
Ein neuer Dreh für eine große Herausforderung und eine alte Fläche: Zum Schuljahr 2028/29 soll die Gesamtschule im Süden mehr Raum auf einem neuen Grundstück bekommen. Der Verwaltungsvorstand möchte auf dem Gelände der ehemaligen Erstaufnahmeeinrichtung in Hacheney für die Gesamtschule einen neuen Standort entwickeln. Grundlage für die Pläne ist das vom Rat der Stadt Dortmund schon beschlossene „Sofortpaket Weiterführende Schulen“. Darin war das Gelände zunächst nur generell als Schulstandort angedacht. Nun gibt es konkrete Pläne, die die Gesamtschule im Süden einbeziehen.
Die Stadt und die „unendliche Langsamkeit des Seins“

Geplant ist für sie in Hacheney ein moderner Komplex mit sechs Schulzügen, das sind zwei mehr als bisher. Diese Erweiterung wäre am aktuellen Standort Am Lieberfeld 13 in Wellinghofen nicht möglich. Der rechtsverbindliche Bebauungsplan wird für die geplante Gesamtschule im Endausbau entsprechend geändert werden.
Möglich ist der Schulneubau, weil die Stadt Dortmund bei der Entwicklung der Fläche die „unendliche Langsamkeit des Seins“ (persönlicher Kommentar des bearbeitenden Redakteurs) neu zelebriert hat.

Zunächst als Neubaugebiet für Wohnungen gedacht, passierte aber über Jahre nichts. Das Areal verfiel und wurde zu einem Lost Place – sehr zum Leidwesen der Nachbar:innen. Ruhestörungen, Vandalismus, Polizei- und Feierwehr-Einsätze häuften sich auf dem städtischen Gelände.
Mehrere Ankündigungen, die Gebäude abzureißen und dann dort neu zu bauen, verpufften. Dann begann die Diskussion, ob die mittlerweile verfallenen Gebäude doch noch genutzt werden sollten. Das hatte der Rat verworfen. Nun also der Anlauf eines Schulbaus…
Schon zum Schuljahr 2027/28 werden an Gesamtschulen mehr Plätze gebraucht
„Die Schulform Gesamtschule ist ein wichtiger Bildungsweg für Dortmunder Schülerinnen und Schüler. Wir registrieren hier weiterhin eine hohe Nachfrage. Der neue und erweiterte Standort ist deshalb genau der richtige Weg, um den Bedürfnissen der jungen Menschen und ihrer Eltern im Stadtbezirk gerecht zu werden“, sagt Schuldezernentin Monika Nienaber-Willaredt.

Die Gesamtschule im Süden ist bereits zum jetzigen Ausbaustand (Jahrgang fünf bis sieben) so gut nachgefragt, dass im letzten Anmeldeverfahren 32 Schüler*innen abgelehnt werden mussten.
Schon zum Schuljahr 2027/28 werden an den Gesamtschulen mehr Plätze gebraucht. Deshalb sollen am bestehenden Standort der Gesamtschule im Süden vorübergehend zusätzliche Klassenräume in Modulbauweise entstehen, damit zwei weitere Eingangsklassen starten können.
Neubau der Gesamtschule könnte Marie-Reinders-Realschule mehr Platz verschaffen
Das Gebäude in Wellinghofen, das durch den Umzug der Gesamtschule in einen Neubau frei wird, könnte dann ab dem Schuljahr 2028/29 als temporärer Teilstandort der Marie-Reinders-Realschule genutzt werden. Auch diese Schule verzeichnet im Anmeldeverfahren zu den weiterführenden Schulen regelmäßig hohe Überhänge.

Insgesamt könnten so fünf weitere Schulzüge entstehen – zwei zusätzliche Züge an der Gesamtschule im Süden und – vorläufig – bis zu drei zusätzliche Eingangsklassen an der Marie-Reinders-Realschule.
Wie es mit dem temporären Teilstandort der Realschule langfristig weitergeht, soll später mit Blick auf die Entwicklung der Schülerzahlen entschieden werden. Denn: Alle schulorganisatorischen Veränderungen wirken sich auf die Schullandschaft aus und ziehen Verschiebungen nach sich, sowohl zwischen Einzelschulen als auch zwischen Schulformen.
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Reaktionen
Frühere Erstaufnahme für Geflüchtete macht Platz für Neues – Abriss der alten Gebäude startet nächste Woche (PM)
In den alten Gebäuden war früher eine Gehörlosenschule, später die Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete untergebracht. Diese Räumlichkeiten machen jetzt Platz für den angedachten neuen Schulstandort in Hacheney. In der kommenden Woche startet zunächst der Abriss. Zur Zukunft des Geländes ist derzeit ein Infoabend in Vorbereitung.
Jetzt geht es doch schneller als gedacht: Ab Dienstag, 7. April, werden Baufirmen das Gelände für den Abriss der alten Gebäude vorbereiten und damit beginnen, die Baustelle einzurichten. Der Altbestand der früheren Erstaufnahmeeinrichtung Hacheney (EAE Hacheney) am Ende der Glückaufsegenstraße wird bald nicht mehr da sein.
Die Gebäude stehen schon seit etlichen Jahren leer. Vor kurzem fand eine Begehung statt, da die Stadt zurzeit das Gelände für die anstehenden Arbeiten vorbereitet. Dabei wurde klar, dass die Gebäude so bald wie möglich entfernt werden sollten. Ihr Zustand hat durch den langen Leerstand stark gelitten. Unbefugte, die sich Zutritt zum Gelände verschaffen, begeben sich immer wieder in Gefahr. Der fachgerechte Abriss der Gebäude war ohnehin vorgesehen – nun wird er kurzfristig vorgezogen. Die Stadt hat die Anwohnenden bereits schriftlich über die Abrissarbeiten informiert.
Natürlich verbleiben die Überreste der Gebäude nicht vor Ort, sie müssen das Gelände verlassen und vorschriftsgemäß entsorgt werden. Baustellenverkehr ist daher nicht zu vermeiden. Er kann zu zeitweisen Einschränkungen führen. Mit den ersten Baufahrzeugen kann voraussichtlich ab dem 13. April gerechnet werden. Die Stadt Dortmund und ihre Ämter arbeiten gemeinsam mit dem beauftragten Unternehmen daran, die Auswirkungen auf das Umfeld so gering wie möglich zu halten. Die Fahrten sollen über geeignete Zufahrten organisiert werden. Vollständig vermeiden lässt sich jedoch nicht, dass auch Fahrzeuge über die Glückaufsegenstraße fahren müssen.
Wie geht es nach dem Abriss weiter?
Die Stadt bereitet zur weiteren Entwicklung des Areals als Schulstandort gerade einen Bürger*innen-Infoabend vor, bei der die Besucher*innen mit den Expert*innen der Stadt auch in direkten Austausch treten können. Zum genauen Termin und Treffpunkt informiert die Stadt, sobald alle Eckpunkte feststehen.