Sofortpaket „Weiterführende Schulen“: Die neue Gesamtschule im Süden soll nach Hacheney

In Wellinghofen gäbe es dann Platz für die Marie-Reinders-Realschule

Luftbild des Areals in Hacheney
Auf dem Gelände der ehemaligen EAE in Hacheney soll ein neues Schulzentrum entstehen. H. Sommer für Nordstadtblogger

Ein neuer Dreh für eine große Herausforderung und eine alte Fläche: Zum Schuljahr 2028/29 soll die Gesamtschule im Süden mehr Raum auf einem neuen Grundstück bekommen. Der Verwaltungsvorstand möchte auf dem Gelände der ehemaligen Erstaufnahmeeinrichtung in Hacheney für die Gesamtschule einen neuen Standort entwickeln. Grundlage für die Pläne ist das vom Rat der Stadt Dortmund schon beschlossene „Sofortpaket Weiterführende Schulen“. Darin war das Gelände zunächst nur generell als Schulstandort angedacht. Nun gibt es konkrete Pläne, die die Gesamtschule im Süden einbeziehen.

Die Stadt und die „unendliche Langsamkeit des Seins“

Seit 2017 ist die EAE in Hacheney geschlossen – aber passiert ist hier noch nichts. H. Sommer für Nordstadtblogger

Geplant ist für sie in Hacheney ein moderner Komplex mit sechs Schulzügen, das sind zwei mehr als bisher. Diese Erweiterung wäre am aktuellen Standort Am Lieberfeld 13 in Wellinghofen nicht möglich. Der rechtsverbindliche Bebauungsplan wird für die geplante Gesamtschule im Endausbau entsprechend geändert werden.

Möglich ist der Schulneubau, weil die Stadt Dortmund bei der Entwicklung der Fläche die „unendliche Langsamkeit des Seins“ (persönlicher Kommentar des bearbeitenden Redakteurs) neu zelebriert hat.

Auf dem Gelände der ehemaligen EAE in Hacheney soll ein neues Schulzentrum entstehen. H. Sommer für Nordstadtblogger

Zunächst als Neubaugebiet für Wohnungen gedacht, passierte aber über Jahre nichts. Das Areal verfiel und wurde zu einem Lost Place – sehr zum Leidwesen der Nachbar:innen. Ruhestörungen, Vandalismus, Polizei- und Feierwehr-Einsätze häuften sich auf dem städtischen Gelände.

Mehrere Ankündigungen, die Gebäude abzureißen und dann dort neu zu bauen, verpufften. Dann begann die Diskussion, ob die mittlerweile verfallenen Gebäude doch noch genutzt werden sollten. Das hatte der Rat verworfen. Nun also der Anlauf eines Schulbaus…

Schon zum Schuljahr 2027/28 werden an Gesamtschulen mehr Plätze gebraucht

„Die Schulform Gesamtschule ist ein wichtiger Bildungsweg für Dortmunder Schülerinnen und Schüler. Wir registrieren hier weiterhin eine hohe Nachfrage. Der neue und erweiterte Standort ist deshalb genau der richtige Weg, um den Bedürfnissen der jungen Menschen und ihrer Eltern im Stadtbezirk gerecht zu werden“, sagt Schuldezernentin Monika Nienaber-Willaredt.

Außenansicht des Gebäudes
Die Gesamtschule im Süden ist bisher in Wellinghofen. H. Sommer für Nordstadtblogger

Die Gesamtschule im Süden ist bereits zum jetzigen Ausbaustand (Jahrgang fünf bis sieben) so gut nachgefragt, dass im letzten Anmeldeverfahren 32 Schüler*innen abgelehnt werden mussten.

Schon zum Schuljahr 2027/28 werden an den Gesamtschulen mehr Plätze gebraucht. Deshalb sollen am bestehenden Standort der Gesamtschule im Süden vorübergehend zusätzliche Klassenräume in Modulbauweise entstehen, damit zwei weitere Eingangsklassen starten können.

Neubau der Gesamtschule könnte Marie-Reinders-Realschule mehr Platz verschaffen

Das Gebäude in Wellinghofen, das durch den Umzug der Gesamtschule in einen Neubau frei wird, könnte dann ab dem Schuljahr 2028/29 als temporärer Teilstandort der Marie-Reinders-Realschule genutzt werden. Auch diese Schule verzeichnet im Anmeldeverfahren zu den weiterführenden Schulen regelmäßig hohe Überhänge.

Außenansicht des Gebäudes
Die Marie-Reinders-Realschule auf Phoenix-West platzt aus allen Nähten. H. Sommer für Nordstadtblogger

Insgesamt könnten so fünf weitere Schulzüge entstehen – zwei zusätzliche Züge an der Gesamtschule im Süden und – vorläufig – bis zu drei zusätzliche Eingangsklassen an der Marie-Reinders-Realschule.

Wie es mit dem temporären Teilstandort der Realschule langfristig weitergeht, soll später mit Blick auf die Entwicklung der Schülerzahlen entschieden werden. Denn: Alle schulorganisatorischen Veränderungen wirken sich auf die Schullandschaft aus und ziehen Verschiebungen nach sich, sowohl zwischen Einzelschulen als auch zwischen Schulformen.


Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!

Unterstütze uns auf Steady

 Mehr dazu auf Nordstadtblogger:

Der Abriss der ehemaligen EAE Hacheney und die unendliche Langsamkeit des Seins der Stadt

In Hacheney und Brackel werden für das Schuljahr 2027/2028 Schulen als Interims-Lösung gebaut

Rat entscheidet über Sofortpaket: Stadt Dortmund plant vier neue weiterführende Schulen bis 2027

 

Reaktionen

  1. Frühere Erstaufnahme für Geflüchtete macht Platz für Neues – Abriss der alten Gebäude startet nächste Woche (PM)

    In den alten Gebäuden war früher eine Gehörlosenschule, später die Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete untergebracht. Diese Räumlichkeiten machen jetzt Platz für den angedachten neuen Schulstandort in Hacheney. In der kommenden Woche startet zunächst der Abriss. Zur Zukunft des Geländes ist derzeit ein Infoabend in Vorbereitung.

    Jetzt geht es doch schneller als gedacht: Ab Dienstag, 7. April, werden Baufirmen das Gelände für den Abriss der alten Gebäude vorbereiten und damit beginnen, die Baustelle einzurichten. Der Altbestand der früheren Erstaufnahmeeinrichtung Hacheney (EAE Hacheney) am Ende der Glückaufsegenstraße wird bald nicht mehr da sein.

    Die Gebäude stehen schon seit etlichen Jahren leer. Vor kurzem fand eine Begehung statt, da die Stadt zurzeit das Gelände für die anstehenden Arbeiten vorbereitet. Dabei wurde klar, dass die Gebäude so bald wie möglich entfernt werden sollten. Ihr Zustand hat durch den langen Leerstand stark gelitten. Unbefugte, die sich Zutritt zum Gelände verschaffen, begeben sich immer wieder in Gefahr. Der fachgerechte Abriss der Gebäude war ohnehin vorgesehen – nun wird er kurzfristig vorgezogen. Die Stadt hat die Anwohnenden bereits schriftlich über die Abrissarbeiten informiert.

    Natürlich verbleiben die Überreste der Gebäude nicht vor Ort, sie müssen das Gelände verlassen und vorschriftsgemäß entsorgt werden. Baustellenverkehr ist daher nicht zu vermeiden. Er kann zu zeitweisen Einschränkungen führen. Mit den ersten Baufahrzeugen kann voraussichtlich ab dem 13. April gerechnet werden. Die Stadt Dortmund und ihre Ämter arbeiten gemeinsam mit dem beauftragten Unternehmen daran, die Auswirkungen auf das Umfeld so gering wie möglich zu halten. Die Fahrten sollen über geeignete Zufahrten organisiert werden. Vollständig vermeiden lässt sich jedoch nicht, dass auch Fahrzeuge über die Glückaufsegenstraße fahren müssen.

    Wie geht es nach dem Abriss weiter?

    Die Stadt bereitet zur weiteren Entwicklung des Areals als Schulstandort gerade einen Bürger*innen-Infoabend vor, bei der die Besucher*innen mit den Expert*innen der Stadt auch in direkten Austausch treten können. Zum genauen Termin und Treffpunkt informiert die Stadt, sobald alle Eckpunkte feststehen.

  2. Schulkomplex Hacheney: Stadt informiert laufend über neue Schulstandorte und lädt zum Dialog – Projektseite bündelt Infos auch zu anderen geplanten weiterführenden Schulen (PM)

    Was passiert wann auf der Baustelle für den neuen Schulkomplex in Hacheney? Wen kann ich ansprechen, wenn ich schnell eine Info brauche oder etwas Wichtiges weitergeben möchte? Eine neue Projekt-Webseite, Exkursionen und ein Dialogforum bieten nun neue Möglichkeiten zum Austausch.

    Mit dem vom Rat beschlossenen „Sofortpaket Weiterführende Schulen“ reagiert die Stadt Dortmund auf den steigenden Bedarf an Schulplätzen an weiterführenden Schulen. Die Stadt möchte zusätzlichen Schulraum schaffen und die Voraussetzungen für eine verlässliche Schulentwicklungsplanung verbessern. Beim Sofortpaket geht es konkret um drei neue Schulstandorte: in Eving, Brackel und Hacheney.

    Schnelle und aktuelle Infos

    Die neue Projekt-Webseite ist schnell über einen Kurzlink zu finden: dortmund.de/sofortpaketschulen. Sie begleitet die laufenden Verfahren zu den Schulstandorten und bietet einen niedrigschwelligen Zugang zu Informationen. Die Inhalte werden fortlaufend ergänzt, sobald es etwas Neues gibt.

    Zunächst liegt der Fokus auf dem Schulstandort Hacheney. Denn dieses Projekt hat als erstes begonnen. Das Online-Angebot stellt den aktuellen Projektstand dar, die nächsten Schritte sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen. Die Seite möchte damit eine zentrale und verlässliche Informationsquelle für Anwohner*innen, Eltern und weitere Interessierte sein.

    Auch Fragen zur verkehrlichen Erschließung und zu den Auswirkungen auf das Umfeld werden auf der Projektseite aufgegriffen. Fragen zum Baustellenverkehr, zu Schulwegen oder zum Parkdruck sind für die Anwohner*innen jedoch von hoher Bedeutung. Daher werden auch hierzu Informationen auf der Projektseite veröffentlicht, sobald sie fachlich abgeklärt sind.

    Austausch mit der Anwohnerschaft

    Neben der Online-Information setzt die Stadt Dortmund weiterhin auf den direkten Austausch mit den Anwohnenden. Ziel ist es, Hinweise frühzeitig aufzunehmen, ein Ohr zu haben, Fragen nachvollziehbar zu beantworten oder nächste Schritte transparent zu erläutern. Um all dies zu erleichtern, gibt es für Fragen und Hinweise nun ein eigenes Postfach: sofortpaketschulen@stadtdo.de.

    Doch die Stadt informiert auch persönlich und lädt zum Austausch: mit Exkursionen und einem Dialogforum. Zu beiden Formaten gibt es auf der Webseite weitere Infos und Termine.

    Exkursionen zur Information

    Geführte Exkursionen für Anwohnende gibt es etwa alle zwei Wochen donnerstags um 17 Uhr mit der Möglichkeit zu direkten Gesprächen mit Projektverantwortlichen. Start für diese Reihe ist am Donnerstag, 16. Juli. Neue, bestätigte Termine finden sich immer auf dortmund.de/sofortpaketschulen.

    Ansprechpartner Martin Sauer bietet diese Touren am Rande der Baustelle an. Treffpunkt ist jeweils am Haupttor der ehemaligen Erstaufnahmeeinrichtung, am Ende der Glückaufsegenstraße. Damit der Austausch auf der Baustelle auch sicher ist und geordnet ablaufen kann, ist eine Anmeldung im Vorfeld wichtig. Pro Termin können drei bis fünf Personen teilnehmen. Bitte per E-Mail anmelden: sofortpaketschulen@stadtdo.de mit dem Betreff „Anmeldung zu Informationen und Exkursionen“.

    Dialogforum Hacheney

    Um die Interessen der Betroffenen einzubeziehen, hat die Stadt Dortmund das Beteiligungsbüro „IKU_Die Dialoggestalter“ beauftragt, einen Runden Tisches mit bis zu 20 Teilnehmenden zu moderieren. Im „Dialogforum Hacheney“ werden die Anlieger*innen frühzeitig informiert, Fragen geklärt und Hinweise aufgenommen. Die Stadt setzt darauf, dass sie Planung und Bau auf diese Weise optimieren kann. Über die Ergebnisse dieser Runden informiert sie dann im Nachgang auf dortmund.de/sofortpaketschulen.

    Wer Interesse hat, am Dialogforum teilzunehmen, sendet einfach eine E-Mail (sofortpaketschulen@stadtdo.de) mit dem Betreff „Anmeldung zum Dialogforum Schulstandort Hacheney“. Auch Angaben zur Person (Name, Geschlecht, Alter, Kontaktdaten) sollten in der Mail aufgeführt werden. Die Dialoggestalter losen Teilnehmende aus den Bewerbungen aus. Im Anschluss wird mit den Teilnehmenden dann ein gemeinsamer passender Termin ausgewählt.

  3. SPD schlägt zusätzlichen Stadtbahnhalt für neues Schulquartier in Hacheney vor (PM)

    Die SPD-Ratsfraktion Dortmund setzt sich für eine bessere Anbindung des geplanten Schulquartiers in Hacheney an den öffentlichen Nahverkehr ein. Mit einem Prüfauftrag schlägt sie vor, einen zusätzlichen Halt der Stadtbahnlinie U49 zwischen den Stationen „Rombergpark“ und „Hacheney Zoo“ zu prüfen. Der Antrag fand im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen die Unterstützung der demokratischen Fraktionen und Gruppen.

    Nach Vorstellung der SPD soll die Verwaltung gemeinsam mit DSW21 untersuchen, ob sich das Schulquartier über einen zusätzlichen Haltepunkt direkt an die Stadtbahn anbinden lässt. Dadurch könnten Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie weitere Beschäftigte das Schulgelände unmittelbar erreichen.

    Die SPD-Fraktion erhofft sich davon eine stärkere Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs und weniger Autoverkehr. Gleichzeitig könnten die angrenzenden Wohngebiete entlastet werden, weil zusätzliche Fahrten durch die Wohnstraßen vermieden würden. Nach Angaben der Fraktion wünschen sich Anwohnerinnen und Anwohner entsprechende Verbesserungen der Verkehrssituation bereits seit Längerem.

    „Wetterunabhängig und komfortabel ins Schulgebäude zu gelangen, kommt nicht nur den Schülerinnen und Schülern sowie dem Kollegium zugute, sondern entlastet zugleich das angrenzende Wohngebiet“, erklärt Detlev Lachmann, Sprecher der SPD-Fraktion im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen. „Deshalb haben wir diesen Prüfauftrag eingebracht. Eine direkte Stadtbahnanbindung kann dazu beitragen, mehr Menschen für den ÖPNV zu gewinnen und die Verkehrssituation vor Ort nachhaltig zu verbessern.“

Reaktion schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert