urban.de) zu melden.
Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!
Mehr dazu auf Nordstadtblogger:
Der Traum von „World of Walas“ am Hochofen auf Phoenix-West ist mit dem Visionär gestorben
Zwischen Flächenmangel und Bürokratie: Wirtschaft macht Druck auf die Politik
TZDO treibt Wandel voran und setzt auf neue Flächen, Cluster und Internationalisierung

