Schytomyr als Vorbild: Wie sich Dortmund auf Krisen und Schutzräume vorbereiten will

OB Kalouti über Resilienz, Zivilschutz und ein neues „Mindset"

Ein moderner Bunker im Neubau einer Wohnanlage für Binnenvertriebene
Ein moderner Bunker im Neubau einer Wohnanlage für Binnenvertriebene Foto: Lukas Pazzini für Nordstadtblogger.de

Vor zwei Wochen besuchte eine zwölfköpfige Dortmunder Delegation die ukrainische Partnerstadt Schytomyr. Teil der Delegation waren Vertreter:innen aus Verwaltung, Kultur, Medizin, Wissenschaft und Politik. Oberbürgermeister Alexander Kalouti (CDU) erklärte im Rahmen einer Pressekonferenz im Rückblick auf die Reise: „Auch wir können sehr, sehr viel von der Ukraine lernen.“

Voneinander auf Augenhöhe lernen

Schytomyr ist seit dem 9. Juli 2025 offiziell Dortmunds Partnerstadt, zuvor leistete Dortmund aber schon materielle Hilfe an die Stadt, die gut 140 Kilometer von Kyjiw entfernt liegt.

Oberbürgermeister Alexander Kalouti (CDU)
Oberbürgermeister Alexander Kalouti (CDU) Foto: Alex Völkel für Nordstadtblogger.de

Ziel der Reise war es unter anderem, die Zusammenarbeit auszubauen, weiteren Unterstützungsbedarf zu ermitteln und eine Absichtserklärung für ein gemeinsames EU-Projekt zu unterschreiben.

Es war vor allem ein Austausch auf Augenhöhe, so Kalouti. Vor allem beim Thema Resilienz könne Dortmund viel von Schytomyr lernen.

Technologischer Austausch: Drohnen und neues „Mindset“

Da wäre zum einen die fortgeschrittene Digitalisierung und Technologie. Es gehe um Technologie im Alltag, beispielsweise die Möglichkeit, überall mit dem Handy zu bezahlen, aber auch um Drohnen-Technologie.

„Die Ukraine ist mittlerweile im Bau von Drohnen wohl eine der führenden Nationen zusammen mit den Israelis“, führte Kalouti aus. Es gehe dementsprechend um die Frage, „wie können wir unser Know-how mit deren Know-how verbinden“.

Dabei gehe es ihm auch um einen lösungs- und resultatorientierten Ansatz, ein neues „Mindset“ und einen pragmatischeren Umgang mit Bürokratie in Ausnahmesituationen, so der Oberbürgermeister.

Bunker-Anlagen auch in Dortmund „ertüchtigen“

Ein anderes Thema waren Schutzeinrichtungen wie Bunker in öffentlichen Gebäuden. So habe die Delegation Schulen besucht, die allesamt mit einem Bunker ausgestattet waren. „Die ganzen unteren Bereiche in den Kellerräumen sind wirklich als Bunker ausgebaut worden mit voll ausgestatteten Klassenräumen, sodass der Unterricht weitergeführt werden kann“, staunte Kalouti.

Ein Bunker im Berufskolleg für technische Innovationen in Schytomyr.
Ein Bunker im Berufskolleg für technische Innovationen in Schytomyr. Foto: Lukas Pazzini für Nordstadtblogger.de

In der Ukraine würden, so der OB, Bunker mittlerweile bei Neubauprojekten immer mitgedacht: „Wir haben uns auch ein Neubauprojekt angesehen, da sind Bunkeranlagen alle eingeplant, auch für Leute mit Handicap.“

Hier könne sich Dortmund ein Vorbild daran nehmen, so ist sich Kalouti sicher. Vor allem, weil es in Dortmund keine aktiven Schutzräume gebe, die alle „ertüchtigt“ werden müssten.

Die Modernisierung und der Neubau von Bunkeranlagen soll auf jeden Fall Teil der Überlegungen der Stadt werden, auch wenn dies viel Geld kosten dürfte. „Am Ende müssen wir unsere Menschen schützen und müssen sehen, dass wir das Überleben unserer Menschen in der Hinsicht sichern.“ Dass bei diesen Bauprojekten Abstriche beim Klimaschutz gemacht würden, wies der Oberbürgermeister zurück.


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