
Der Winter drückt auch im Februar dem Arbeitsmarkt seinen Stempel auf. Die Arbeitslosigkeit ist saisonalbedingt um 273 Personen angestiegen, die Arbeitslosenquote stagniert bei 12,2 Prozent. Im Februar meldeten sich insbesondere junge Menschen nach dem Abschluss ihrer zwei- und dreieinhalbjährigen Berufsausbildung für eine Übergangszeit arbeitslos.
Die Arbeitsagentur vernimmt erste positive Signale und spürt Zuversicht
„Der zweite Wintermonat des Jahres hat – wie erwartet – den Arbeitsmarkt spürbar beeinflusst und die Dynamik gebremst. Dennoch beobachten wir erste positive Signale. Noch liegen die Zugänge in die Arbeitslosigkeit über den Abgängen, doch der Abstand wird kleiner. Zudem haben deutlich mehr Menschen als im Vormonat eine Beschäftigung aufgenommen, kommentiert Heike Bettermann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund, die Situation auf dem Dortmunder Arbeitsmarkt.

„Auch langfristig ist eine Stabilisierung erkennbar. Der in den vergangenen Jahren aufgebaute Anstieg der Arbeitslosigkeit baut sich Schritt für Schritt ab, das Vorjahresdelta wird immer kleiner. Betrug der Abstand zum Vorjahr im Februar 2023 noch gut 2.100 Personen, verringerte er sich 2024 auf knapp 1.400 und liegt aktuell noch bei rund 800. Das stimmt vorsichtig zuversichtlich für die kommenden Monate“, so Bettermann.
Qualifizierung und die gezielte Heranführung an den Arbeitsmarkt bleiben zentral
„Im Februar ist die Zahl der arbeitslosen Menschen in Betreuung des Jobcenters leicht gestiegen. Gleichzeitig konnten im Vergleich zum Vormonat deutlich mehr Kundinnen und Kunden eine Arbeit aufnehmen. Das ist ein positives Signal. Es zeigt, dass individuelle Beratung und Unterstützung wirken“, ergänzt Stephanie Krömer, Geschäftsführerin des Jobcenters Dortmund.

„Auch die Zahl der begonnenen Ausbildungen und Unterstützungsangebote in diesem Kontext sind erkennbar gestiegen. Qualifizierung und die gezielte Heranführung an den Arbeitsmarkt spielen weiterhin eine zentrale Rolle. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sind sie wichtige Bausteine, um langfristige Perspektiven zu schaffen“, so Krömer.
„Insgesamt zeigt der Februar für das Jobcenter ein Bild mit mehr Dynamik. Auch wenn die Zahl der Arbeitslosen leicht zugenommen hat, gelingt es gleichzeitig vielen Menschen, ihre Hilfebedürftigkeit zu beenden oder konkrete Schritte in Richtung Beschäftigung zu gehen“, so die Jobcenter-Chefin.
Saisontypischer Anstieg der Arbeitslosigkeit im Februar
Im Februar wurden 40.641 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 10.059 Personen bei der Arbeitsagentur und 30.582 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 273 Personen gestiegen.
Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen liegt unverändert bei 12,2 Prozent (Februar 2024: 12,1 Prozent). Die anteilige Arbeitslosenquote für die Agentur liegt unverändert bei 3,0 Prozent, für das Jobcenter steigt sie auf 9,2 Prozent. Arbeitslosigkeit ist kein starrer Block. Vielmehr herrscht durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung.
In der Stadt Dortmund wurden im Februar 6.318 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. 1.689 Personen davon kamen aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 724 Personen weniger als im Vormonat. 6.050 Personen meldeten sich im Februar bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab. Von ihnen beendeten 1.321 Menschen ihre Arbeitslosigkeit wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 220 Personen mehr als im Vormonat.
Unterbeschäftigung steigt an – Jugendarbeitslosigkeit weiter gestiegen
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmende an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder sich in einem arbeitsbedingten Sonderstatus befinden.

Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil es sich dabei um Menschen handelt, denen ein reguläres Beschäftigungs-verhältnis fehlt. Insgesamt werden in diesem Monat 49.620 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 274 Personen mehr.
Die Jugendarbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozentpunkte auf 10,3 Prozent gestiegen. Im Februar waren damit 3.630 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 146 Personen mehr als im Vormonat.
Zurückzuführen ist der Anstieg unter anderem auf eine Vielzahl junger Fachkräfte, die sich aufgrund des Endes der zweieinhalb- und dreieinhalbjährigen Berufsausbildungen zunächst arbeitslos melden mussten, weil sie in ihrem Ausbildungsbetrieb nicht übernommen wurden.
Arbeitskräftenachfrage wächst auf niedrigem Niveau
Im Februar ist die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften im Vergleich zum Vormonat wieder gestiegen. Der Agentur für Arbeit wurden im aktuellen Berichtsmonat 869 neue Stellen gemeldet. Das sind 175 Stellen mehr als im Januar. Der aktuelle Stellenbestand hat sich mit 4.030 offenen Stellen im Vergleich zum Vormonat weiter verringert (-204).
Auch im Jahresvergleich liegt er mit einem Minus von 152 Stellen niedriger als im Februar des Vorjahres. Die meisten der Agentur für Arbeit gemeldeten offenen Stellen entfallen auf die Berufsgruppen Lagerwirtschaft, Verkauf, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Altenpflege.
Als Zahlen und Fakten als PDF zum Download: Arbeitsmarktreport Februar 2026
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